Der Klimawandel und die Folgen

Gesellschaft | sonntags - Der Klimawandel und die Folgen

CO2, Wasser und Sonnenlicht sind die Grundlage aller biologischen Kreisläufe. Doch Industrialisierung und Mobilität haben das natürliche Gleichgewicht aus dem Lot gebracht.

Beitragslänge:
1 min
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Video verfügbar bis 12.10.2017, 14:26

Der Klimawandel zählt zu den meistdiskutierten Themen unserer Zeit. Noch ist nicht absehbar, welche langfristigen Folgen die Erwärmung der Erdatmosphäre mit sich bringt. Doch die ersten Auswirkungen lassen sich mittlerweile relativ genau beschreiben und vorhersagen.

Das Klima. Es ist einer der wichtigsten Faktoren, unseres komplexen Planeten. Bereits kleinste Abweichungen von der Norm an einer Stelle des Globus, können dramatische Folgen an einer anderen Stelle nach sich ziehen. Gletscher und Pole haben zu schmelzen begonnen, verursacht durch die globale Erwärmung. Ein Grund dafür, sind sogenannte Treibhausgase, wozu auch CO2 gehört. Im Normalfall dienen diese Gase dazu, die durchschnittliche Temperatur an der Erdoberfläche zu steigern, so dass diese ungefähr +15 C° beträgt. Ohne diesen natürlichen Treibhauseffekt hätte die untere Atmosphäre im globalen Mittel nur −18 °C, was Leben auf der Erde unmöglich machen würde. Doch die Treibhausgase, die durch Verbrennung fossiler Energien freigesetzt werden, verstärken diesen Prozess und die globale Temperatur steigt. Seit Beginn der Industrialisierung ist der CO2-Gehalt in der Luft um 30 Prozent gestiegen.


Wenn sich der Wasserkreislauf beschleunigt
Die Folgen der Erwärmung sind spürbar. Bis zum Jahr 2100 wird die Erde zwischen 2-4 Grad wärmer. Der IPCC (Intergovernmental Panel on Climate Change) veröffentlichte einen Bericht, aus dem hervorgeht, dass bis zum Jahre 2100 der Meeresspiegel um 18-59 cm steigen wird. Folge wird sein, dass ganze Inselgruppen und Länder von der Landkarte verschwinden.

Pflanzenbiologen Hans R. Schultz
Pflanzenbiologe Hans R. Schultz Quelle: ZDF

„Der Klimawandel ist regional stark unterschiedlich“, sagt Hans Reiner Schultz, Direktor der Forschungsanstalt Geisenheim. Auf dem Versuchsfeld der Fachhochschule werden die Auswirkungen dieser erhöhten CO2 Konzentrationen erforscht.  Die Versuchsfelder sind so angelegt, dass Obst- und Gemüsepflanzen, aber auch Rebstöcken große Mengen von CO 2 zugeführt wird. „Für uns zeigen alle Klimamodelle, dass die Schwankungen in den Temperaturen größer werden, das bedeutet, dass sich der Wasserkreislauf beschleunigt. Daraus resultieren sehr häufig Starkregenereignisse, wenn warme Temperaturfronten an kalte stoßen.“ 

Mehr Hagel in Süddeutschland
Das Wetter wird also weniger ausgewogen. Ein Phänomen, das auch an der Forschungsanstalt Geisenheim wahrgenommen wird. „Wir beobachten in den letzten sieben bis acht Jahren verstärkt, dass wir im Sommer immer irgendwo Überschwemmungen haben. Zum Beispiel 2010 in Polen, oder 2007 in England.“ Auch Hagel, der erhebliche Sachschäden anrichten kann, wird immer häufiger ein Problem. „Die Risiken werden größer. Der süddeutsche Raum etwa liegt in Zone 5. Diese Zone ist besonders für Hagel gefährdet“, sagt Schultz.

Auch in Südeuropa sind die Konsequenzen spürbar. Die Winzer beispielsweise müssen sich auf andere Regenverhältnisse und Temperaturverhältnisse einstellen und können unter Umständen einige Rebsorten nicht mehr in gewohnten Regionen anbauen, oder müssen mit anderen Säuregehältern zurechtkommen.

Der Pflanzenbiologe Hans R. Schultz geht davon aus, dass sich die Landwirtschaft bei uns auf die Veränderungen einstellen kann. Die Frage ist, wie weit sie das kann, wenn die Klimaziele verfehlt werden und die Prognosen in Bezug auf die Temperatur, die für 2100 vorliegen, eintreten. Seine Befürchtung ist, dass dann das Ende der Fahnenstange erreicht ist.

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