Göttliches Haar

Die religiöse Bedeutung der Haare bei den Sikh

Wie wir mit unseren Haaren umgehen, ist Teil unserer Identität. Doch auch in vielen Religionen haben Haare eine zentrale Bedeutung. So dürfen Angehörige der Sikhs ihre Haare nie schneiden, denn sie sind ein Zeichen für die Nähe zu Gott.

Junger Sikh schreibt Haare an eine Tafel
Haare sind Thema in der Sonntagsschule der Berliner Sihk. Quelle: ZDF

„Es ist eine alte indische Tradition: Die Heiligen, die Asketen und die Götter hatten alle lange Haare. Sie waren überzeugt, dass die Haare göttliche Energie spenden“, sagt Kashmir Singh. Der 54jährige ist der Prediger der Berliner Sikh-Gemeinde. Seine Haare hat er noch nie geschnitten oder seinen Bart rasiert.

Das lange Haar dreht Kashmir Singh zu einem Dutt, der unter einem Turban verschindet - die traditionelle Kopfbedeckung männlicher Sikhs. Das Gebot der ungeschnittenen Haare gilt für alle, von Kindheit an: Die größeren Jungs tragen den Pakta, ein Tuch über dem Dutt. Die kleineren Jungs ein Minikäppchen auf dem kunstvoll geflochtenen Haar. Frauen bedecken ihren Kopf zumeist mit einem dünnen Stofftuch.

Ob kurz oder lang: Jeder ist willkommen

Kashmir Singh kam vor sechs Jahren aus Amritsar in Nord-Indien. Den Nachnamen Singh tragen alle Sikh-Männer, auf Panjabi bedeutet das Löwe. Die Sikh-Frauen heißen Kaur, Prinzessin. Der Prediger hält jeden Sonntag Gottesdienst im Tempel, dem sogenannten Gurdwara.
Etwa 200 Mitglieder hat die kleine Gemeinde. Die meisten kleiden sich traditionell mit Sari und Turban. Wer kurze Haare hat, behilft sich beim Gottesdienst mit einem Tuch. Die Sikh-Religion ist tolerant: Ob mit kurzgeschnittenem Haar oder lang mit Bart und Turban,  jeder ist willkommen.

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