Warum Holz statt Kunststoff?

Wenn von Natur die Rede ist, denken viele Menschen nicht an den weißen Sandstrand oder die alpine Bergspitze, sondern an den heimischen Wald. Er ist ein Sehnsuchtsort, der selbst Großstädtern noch das Gefühl vermitteln kann: Wir sind allein, hier kann ich Ruhe finden. Doch nicht nur als Erholungsort dient der Wald, sein Holz ist seit jeher wichtiges Brenn- und Baumaterial.

Der Wald hat stets eine mythische Seite. Für die Germanen lebten ihre Götter in den Wäldern und Goethe beseelte ihn lyrisch in seinem Gedicht „Ich ging im Walde“. Heute haben wir die Bedeutung des Waldes für die Natur und den Menschen erkannt, nicht umsonst wird der Regenwald die „grüne Lunge“ der Erde genannt.

Holz hält die Kälte ab

Seit Urzeiten benutzen Menschen Holz als Baumittel für Häuser, Tempel, Wagen, Möbel, Schiffe und vieles mehr. Trotz moderner Heiz- und Baustoffe wie Öl, Gas und Plastik hat das Holz aber Konjunktur. Immer mehr Menschen wünschen sich, im Einklang mit der Natur, also in einem Holzhaus, zu leben.

Terrasse eines Holzhauses
Ein Holzhaus ist nicht nur gemütlich, sondern auch prkatisch. Quelle: colourbox

Neben der wohnlichen Atmosphäre hat das auch praktische Gründe: Voll-Holzhäuser kommen ohne Zentralheizung aus, ein Ofen reicht meist aus, um das gesamte Haus zu heizen. Der Grund: Holz ist temperaturträge, das heißt es verändert seine Temperatur sehr langsam. Deswegen ist Holz der ideale Dämmstoff, es hält die Kälte von außen ab und hält die Wärme im Haus.

Idealer Rohstoff

Doch nicht nur als Baustoff ist Holz geeignet. Holz ist ein nachwachsender und klimaneutraler Rohstoff. Beim Verbrennen wird also nur so viel Kohlendioxid ausgeschieden, wie der Baum zum Wachsen aufgenommen hat. Immer mehr Holz wird in heimischen Öfen verfeuert, gerade in Zeiten der globalen Klimaerwärmung und dem baldigen Ende der fossilen Brennstoffe ein scheinbar sinnvoller Ansatz. Nicht nur das: Brennholz ist nur etwa halb so teuer wie Heizöl.

Doch schaden wir damit unseren Wäldern? Droht ihnen die Überholzung? Schließlich heizen ein Viertel aller deutschen Haushalte mit Holz, 2011 wurde erstmals wieder mehr Holz verbrannt als verbaut, belegen Zahlen einer Studie der Hamburger Universität. Fakt ist: Um Großstädte wie München ist Holz heute schon knapp, in ländlichen Regionen hingegen gibt es noch genügend Wald.

Den Wald vor dem Kahlschlag bewahren

Vor etwa dreihundert drohte der Wald in Deutschland schon einmal knapp zu werden – denn Holz war Energielieferant Nummer eins. Um den Wald vor dem totalen Kahlschlag zu bewahren, führte der Forstwissenschaftler Hans Carl von Carlowitz den Begriff der Nachhaltigkeit ein. Nur so viel Holz darf dem Wald entnommen werden, wie auch nachwächst. Eine Denkweise, die gerade heute wichtiger denn je erscheint.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet