Verfolgte Christen

Auf der Flucht vor dem Krieg

Gesellschaft | sonntags - Verfolgte Christen

Bei sonntags am 26.10.2014 geht es um die Verfolgung religiöser Minderheiten in den umkämpften Gebieten in Syrien und im Irak und die Situation der Flüchtlinge aus diesen Krisengebieten.

Beitragslänge:
29 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 24.10.2019, 10:33

Nach UNO-Angaben sind derzeit rund 1,8 Millionen Menschen im Irak auf der Flucht. 800.000 sind in die Kurdengebiete geflohen, vor dem Krieg in Syrien und den Kämpfern des „Islamischen Staats“ (IS). Die UNO wirft dem IS die gezielte Vernichtung religiöser Minderheiten vor, wie Christen, Jesiden, Schiiten. Allein in der Kurdenhauptstadt Erbil leben rund 30.000 christliche Flüchtlinge. Sonntags-Moderator Gert Scobel spricht mit ZDF-Korrespondent Uli Gack über die Situation - und Möglichkeiten zur Hilfe.

Hilfe aus Deutschland

Neben den großen Hilfsorganisationen versuchen auch irakischstämmige Christen in Deutschland ihren Heimatgemeinden im Nordirak zu helfen. Emanuel Youkhana, assyrischer Erzdiakon, bekommt Handyfotos seiner Gemeindemitglieder: Wie sie unter Brücken schlafen, auf der Flucht. „Wir waren nicht darauf gefasst, dass unsere eigenen Nachbarn uns vertreiben und ausplündern“, sagt er. „Jetzt bleibt nur die schlichte Aufgabe, Leben zu retten.“

Scheidung gegen Zwangsheirat

Ana Simon ist koptische Christin. Einst war sie Muslimin in Ägypten, verheiratet, hat zwei Kinder. Doch die Ehe verläuft unglücklich. Der Imam ist bereit, sie zu scheiden - wenn sie einen von ihm bestimmten anderen Mann heiratet. Sie wechselt die Religion, wird Christin und deswegen mit dem Tode bedroht. Inzwischen lebt sie in Deutschland, doch Angst hat sie immer noch – auch vor einer Radikalisierung von Muslimen in Deutschland.

Gegenwehr gegen Salafisten

Seit einiger Zeit beobachten Muslime, wie vor Schulen und Moscheen junge Männer jugendliche Muslime ansprechen. Es sind Salafisten, die Unterstützer werben - und Kämpfer im Irak. Rund 6000 Salafisten sind in Deutschland aktiv. In Berlin wollen Schulen und Moscheen die Anwerbeversuche nicht hinnehmen – ihre Vorschläge klingen aber noch eher hilflos.

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