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Antikörper-Spritze gegen Migräne

Seit zwei Jahren ist die Antikörper-Spritze gegen Migräne zugelassen. Betroffene Patient*innen berichten, dass sie dadurch deutlich weniger Attacken haben. Allerdings ist die Behandlung teuer und die Krankenkasse übernimmt nur unter bestimmten Vorausset...

Videolänge:
5 min
Datum:
10.09.2021
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 10.09.2023

Etwa zehn Prozent aller Menschen leiden unter Migräne. Es ist erforscht, dass es sich bei der Migräne um eine neurologische Erkrankung handelt. Sie wird häufig vererbt. Forscher vermuten, dass Nervenfasern, die zu den Blutgefäßen im Kopf laufen, durch Stress aktiviert werden. Botenstoffe werden freigesetzt, die die Blutgefäße erweitern.

Trigger kennen

Die Migräneattacke beginnt mit Kopfschmerzen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Sehstörungen, Übelkeit und Erbrechen. Häufig geht einem Migräneanfall eine Migräneaura voraus. Betroffene leiden dann unter optischen Wahrnehmungsstörungen wie beispielsweise gezackte Linien im Sichtfeld, Sprachstörungen, Gereiztheit oder Müdigkeit. 

Für Migräne-Betroffene ist es besonders wichtig, mögliche Auslöser, also Trigger, für eine Migräne zu kennen. Denn nur so kann man schnell reagieren. Die Migräne-Trigger unterscheiden sich von Mensch zu Mensch. Stress, Schlafmangel, zu wenig trinken, Fasten, Menstruation oder hormonelle Schwankungen sind einige Trigger für eine mögliche Migräneattacke. Für die meisten Betroffenen ist ein unregelmäßiger Lebensalltag Gift.

Akuttherapie mit Triptanen

Wenn Schlaf und Reizabschirmung nicht mehr hilft, kommen sogenannte Triptane zum Einsatz. Das sind migränespezifische Medikamente. Sie blockieren die neurovaskuläre Entzündung und verengen die geweiteten Blutgefäße. Allerdings sollten Betroffene grundsätzlich bei der Einnahme von Schmerzmitteln vorsichtig sein. Ein zu häufiger Gebrauch von Triptanen kann zu einem chronischen Kopfschmerz führen, der nur durch einen Entzug von Triptanen unterbrochen werden kann.

Prophylaktische Therapie durch Spritze

Die Migräne-Spritze ist das erste spezifische Arzneimittel zur Prävention der Migräne. Mit ihr werden Antikörper verabreicht. Diese Antikörper blockieren die körpereigenen Botenstoffe, die bei der Entstehung der Migräne eine Rolle spielen. Die Spritze verabreichen sich die Patient*innen monatlich selbst. Die prophylaktische Migräne-Spritze ist noch relativ neu auf dem Markt und sie ist verhältnismäßig teuer. Deshalb übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Migräne-Spritze nur, wenn alle anderen Medikamente wie Betablocker, Anti-Depressiva, Anti-Epileptika oder Herzmedikamente erfolglos waren.

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