Die Kunst des richtigen Zeitpunkts

Leben im Rhythmus des Mondes

Gesellschaft | sonntags - Die Kunst des richtigen Zeitpunkts

Bauer Heim hat einen Ökobetrieb in Scheffau. Im Interview erklärt er, warum er immer mit dem Viehauftrieb auf die richtige Mondkonstellation wartet.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 13.04.2017, 11:45

Ob Haarschneiden, Anpflanzen oder Abspecken: Für alles gibt es den richtigen Zeitpunkt. Vorausgesetzt, man vertraut auf die geheimnisvolle Kraft des Mondes.

Was noch vor einigen Jahren als reiner Aberglaube galt, hat sich zu einer Massenbewegung entwickelt: Leben im Rhythmus des Mondes. Wesentlich dazu beigetragen hat der Mondkalender des Autorenduos Johanna Paungger und Thomas Poppe. Ihr Ratgeber "Vom richtigen Zeitpunkt. Die Anwendung des Mondkalenders im täglichen Leben" erschien 1991 und hat mittlerweile eine Millionen-Auflage erreicht und wurde in 22 Sprachen übersetzt.

Johanna Paungger zu Gast bei sonntags vom 15. April 2012

Im Mondkalender wie in den mittlerweile zahlreichen Büchern der beiden Österreicher erfahren die Leser, wann für ihre alltäglichen Handlungen der richtige Zeitpunkt ist - vom Holzschlagen über Kochen bis zum Waschen.

Altes Volkswissen neu belebt

Mondkalender
Mondkalender Quelle: ZDF


Mit ihren Büchern möchten Paungger und Poppe uraltes Volkswissen um den Einfluss von Natur- und Mondrhythmen neu beleben. "Es stammt fast alles von Joseph Koller, meinem Großvater", erklärt Johanna Paungger. In den Tiroler Bergen zeigte er ihr all die Regeln, die seit Jahrhunderten zum Brauchtum der Bergbauern gehörten. Die genaue Beobachtung des Mondstandes und seinen Einfluss auf die Tier- und Pflanzenwelt ließ die Menschen früherer Jahrhunderte im Einklang mit der Natur leben und gab ihnen ein bestimmtes Wissen: die Kunst des richtigen Zeitpunkts. Bauer Heim über Landwirtschaft nach dem MondkalenderDoch auch wenn dieses Wissen lange in Vergessenheit geriet, werden auch heute noch viele unserer ganz alltäglichen Handlungen vom Rhythmus des Mondes beeinflusst, so die Überzeugung der beiden Österreicher. Egal ob Holzschlagen, Kochen, Gartenarbeit, die Anwendung von Heilmitteln oder sogar Operationen und Diäten. Doch die Wirkung des leuchtenden Trabanten auf den Menschen hält keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand. Die US-Forscher Ivan Kelly, James Rotton und Roger Culver haben beispielsweise mehr als 100 Mondstudien durchgeführt. Immer mit demselben Ergebnis: Der Mond hat keinerlei Auswirkungen auf den Menschen.

Magie im Alltag

Vollmond hinter Bergen
Vollmond hinter Bergen Quelle: dpa


Auch ohne wissenschaftlichen Nachweis, glauben Menschen an die Kraft des Mondes und lassen sich darin auch nicht so leicht erschüttern. "Unser Wissen", sagt Thoma Poppe, "ist Erfahrungswissen, das sich durch sich selbst begründet." Wie auch immer man das beurteilt, sicher ist: Schon immer faszinierte die leuchtende Nachtkugel den Menschen.

Unumstritten ist auch die gewaltige Kraft, die der Trabant auf die Erde ausüben kann, wenn man etwa ein Naturspektakel wie Ebbe und Flut betrachtet. Und Mondkalender haben eine lange Tradition. So richten sich die christlichen Feiertage auch nach dem Trabanten. Ostern etwa wird immer an dem Sonntag gefeiert, der dem ersten Vollmond nach Frühlingsanfang folgt.

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