Die Mission der Christen

Von den Urchristen über Bonifatius bis heute

Gesellschaft | sonntags - Die Mission der Christen

Die Entwicklung der Missionierung: Von der Entscheidung der frühen Christen, auch Nicht-Juden zu taufen, bis hin zur Bekehrung der Wikinger und zur Christianisierung der Deutschen durch Bonifatius.

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 06.06.2019, 15:35

Pfingsten gilt als Beginn der christlichen Mission. Es entwickelte sich ein blutrünstiges Kapitel der Menschheit, nicht nur bei den Kreuzzügen auch in Deutschland. Doch nicht alle Religionen missionieren. Jude ist man, wenn man Kind einer jüdischen Mutter ist. Und die Römer integrierten fremde Götter einfach in ihr Pantheon.

Eigentlich hätte das Christentum mit dem Tod Jesu zu Ende sein müssen. Seine Anhänger waren verzweifelt und irren vereinzelt umher. Erst drei Tage später verleiht ihnen ihr Glaube, dass Jesus auferstanden ist, Zusammenhalt. 50 Tage danach ein weiterer Wendepunkt: Das Pfingstfest gilt als der Beginn der Missionierung. In der Bibel heißt es:

Und es geschah plötzlich ein Brausen vom Himmel wie von einem gewaltigen Wind und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. ... und sie wurden alle erfüllt von dem heiligen Geist und fingen an, zu predigen in andern Sprachen.

Petrus oder Paulus

Paulus
Paulus auf Wanderschaft

Friedlich mag das Leben der ersten Christen wirken. Doch im Hintergrund gibt es Streit. Zwei Urgesteine des Christentums standen sich gegenüber: Petrus und Paulus. Petrus will nur andere Juden zum Glauben an Christus bewegen. Paulus aber als römischer Bürger und in griechischer Umgebung aufgewachsen findet das zu engstirnig – der Glaube müsse allen offen stehen. Paulus setzt sich durch.

16.000 Kilometer soll allein Paulus gereist sein. Vor allem entlang der Handelswege breitet sich der neue Glaube aus, denn Handel braucht Vertrauen und ein gemeinsamer Glaube ist da ein wichtiger Baustein. Mit dem Wachstum beginnen die Konflikte: Verfolgung, Steinigung, Kreuzigung. Stephanus ist da nur der erste, der sein Leben verliert, wegen seines Bekenntnisses - er gilt als der erste Märtyrer. Erst im 4. Jahrhundert mit dem römischen Kaiser Konstantin kommt die Wende für die Christen – er soll sich auf dem Totenbett taufen gelassen haben.

Macht und Mission bei den Wikingern

Macht und Mission sind eng verwoben. Bei den Wikingern wird das besonders deutlich. Der Schrecken des Nordens ist auch der Schrecken der Christen. Das englische Kloster Lindisfarne gilt als das erste, das sie überfallen, die Bewohner, christliche Mönche und Missionare, werden grausam ermordet.

Das Blatt wendet sich, als sich der norwegische Wikinger Olaf Tryggvason taufen lässt, um damit seinen Machtanspruch als König zu zementieren. Widerstand gegen die Christianisierung bricht er militärisch. Um die Isländer zu missionieren und damit unter seine Herrschaft zu bringen, droht er, alle in Norwegen lebenden Isländer zu töten.

Wie Bonifatius die Germanengötter austreibt

Im 8. Jahrhundert versucht der gelehrte Benediktiner Winfried auf eigene Faust, die Friesen zu bekehren. Doch die wollen nicht den Glauben der Franken, ihrer Gegner, übernehmen. Erst als Winfried vom Papst die offizielle Aufgabe „Missionsbischof“ übertragen bekommt, zusammen mit dem neuen Namen „Bonifatius“ hat er mehr Erfolg. Mit Hilfe der Franken bekehrt er weite Teile des heutigen Deutschlands zum Christentum. Die Missionierung war eine Grundlage für das spätere Reich von Karl dem Großen.

Bonifatius mit Kreuz
Missionierte die Friesen: Bonifatius Quelle: ZDF

Den Glauben an den Germanengott Donar, der im Norden auch Thor heißt, treibt Bonifatius den Menschen aus. Bei Geismar fällt er eine heilige Eiche, die dem Donnergott gewidmet war. Die alten Götter verschwinden, zu Gunsten des Christengottes – nur in den Wochentagen Dienstag, Donnerstag und Freitag, sind Odin, Donar und Freia noch erhalten.

Ein Buch als Schutzschild

Im Alter, mit 80 Jahren, sind es dann doch die Friesen, die Bonifatius zum Verhängnis werden. Bei einer Missionsreise wird er zusammen mit seinen Begleitern erschlagen. Der Legende nach soll er allen verboten haben, sich zu wehren. Nur ein Buch mit theologischen Schriften soll er schützend über sich gehalten haben. Das Buch immerhin wird heute noch im Dom in Fulda aufbewahrt. Und Bonifatius gilt seither nicht nur als der Missionar Deutschlands – sondern auch als Schutzpatron der Buchhändler.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert auf Mein ZDF! Abo beendet Abo beendet

Sie wechseln in den Kinderbereich und bewegen sich mit Ihrem Kinderprofil weiter.