Der Sonntag

Warum brauchen wir einen siebten Tag?

Gesellschaft | sonntags - Der Sonntag

Nicht nur sonntags, auch in der Woche ist der 71-jährige Hermann Heysterman ehrenamtlich im Einsatz für Alte und Kranke.

Beitragslänge:
4 min
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Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.07.2018, 15:51

Der Sonntag ist, je nach Milieu, ein mehr oder weniger wichtiger Tag im Lauf der Woche. Für Schüler und den Großteil der Bevölkerung ist er arbeitsfrei. Für christlich-religiös gebundene Menschen ist dieser "Tag des Herrn" bedeutsam, um den Gottesdienst zu feiern. Aber der christlich geprägte arbeitsfreie Sonntag steht unter Druck. Das "sonntags"-Team geht daher der Frage nach, warum es vielleicht doch wichtig ist, dass der Sonntag ein besonderer Tag ist, der nicht nur Stillstand, sondern auch Erholung und zwischenmenschliches Leben ermöglicht.

Kalenderblatt Sonntag mit Eintrag Gottesdienst
Sonntag - welche Bedeutung hat der Feiertag heute noch? Quelle: imago

Für Juden beginnt der Sabbat schon am Freitagabend, für Muslime ist der Freitag ihr Sonntag. Aber der arbeitsfreie Sonntag steht unter Druck; selbst im katholisch geprägten Polen haben am Sonntag viele Shopping-Malls geöffnet. In Deutschland konnten sich bislang neoliberale Befürworter des verkaufsoffenen Sonntags nicht durchsetzen. Widerstand kommt von vielen gesellschaftlichen Gruppen, nicht nur von Christen, sondern auch von Gewerkschaften oder auch von Pädagogen, die die Rolle des Sonntags für die Familie betonen.

Mein Sonntag – Menschen am siebten Tag der Woche

Werhardt Otto mit Fahrradgruppe in Frankfurt
Werhardt Otto (M.) bietet Fahrradtouren in Frankfurt an. Quelle: ZDF/Michael Sahr

Was machen Menschen am Sonntag? Und warum ist der Sonntag ein ganz besonderer Wochentag? Der Bericht zeigt drei Beispiele, wie Menschen ihren Sonntag auf ganz individuelle Art und Weise gestalten und unterstreicht damit, was diesen Wochentag zu einem ganz besonderen macht.

Da ist etwa ein Pensionär, der Fahrradtouren durch Frankfurt anbietet, das Paar, das sich ein Stück grüne Idylle am Rande der Großstadt geschaffen hat oder der frühere Dokumentarfilmer, der seine Sonntagnachmittage am liebsten mit seinen Boule-Freunden verbringt.

Warum gibt es überhaupt den Sonntag?

Für religiös gebundene Menschen ist der Sonntag als „heiliger“ Tag wichtig, für Christen leitet er sich aus dem Alten Testament und dem Sabbat-Gebot ab: „Am siebten Tag vollendete Gott das Werk, das er geschaffen hatte, und er ruhte am siebten Tag, nachdem er sein ganzes Werk vollbracht hatte. Und Gott segnete den siebten Tag und erklärte ihn für heilig; denn an ihm ruhte Gott, nachdem er das ganze Werk der Schöpfung vollendet hatte."

Die EKD hat zehn Argumente für den freien Sonntag zusammengetragen. Dazu heißt es unter anderem: „Der Sonntag ist auch nach fast 2000 Jahren noch lebendig. Kaiser Konstantin hat den Sonntag im Jahr 321 zum öffentlichen Ruhetag erklärt und damit dem Abendland ein wertvolles Kulturgut hinterlassen.“

Arbeiten am Sonntag

Ein Bootsführer sitzt mt zwei Kindern in einem Segelboot
Kann arbeiten am Sonntag Spaß machen? Quelle: ZDF

Arbeiten müssen, wenn alle anderen frei haben, ist ein hartes Geschäft. Aber den anderen auch noch die Freizeit zu verschönen, ist noch härter. Oder macht das den Job dann leichter?

Das „sonntags“-Team begleitet einen Bootsführer, der es wissen muss. Auf der Bleilochtalsperre in Thüringen versüßt er Touristen ihren Sonntag, sorgt dafür, dass sie den arbeitsfreien Tag genießen und richtig Spaß haben.

Was wäre, wenn es keinen Sonntag gäbe?

Welche Bedeutung hat der arbeitsfreie Sonntag und von welcher Seite wird er bedroht? Zu dieser Frage äußern sich unter anderem Prälat Karl Jüsten von der Deutschen Bischofskonferenz, Stefanie Nutzenberger vom Bundesvorstand der Gewerkschaft Verdi, Kai Falk, Geschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE) sowie die Berliner Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer.

Vom Durchmachen und Abhängen

Für viele jüngere Menschen ist das freie Wochenende und der Samstagabend die einzige Möglichkeit, um "Durchzumachen und Abzuhängen". Das „sonntags“-Team befragt Partygänger, ob sie überhaupt wissen, warum es den Sonntag gibt, wie wichtig ihnen das freie Wochenende ist oder ob es ihnen lieber wäre, wenn der Sonntag ein ganz normaler Tag wäre.

Der Sonntag der Frommen

Hermann Heysterman pflegt eine alte Frau
Hermann Heysterman pflegt ehrenamtlich Alte und Kranke. Quelle: ZDF/Ann-Kristin Danzenbächer

Nicht nur sonntags, auch in der Woche ist der 71-jährige Hermann Heysterman ehrenamtlich im Einsatz für Alte und Kranke. Ab und zu unternimmt er an Sonntagen auch einen Ausflug in das Kloster Gerleve.

Dort kann er innehalten und Kraft schöpfen. Der ehemalige Alkoholkranke sagt, dass er ohne seinen Glauben seine Sucht nicht überwunden hätte. In einer Klinik der Kamillianer wurde er geheilt und hat deshalb dem Krankenpflegeorden gegenüber das Versprechen gegeben, sich um Alte und Kranke zu kümmern.

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