Macht ein Erbe glücklich?

Mehr Vermögen wird an weniger Erben weitergegeben

Gesellschaft | sonntags - Macht ein Erbe glücklich?

Das Thema: Erben und Vererben. Manche erben Vermögen, andere nur eine Erinnerung. Im Studio: Freiherr Christian von Bechtolsheim, der mit seiner Firma die Vermögen wohlhabender Familien verwaltet.

Beitragslänge:
26 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 19.10.2017, 10:39

Diesen Traum träumen viele: Reich über Nacht! Ohne eigene Leistung plötzlich im Geld schwimmen. Vielleicht, weil ein Erbonkel ohne eigene Nachkommen im hohen Alter stirbt – und sich plötzlich herausstellt, wie vermögend er war. Für einige wird dieser Traum wahr: Die Nachkriegsgeneration vererbt ihr privates Wirtschaftswunder an die nur noch kleine Zahl an Enkeln. Andere erben nicht viel: Einen Erinnerungsgegenstand oder einen Haufen Müll. Auch davon erzählt "sonntags". Im Studio zu Gast: Freiherr Christian von Bechtolsheim, der mit seiner Firma die Vermögen wohlhabender Familien verwaltet.

Den reichsten zehn Prozent der Bundesdeutschen gehört etwas über die Hälfte des Vermögens im Land, dafür hat die ärmere Hälfte des Landes zusammen nur etwa ein Prozent des Vermögens auf der hohen Kante – das steht im Entwurf des neuen Armuts- und Reichtumsberichts der Bundesregierung, der Ende September veröffentlicht wurde. In den vergangenen zwanzig Jahren ist das Privatvermögen in Deutschland auf das Doppelte gestiegen: Zehn Billionen Euro besitzen wir Deutschen zusammen. Aber nur die wenigsten haben davon etwas abbekommen.

Aufstieg nach dem Krieg

Die Jahre nach dem Krieg waren eine Zeit der sozialen Durchlässigkeit. Das Bild des Unternehmers, der erzählt, wie er mit einer Idee und einem Bollerwagen angefangen hat, jetzt aber einen mittelständischen Betrieb mit 1000 Beschäftigten an drei Standorten führt: Dieses Bild gehört in die Vergangenheit. Die Enkel des Unternehmers sind eine Erbengeneration: Eine Studie des Deutschen Instituts für Altersvorsorge hat errechnet, dass in diesem Jahrzehnt 2,6 Billionen Euro vererbt werden. Und die meisten der Erben seien auch vor dem Erbe nicht arm gewesen.

Christian von Bechtolsheim, der mit seiner Firma die Vermögen besonders wohlhabender Menschen diskret verwaltet, sieht in einem großen Erbe auch Risiken: Viel Bargeld kann das Leben erst einmal versüßen. Aber es kann einen auch versklaven. Und meist werden ohnehin Sachwerte vererbt. Plötzlich hat man vielleicht Verantwortung für eine Firma, für die Menschen, die in ihr arbeiten. Nicht jeder nimmt eine solche Verantwortung gerne auf sich, sondern aus einem Pflichtgefühl heraus der Familie oder einer Region gegenüber.

Von Bechtolsheim selbst hat sich seinen eigenen Besitz erarbeiten müssen: Außer seinem Adelstitel hat er von seiner Familie nicht viel geerbt. Aus seiner Familiengeschichte weiß er: Vermögen kann auch den Bach runter gehen. Und es ist nicht das wichtigste, was Eltern ihren Kindern weitergeben können. Der "sonntags"-Studiogast gibt in seinem Haus und seinem Büro auch auf die emotionalen Fragen rund ums Erben Antworten:

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