Leben retten

Jeder kann in Not geraten - und jeder kann aus Not helfen

Gesellschaft | sonntags - Leben retten

Frühmorgens in einer Bahnstation findet ein 18-Jähriger einen Mann auf den Gleisen, betrunken, zu schwer zum Bewegen. Es kommt keine Hilfe, in drei Minuten die S-Bahn, was tun?

Beitragslänge:
4 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.05.2019, 15:14

Es kann jederzeit passieren: Weil man im Straßenverkehr nicht aufpasst, wegen eines Missgeschickes, einer Naturkatastrophe oder aus Dummheit - auch aus purem Zufall gerät das eigene Leben in Gefahr. Jederzeit kann man selbst auch Zeuge von einer solch brenzligen Situation werden - wie dann reagieren? Und wer taugt zum Lebensretter?

Schwerer Verkehrsunfall
Beruf Lebensretter: Die Feuerwehr schneidet Unfallopfer aus Autowracks. Quelle: imago stock&people

"Du hast mein Leben gerettet!" - ein Satz, der zunächst etwas pathetisch klingt. Und doch kommt es gar nicht so selten vor, dass Menschen einander zu Lebensrettern werden und der Satz weniger Pathos als nüchterne Tatsachenbeschreibung birgt. Die Aufgabe ganzer Berufszweige ist es, anderen Menschen das Leben zu retten: Sanitäter und Ärzte, die schnellstmöglich Unfallopfer bergen und operieren. Onkologen, die in der Forschung tätig sind und dort mehr über Krebs herausfinden - und mit ihren Erkenntnissen Leben retten. Denn die Diagnose Krebs ist längst nicht mehr zwingend für alle Patienten ein Todesurteil.

Spektakulärer sind die Aktionen der Berufslebensretter auf See oder in den Alpen: Im Sturm gekenterte Segler aus der Nordsee zu retten umweht sogar ein Hauch von Abenteuer. Schlimm ist es freilich, wenn eine Rettung misslingt. Das beschäftigt dann auch die Profis: Hätte ich nicht mehr tun müssen? War die Taktik falsch, hätte ich schneller sein können?

Gefährliche Rettung in den Alpen

Dabei leben die Lebensretter häufig selbst gefährlich: Ein Bergretter, der Kletterer aus einer Felswand holen muss, begibt sich selbst für andere in Gefahr. Jedes Mal ein Wagnis, das man immer und immer wieder neu erzählen kann, wie es auch die ZDF-Serie "Die Bergretter" tut. Jedes Mal verunglücken Menschen in den Alpen, jedesmal rücken die Bergretter aus - und immer halten die Fernseh-Zuschauer die Luft an - und niemand wagt wegzuzappen, bis nicht alle gerettet sind.

Es gibt aber auch Menschen, die ohne von Berufs wegen Lebensretter zu sein, ihr eigenes Leben in Gefahr bringen, um das Leben anderer zu retten. "sonntags" berichtet zum Beispiel von einem Mann, der an einer menschenleeren S-Bahn-Station sieht, wie ein Betrunkener auf die Gleise stürzt, drei Minuten, bevor der Zug einfährt. Was tun? Wo ist die Grenze zwischen Mitmenschlichkeit und Leichtsinn?

Und es gibt die stillen Lebensretter, die sich selbst vielleicht gar nicht als solche wahrnehmen. Aber ohne die vielen Menschen, die Blut spenden oder die sich bei der Telefonseelsorge die Sorgen und Nöte von Fremden anhören, lägen einige schon im Grab.

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