Wenn es Weihnachten nicht gäbe...

Bonifatiuswerk setzt auf den heiligen Nikolaus

Den Weihnachtsschmuck rausholen, das Festessen planen, Geschenke besorgen - all das gehört zu Weihnachten. Selbst wer sich dem verweigert und Weihnachten vielleicht im Ausland am Strand verbringt: Es ist kaum möglich, der Weihnachtsstimmung, die sich überall breit macht, zu entfliehen. Doch was wäre, wenn es Weihnachten gar nicht gäbe? Was würde uns fehlen? Und wie sehen das die Kirchen, die das Fest schließlich "erfunden" haben? Das Bonifatiuswerk streitet heute für eine "Weihnachtsmannfreie Zone".

Sie betreiben eine Art von Markenschutz. Allerdings nicht für Waren und Dienstleistungen, sondern für einen Heiligen. Seit elf Jahren kämpft das in Paderborn ansässige Bonifatiuswerk der deutschen Katholiken mit der Aktion "weihnachtsmannfreie Zone" für den "echten" heiligen Nikolaus.

Anti-Weihnachtsmann-Plakat des Bonifatius-Werks
Plakat zur "Weihnachtsmannfreien Zone"

Das Symbol für dieses Engagement ist der Schokoladennikolaus mit Mitra und Bischofsstab. Er hat sich mittlerweile zu einem echten Verkaufsschlager entwickelt: Mehr als 70.000 Stück wurden in diesem Jahr schon verkauft. "Wir sind ausverkauft", zog das Bonifatiuswerk am Mittwoch eine Erfolgsbilanz.

Vorfahrt für den Nikolaus

"Nikolaus und Weihnachtsmann zu unterscheiden, fällt Kindern zunehmend schwerer, zu sehr ist der Weihnachtsmann mit Bommelmütze und rotem Bademantel in den Medien und auf der Straße präsent", sagt die Sängerin Maite Kelly, die sich für die Aktion seit fünf Jahren engagiert und gerade in München eine "weihnachtsmannfreie Zone" ausgerufen hat. "Der Nikolaus trägt eben Bischofsstab und Mitra und ist mit seinen Legenden ein unschätzbar wertvolles Glaubensvorbild für die Kleinsten", begründet Kelly ihr Ziel, dem Weihnachtsmann die "Rote Karte" zu zeigen. "Der Nikolaus symbolisiert die Nächstenliebe.Und vor allem ist er, anders als der Weihnachtsmann, keine Erfindung."

Der Generalsekretär des Bonifatiuswerks, Georg Austen, zieht eine positive Bilanz der Aktion: Es sei gelungen, den heiligen Nikolaus als Freund der Kinder und Helfer von Menschen in Not wieder mehr ins Bewusstsein zu bringen. "Trotzdem dürfen wir nicht nachlassen." Im Gegensatz zum Weihnachtsmann verkörpere Nikolaus christliche Werte, die für die Gesellschaft grundlegende Bedeutung hätten, darunter Uneigennützigkeit, Nächstenliebe und selbstloses Handeln.

Spektakel und Spekulatius

Für diesen Markenschutz hat sich das Bonifatiuswerk einiges einfallen lassen: In Paderborn präsentiert die Organisation am 6. Dezember den weltgrößten Nikolaus-Spekulatius. Kirchengemeinden und Schulen verkaufen auf Adventsmärkten die Nikoläuse mit Mitra und Bischofsstab aus fair gehandelter Schokolade. Ortschaften erklären sich oder ihre Adventsmärkte für weihnachtsmannfrei. Jugendverbände setzen sich mit Aktionen wie "Vorfahrt für den Nikolaus" oder "Den Weihnachtsmann gibt's nicht" für den Heiligen ein.

Das Bonifatiuswerk ist mit einem Anliegen nicht allein: Auch der Malteser Hilfsdienst engagiert sich seit 16 Jahren unter dem Signet des beliebten Heiligen. Jeweils um den Nikolaustag besuchen ehrenamtliche Helfer alte und arme Menschen sowie Kinder und beschenken sie. In diesem Jahr beteiligen sich rund 2.500 ehrenamtliche Malteser in 100 Städten, um 50.000 Hilfebedürftige zu erreichen.

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