Sie sind hier:

Alkoholsucht - Anzeichen und Folgen

Alkoholsucht

In Deutschland sind über 1,7 Millionen Menschen alkoholabhängig - eine Sucht, die sowohl Betroffene als auch Angehörige stark belastet. Auch Nathalie Stüben war alkoholabhängig. Bei Volle Kanne berichtet sie über ihren Weg aus der Sucht.

Datum:
15.01.2020
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Männer sind von Alkoholsucht etwa doppelt so oft betroffen wie Frauen, ansonsten verteilt sich die Krankheit gleichmäßig über alle Altersgruppen und Schichten. Die Abhängigkeit entwickelt sich meist ganz allmählich und manche Menschen sind dafür anfälliger als andere. Zu den Risikofaktoren gehören eine gewisse genetische Veranlagung sowie bestimmte Persönlichkeitsmerkmale wie zum Beispiel die Neigung, Probleme eher zu verdrängen, als sich ihnen zu stellen. Aber auch ein Freundeskreis, in dem regelmäßig und viel Alkohol konsumiert wird, kann den Weg zur Sucht ebnen.

Merkmale einer Alkoholsucht

Für die Diagnose einer Abhängigkeit gibt es verschiedene Kriterien. Dazu gehören ein starkes Verlangen nach Alkohol, eine nachlassende Wirkung bei gleicher Trinkmenge, was dazu führt, dass immer mehr getrunken wird, körperliche Entzugserscheinungen bei Abstinenz, ein Vernachlässigen des sozialen Lebens, ein Verlust der Kontrolle über den Konsum und ein Weitertrinken trotz bereits bestehender, alkoholbedingter Schäden.

Liegen drei von diesen Merkmalen vor, geht man von einer Alkoholabhängigkeit aus. Beim Verdacht auf die Sucht können auch spezielle Fragebögen helfen, außerdem gibt es bestimmte Laborwerte, die deutliche Hinweise auf einen übermäßigen Alkoholkonsum liefern können.

Alkoholentzug in drei Phasen

Der Weg aus der Sucht gelingt in der Regel nur durch Hilfe und Unterstützung von außen. Die Therapie gliedert sich dann in drei Phasen: Die körperliche Entgiftung vom Suchtmittel, die Entwöhnung in Form einer stationären oder ambulanten Maßnahme und die Nachsorge in Form von Einzel- und Gruppengesprächen und Selbsthilfegruppen. Die ambulante Nachsorge erfolgt in Suchtberatungsstellen und dient dazu, die Abstinenz langfristig zu festigen. Sie wird in der Regel noch während der stationären Entwöhnung beantragt, sodass ein nahtloser Übergang möglich ist.

Die erste Phase der Entgiftung findet in der Regel unter ärztlicher Begleitung statt. Das ist wichtig, da es aufgrund des langen Alkoholkonsums im Gehirn zu Veränderungen im Botenstoffhaushalt gekommen ist. Bei der ein-bis zweiwöchigen Entgiftung kann es in Einzelfällen zu lebensbedrohlichen Entzugserscheinungen kommen, unter anderem zu Entgleisungen des Herz-Kreislauf-Systems oder geistigen Verwirrtheitszuständen.

Auch wenn die körperliche Abhängigkeit überwunden ist, bleibt oft eine psychische Abhängigkeit vom Alkohol lange Zeit bestehen. Daher ist die zweite Phase der Entwöhnung essenziell. Sie findet in Reha-Kliniken statt und dauert etwa 15 Wochen. Hier lernen die Patienten ihr dysfunktionales Verhalten (Trinkverhalten) durch funktionale alternative Verhaltensweisen zu ersetzen. Zum Beispiel lernen Patienten mit Stress und Emotionen besser umzugehen und sich gezielt zu entspannen – statt dazu Alkohol oder Medikamente zu konsumieren.

Mögliche Gründe für eine Alkoholsucht bei Frauen

Es gibt viele Gründe, die in eine Alkoholsucht führen können. Bei Frauen sind es häufig Traumatisierungen, darunter vor allem Entwicklungstraumatisierungen in der Kindheit, aber auch später im Erwachsenenalter – ausgelöst zum Beispiel durch sexualisierte, körperliche oder emotionale Gewalt. Durch den Suchtmittelkonsum wird versucht, die Folgen des Traumas zu dämpfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind Mehrfachbelastungen, beispielsweise durch Beruf, Haushalt, Familie und Partnerschaft, die zu einer Überforderung führen können. Besonders typisch für Frauen ist dabei: Sie trinken, um weiter zu funktionieren – also um runterzukommen, mehr auszuhalten und weiterhin die Aufgaben erfüllen zu können. Aus Angst die Kinder oder den Partner zu verlieren, vor Kontakten mit dem Jugendamt oder Gewalt vertrauen sie sich niemandem an.

Meist ist die Suchtmittelabhängigkeit bei Frauen nicht die einzige Diagnose, sondern überlagert häufig die Symptome der primären Diagnose wie Depressionen, Angststörungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Weitere Gesundheitsthemen

Helen Fares im Gespräch

WISO - Krank durch Stress 

  • Untertitel

Ob bei der Arbeit oder im Alltag mit Familie und Freunden: Stress gehört zu unserem Leben dazu. Aber was tun, wenn alles zu viel wird? Das will WISO-Reporterin Helen herausfinden.

26.10.2020
Videolänge
Arbeit auf Drogen: Wenn Leistungsdruck zur Sucht führt

WISO - Arbeit auf Drogen 

Ritalin, Nikotin, Kokain – Für manche ist es Alltag, heimlich Drogen zu nehmen, um mehr arbeiten zu können. Stefan (Name geändert) nahm fast täglich Crystal Meth. Er erzählt von seiner Abhängigkeit …

21.09.2020
Videolänge
Depression: Wenn Therapie das Leben rettet

WISO - Depression: Wenn Therapie das Leben rettet 

  • Untertitel

Depression ist ein Tabuthema. Besonders Männern fällt es oftmals schwer, sich professionelle Hilfe zu suchen. Der 35-Jährige Andy Feind will das Schweigen brechen und mit dem Stigma aufräumen.

31.08.2020
Videolänge
Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Zur Altersprüfung

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Möglicherweise hast du einen Ad/Script/CSS/Cookiebanner-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert. Falls du die Webseite ohne Einschränkungen nutzen möchtest, prüfe, ob ein Plugin oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus.