Die neue Lust am Radeln

Was steckt hinter dem Fahrad-Trend?

Gesellschaft | sonntags - Die neue Lust am Radeln

sonntags extra am 31.08. dreht sich ums Radfahren: Aachen beteiligt sich am Projekt CIVITAS, das sich um neue Mobilitätskonzepte bemüht. Wie will sich Aachen zu einer radfreundlichen Stadt entwickeln?

Beitragslänge:
28 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 29.08.2019, 10:31

Fahrrad fahren liegt im Trend. Kein Wunder, dass es in Deutschland mittlerweile 70 Millionen Fahrräder gibt – mehr als Autos. Rad fahren macht ja bekanntlich nicht nur Spaß, sondern ist außerdem umweltfreundlich und damit zukunftsleitend. Das hat auch die Stadt Aachen erkannt. Mit weiteren drei europäischen Städten nimmt die Stadt am CIVITAS-Programm der EU teil. Mit dem Blick auf Kopenhagen als Umwelthauptstadt 2014 und Amsterdam als fahrradfreundlichste Stadt 2014 will Aachen nun mitziehen. Illusion oder Vision? Gert Scobel war dafür – natürlich mit dem Rad – in seiner Heimatstadt unterwegs und erkundete erste Ergebnisse des Projektes.

Fahrräder sind längst mehr als attraktive Fortbewegungsmittel. Sie sind Ausdruck der Persönlichkeit und des eigenen Stils. Die Geschmäcker beim Fahrradkauf fallen höchst unterschiedlich aus – hier reicht der Trend vom klassischen Hollandrad bis zum stylischen E-Bike. Einig sind sich die Deutschen aber weitgehend bei den Beweggründen für das Umsteigen aufs Rad.

Radfahren hält gesund

Fahrräder hängen an einer Hausfassade
Fahrräder fahren emissionsfrei, kostenlos und leise. Quelle: dpa

Spaß soll das Rad fahren machen. Auch die Aspekte Gesundheit, Umwelt und Kosten stehen auf den ersten Rängen der Pro-Liste fürs Radfahren. Radfahrer strampeln sich nicht nur fit, schützen sich vor Herzerkrankungen und verbrennen lästige Kalorien, im Gegensatz zum Joggen oder Fußballspielen ist das Radfahren auch noch Balsam für die Gelenke. „Radfahren ist viel mehr als Ausdauersport“, sagt Ingo Froböse, Leiter des Zentrums für Gesundheit an der Sporthochschule Köln. Die Bewegung an der frischen Luft sorge noch zusätzlich für starke Nerven und einen freien Kopf.
Fit und gesund bleiben und dabei der Natur einen Gefallen tun? Klingt gut – und das ist es auch. Selbst wer dem aufkommenden Hype des E-Bikes folgt, stößt mit sechs Gramm Kohlendioxid pro Kilometer weitaus weniger aus als ein Auto. Die saubersten Wagen kommen auf Werte von etwas unter 100 Gramm pro Kilometer, Oberklassewagen oder SUV auch über 300 Gramm. Der herkömmliche Drahtesel hat bekanntlich keinen Motor, der CO2 ausstoßen könnte.

Radfahren ist billig

Mit einem durchschnittlichen Preis von 658 Euro sollte die Anschaffung eines Velos für viele erschwinglich sein. Wer nicht unbedingt das neuste Modell haben muss, kann sich bereits zwischen 100 und 300 Euro ein schickes Gefährt leisten. Außerdem spart man nicht nur Geld, sondern auch Nerven: Keine Staus, keine stundenlange Parkplatzsuche.

Wirft man jedoch einen Blick auf die Verkehrssituation für Radfahrer und die hohe Unfallquote, dürfte so manchem die Lust am Radfahren schon bald wieder vergehen. Es mangelt an vielen Stellen: zu schmale Radwege im besten Fall. Gar keine Radwege – keine Seltenheit. Appelle an die Politik werden laut: Mehr Geld in den Bau von Fahrradwegen, Radschnellwegen und Fahrradstationen. Wie sonst lässt sich die Vision einer fahrradfreundlichen Stadt, wie es Amsterdam oder Kopenhagen schon lange sind, verwirklichen?

Weg zur fahrradfreundlichen Stadt

Es muss gehen! Davon sind die Mitglieder des sogenannten CIVITAS-Programms überzeugt. Europaweit machen sich Städte, Universitäten und Forschungseinrichtungen Gedanken, wie die Mobilität der Zukunft aussehen kann. CIVITAS will für eine bessere, nachhaltigere Verkehrsentwicklung in den Städten sorgen. Die Stadt Aachen als Mitglied der Initiative fördert dafür nicht nur den Ausbau von Radschnellwegen, sondern setzt außerdem auf Elektromobilität, unter anderem als Car-Sharing-Modell.
Mit dem Umdenken, beziehungsweise Umsteigen aufs Fahrrad haben viele Bürger ein Statement für die Bewahrung der Umwelt abgegeben. Jetzt ist es Aufgabe der Politik, den Trend zu nutzen und die bestmöglichen Bedingungen für ein fahrradfreundliches Deutschland zu schaffen.

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