Einsatz gegen Missbrauch

Die Frauenrechtlerin Lea Ackermann

Gesellschaft | sonntags - Einsatz gegen Missbrauch

Lea Ackermann kämpft mit ihrer Hilfsorganisation Solwodi (Solidarität mit Frauen in Not) gegen Frauenhandel und Zwangsprostitution. Im Interview spricht sie über ihren Gang ins Kloster.

Beitragslänge:
1 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 30.03.2017, 10:11

Lea Ackermann kämpft weltweit gegen Frauenhandel, Sextourismus und Zwangsprostitution. Die streitbare Nonne gründetet vor 27 Jahren Solwodi - eine Hilforganistaion für Frauen in Not. Für ihren Einsatz bekam sie unter anderem das Bundesverdienstkreuz.

Verschleppung auch in Deutschland

Ministerpräsident Kurt Beck verleiht Lea Ackermann das Bundesverdienstkreuz
Ministerpräsident Kurt Beck verleiht Lea Ackermann das Bundesverdie... Quelle: ZDF


1985 begann die Ordensfrau im kenianischen Mombasa die Arbeit mit SOLWODI (Solidarity with Women in Distress - Solidarität mit Frauen in Not). Die Frauenhilfsorganisation beschäftigt derzeit 52 Mitarbeiterinnen in 15 Beratungsstellen für ausländische Frauen und sieben Schutzwohnungen in Deutschland, dazu kommen zehn Anlaufstellen in Kenia und jeweils eine in Ruanda und Rumänien.


Beratungs- und Bildungsangebote sollen geschädigten Frauen in die wirtschaftliche Selbstständigkeit führen. "Wir können helfen", versichert die promovierte Pädagogin und studierte Theologin, die 1960 dem Missionsorden "Unserer Lieben Frau von Afrika" beitrat. Lea Ackermann über Menschenhandel "Die Verhältnisse bessern sich nicht", lautet ihr Fazit. Die Ausbeutung sei heute weniger heimlich, sondern deutlich sichtbar, aber noch immer nicht weniger geworden. "Der Handel mit Frauen und Kindern muss als Verbrechen bestraft und eingedämmt werden." Frauen leiden in allen Ländern der Welt stärker unter Armut als Männer, sagt die Ordensschwester. Zu viele Frauen suchten in der Prostitution einen Ausweg. Verschleppung und Zwangsprostitution fänden auch täglich in Deutschland statt.

Kraft und Motivation schöpft Lea Ackermann aus ihrer "robusten Natur" und aus ihrer Frömmigkeit. "Ich kann nicht in der Nachfolge Jesu leben und über das schreiende Unrecht ohne konkretes Tun hinwegsehen", betont sie. Und sie bleibt ihrer Kirche treu, "über die ich mich manchmal wahnsinnig ärgere". In einer Welt, die immer weniger christliche Werte kenne, sei die Kirchenspaltung "völlig unsinnig".

Ehrungen für ein Vorbild

Lea Ackermann über ihre Hilfe Die heute 75-jährige wurde für Ihren Einsatz gegen Frauenhandel am 29. Februar mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. In seiner Laudatio würdigt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) Ackermann als Vorbild für Menschlichkeit und Solidarität. Es ist nicht die erste Ehrung für die gebürtige Saarländerin, die unter anderem schon mit dem Landes- und Bundesverdienstkreuz, dem Bullen-Orden des Bundes deutscher Kriminalbeamter und dem rheinland-pfälzischen Kinderschutzpreis bedacht wurde.

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