Ein idealer Start in den Sonntag

Ein großes Frühstück am Sonntag ist nicht nur lecker, es eignet sich hervorragend für das, was in der Arbeitswoche meist zu kurz kommt: Als Ruhepause im Alltag, in der die Familie ganz bei sich ist. Wie könnte ein perfektes Frühstück aussehen und was sollten wir dabei beachten? Dazu ein Interview mit der Ernährungswissenschaflerin Gabriele Stangl.

ZDF: Ist aus ernährungswissenschaftlicher Sicht der Spruch „Frühstücke wie ein Kaiser, esse zu Mittag wie ein König und zu Abend wie ein Bettler“ haltbar?

Gabriele Stangl: Nein, wann man etwas verzehrt ist egal. Viele haben am Morgen Hunger und sollten dann auch frühstücken, da sie sonst geneigt sind - zum Beispiel vormittags in der Arbeit –, zwischendurch eher ungünstige Nahrungsmittel zu essen. In anderen Ländern, wie beispielsweise Italien, fällt das Frühstück sehr spärlich aus, dafür ist das Abendessen umso umfangreicher – das schadet den Italienern aber offensichtlich nicht.

ZDF: Ist Kaffee ein gesundes Getränk am Morgen?

Stangl: Kaffee ist durchaus okay! Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, dass der Kaffee gesundheitlich problematisch sei. Einige Studien konnten sogar positive Wirkungen identifizieren z. B. antioxidative Effekte im Darm. Kaffeetrinker brauchen sich also nicht umzustellen.

ZDF: Der Körper hat seinen eigenen Biorhythmus: Je nach Tageszeit hat er verschiedene Leistungen zu erbringen und dazu braucht er bestimmte Stoffe. Mit welchen Nährstoffen ist dem Körper morgens am besten gedient?

Stangl: Es sollte von allem etwas dabei sein. Zum Auffüllen der Kohlenhydrate am besten Vollkornbrot oder Frischkornbrei. Dies bringt gleich noch Ballaststoffe, von denen wir üblicherweise zu wenig aufnehmen. Als Belag magere Wurst und magerer Käse oder für die „Süßen“ Magerquark – dies bringt Eiweiß – mit Früchten oder in Maßen Marmelade. Mit Fett (also Butter oder Margarine) sollte man sehr sparsam umgehen. Gebäckstücke sind eher ungünstig, denn sie liefern wenig Energie. Ein Frühstück sollte schon sattmachen, da man sonst geneigt ist, bereits am Vormittag mit dem Naschen anzufangen.

ZDF: Wie bewerten Sie das hochgepriesene Müsli?

Stangl: Fast alle Müslimischungen sind gesüßt, egal ob mit Haushaltszucker oder Fruktose – dies macht sie energiereicher als notwendig. Ich empfehle eigene Mischungen beispielsweise mit Haferflocken, Sonnenblumenkern, Leinsamen, Nüssen, Weizenkleie, mit frischem Obst und etwas Milch oder Magerjoghurt – aber eben ohne Zucker. Durch die Variation der Zutaten und Mengen lässt sich auch jeden Tag ein etwas anderer Geschmack herstellen. Ein solches Müsli führt dem Körper komplexe wenig-blutzuckerwirksame Kohlenhydrate (also Ballaststoffe) zu, viele Vitamine durch das Obst, Calcium durch die Milch oder den Joghurt.

ZDF: Viele Menschen essen morgens gerne süß. Nutella ist bestimmt aus Ihrer Sicht wenig empfehlenswert, oder? Und wie sieht es mit Marmelade aus?

Stangl: Nutella besteht nahezu nur aus Fett und Zucker, das ist nicht unbedingt optimal. Marmelade ist im Vergleich dazu etwas kalorienärmer, da das Fett fehlt. Von einem ernährungsphysiologisch hochwertigen Lebensmittel kann man wegen des hohen Zuckergehalts jedoch auch bei Marmelade nicht sprechen, aber moderate Mengen sind durchaus vertretbar.

ZDF: Was ist Sonntagmorgens auf Ihrem Frühstückstisch zu finden?

Stangl: Entweder nur Kaffee oder Kaffee mit einem Schälchen Haferflocken mit Obst und Milch – je nach meinem Hunger.

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