Manege frei für kleine Artisten

Eine Gruppe ohne Unterschiede

"Nehmt jetzt euer Schwert und macht eins, zwei, drei." Während die einen sich von Zauberer Bobori den richtigen Umgang mit Schwertern zeigen lassen, lernen die andern Clownsakrobatik oder auch Feuerschlucken. Und wem das Ganze zu heiß wird, dem bietet der Pool eine willkommene Abkühlung.
Bei dem Ferien-Projekt im Wuppertaler Stadtteil Elberfeld können Kinder zwischen sechs und 14 Jahren das Zirkusleben hautnah erleben. Gemeinsam mit den Akrobaten der Familie Casselly studieren sie eine Woche lang eine Zirkusvorstellung ein. "Die Kinder können hier neue Erfahrungen sammeln und einfach lernen, sich selber auszuprobieren, vielleicht auch ein bisschen an ihre Grenzen zu gehen", erklärt Jutta Raschtuttis, die das Projekt leitet.



Das Besondere in diesem Jahr: Fünf Plätze sind jede Woche für Kinder mit Handicaps reserviert. "Toll finde ich, dass wir auch benachteiligte Kinder hier haben, bei denen nicht alles so gut klappt", sagt Zauberer Bobori und fügt hinzu: "Zum Schluss sind wir dann eine große Gruppe, und die Zuschauer können gar nicht mehr feststellen, wer besonders gut und wer schwächer war". Genau das ist für Jutta Raschtuttis eine der wesentlichen Aufgaben des Projekts: "Es geht nicht nur darum, eine Nummer einzustudieren, sondern in der Gemeinschaft, in der sozialen Gruppe neue Erfahrungen zu machen mit sich und mit anderen Kindern."

Frischgebackene Akrobaten

Fast 600 Kinder haben sich in diesem Jahr für das Ferien-Projekt der Stadt Wuppertal entschieden. Der Zulauf ist enorm. Schon seit mehreren Jahren arbeitet der Familienzirkus mit Kindern und trainiert sie im Jonglieren, Seiltanzen und Trapezturnen. Wer einmal mitgemacht hat, kommt gerne wieder. "Ich war früher schon hier als Kind dabei und jetzt macht es mir viel Spaß, selbst mit den Kindern zu arbeiten", sagt Meike, eine der ehrenamtlichen Betreuer, die jeweils für eine Gruppe verantwortlich sind.

Der Kinderzirkus verfügt sogar über eine eigene Pressegruppe, die eine spezielle Zeitung produziert. Ausgerüstet mit Kamera und Presseausweis gehen die kleinen Journalisten auf Recherche. Am Ende der Woche liegt die Zeitung dann druckfrisch auf der Theke mit vielen Interviews und Photos. Und dann heißt es für die anderen Mini-Akrobaten: fit machen für die Abschlussgala. Endlich werden sie ihren Eltern zeigen können, was in ihnen steckt.

Zaubern und Balancieren

Bei diesen sommerlichen Temperaturen ist mancher schon jetzt ganz schön geschafft. Hinter den Teilnehmern liegt eine Woche intensiver spielerischer Arbeit. Doch alle sind sie noch dabei, keiner hat schlapp gemacht und so wird hier fleißig gezaubert und balanciert. Sie alle haben hier so manchen Trick gelernt, zum Beispiel, wie man auf Nägeln stehen kann und dabei nicht verzweifelt.

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