Eine Idee geht um die Welt

Die Geschichte des Weltjugendtages

Eigentlich sollte es ja nur eine einmalige Angelegenheit sein, das Treffen der Jugend im Jahr 1984 in Rom. Papst Johannes Paul II. hatte im Rahmen eines Heiligen Jahres auch junge Christen eingeladen und rund 300.000 Jugendliche waren gekommen. Inzwischen kommen alle zwei bis drei Jahre Menschen aus allen Ecken der Erde, um sechs Tage lang ihren Glauben zu feiern. In diesem Jahr treffen sich Leute im Alter von 16- bis 35 vom 23. bis 28. Juli in Rio de Janeiro zum Weltjugendtag (WJT). Die Organisatoren erwarten bis zu zwei Millionen Gäste und vier Millionen Teilnehmer beim Abschlussgottesdienst.

Nach dem Erfolg des ersten Treffens der Jugend im Jahr 1984 wurde Papst Johannes Paul II. schon im darauffolgenden Jahr bei einer ähnlichen Veranstaltung zur Botschaft inspiriert: Von nun an solle es dauerhaft einen Weltjugendtag geben, verkündete er. Jugendliche aus der ganzen Welt sollten sich regelmäßig treffen, um gemeinsam ihren Glauben zu leben.

Startschuss für eine Erfolgsgeschichte

Damit gab der Papst 1985 den Startschuss für eine Erfolgsgeschichte. Am Palmsonntag 1986 wurde in Rom der erste offizielle Weltjugendtag gefeiert. 1987 reiste der WJT, wie ihn die Jugendlichen nennen, dann gleich nach Buenos Aires. Inzwischen findet das Glaubensevent alle zwei bis drei Jahre statt, dazwischen gibt es regionale Treffen in den Diözesen.

Logo Weltjugendtag Rio 2013
Logo der aktuellen Veranstaltung Quelle: WYD Rio

Vor jedem Weltjugendtag reist das Weltjugendtagskreuz durch die Nachbarländer und das Land, wo das Jugendtreffen stattfindet. Seit 2003 begleitet auf Wunsch von Papst Johannes Paul II. eine Marien-Ikone das Kreuz. Um einige Tage verlängert wird der WJT seit 1997: Seitdem finden im Vorfeld die sogenannten "Tage der Begegnung" statt. Vier Tage lang sind die WJT-Gäste in den Diözesen des Gastlandes untergebracht, oft sogar in Gastfamilien; so sollen sie etwas vom kirchlichen und gesellschaftlichen Leben "vor Ort" erfahren. Das Programm enthält spirituell-religiöse, kulturelle und touristische Elemente und ist der Auftakt zum eigentlichen Weltjugendtag.

Auf (fast) allen Kontinenten

Nach gut 20 Jahren hat der Weltjugendtag fast alle Kontinente bereist, nur ein afrikanisches Land fehlt noch als Gastgeber. Ein Höhepunkt war sicher das Treffen im polnischen Tschenstochau (1991); nach dem Fall des eisernen Vorhangs konnten hier erstmals Jugendliche aus Osteuropa ungehindert an dem Glaubensfest teilnehmen. Bis heute unübertroffen ist der Zustrom, den der Weltjugendtag 1995 in der philippinischen Hauptstadt Manila erlebte: Vier Millionen Menschen feierten mit Papst Johannes Paul II. den Abschlussgottesdienst - eine der wohl größten Menschenansammlungen aller Zeiten!

Religiöses Megaevent in Köln

Aus deutscher Perspektive war natürlich der WJT in Köln 2005 ein besonderer Höhepunkt, nicht zuletzt, da es der erste Weltjugendtag von Papst Benedikt XVI. war. Er hat sich die Idee seines Vorgängers zu Eigen gemacht und schon kurz nach seiner Wahl keinen Zweifel daran gelassen, dass er die Tradition der internationalen Weltjugendtage fortsetzen wird. Nach Sydney machte der WJT erneut in Europa Station. Im Sommer 2011 wurde das Mega-Event in Madrid gefeiert.

Auch Papst Franziskus folgt der Tradition. Mit Spannung und Freude wird der neue Papst erwartet, dessen erste Auslandsreise nach Brasilien führt: "Mit Freude sehe ich dem kommenden Juli in Rio de Janeiro entgegen. Ich verabrede mich mit euch in dieser großen Stadt Brasiliens", sagte Franziskus während des Gottesdienstes auf dem Petersplatz in Rom am Palmsonntag. Was hat der lateinamerikanische Papst den Jugendlichen aus aller Welt zu sagen? Mehr als zwei Millionen Teilnehmer wollen zu dem Ereignis kommen.

Was nach Rio kommt, steht noch in den Sternen. Polen und Lettland sollen sich beworben haben. Nach der Abschlussmesse am 28. Juli wird es nun Papst Franziskus sein, der den Gastgeber für den nächsten Weltjugendtag bekannt gibt.

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