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Down-Syndrom und Demenz

Kind mit Trisomie 21

Menschen mit Down-Syndrom leiden oft auch unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Problemen mit dem Magen-Darm-Trakt. Gerade mit zunehmendem Alter tritt auch eine Demenz vermehrt auf.

Datum:
21.03.2017
Verfügbarkeit:
Video leider nicht mehr verfügbar

Die durchschnittliche Lebenserwartung von Menschen mit Down-Syndrom steigt - führt allerdings auch zunehmend zu Demenz-Erkrankungen. Besonders häufig beobachtet man die Zunahme einer speziellen Form der Demenz (Atypische Alzheimer-Erkrankung vom Typ DAT). Für Angehörige und Pflegepersonal bedeutet das eine besondere Herausforderung.

Demenz kommt früher und häufiger vor

Die Alzheimer Erkrankung tritt bei Menschen mit Down-Syndrom (DS) früher in Erscheinung als in der Gesamtbevölkerung und auch im Vergleich zu Menschen mit einer anderen geistigen Behinderung. Sie tritt meist jenseits von 50 Jahren auf. Bereits 2004 veröffentlichte die Deutsche Alzheimergesellschaft eine Statistik, laut der 75 Prozent aller Menschen mit Down-Syndrom zwischen 60 und 69 Jahren von Alzheimer betroffen sind. In der Gesamtbevölkerung hingegen sind es in dieser Altersgruppe lediglich 1,7 Prozent.

Krankheitsverlauf mit und ohne Down-Syndrom gleich?

Unruhezustände, plötzliche Angst und Verwirrtheit können bei Menschen mit Down-Syndrom ein frühes Anzeichen für die Alzheimer Krankheit sein. Menschen ohne geistige Behinderung entwickeln oft unbewusste Strategien, um diese ersten Symptome einer Demenz zu verbergen. Betroffene mit DS können das nicht. Nahestehenden Personen fällt im Alltag meist sehr schnell auf, dass „etwas nicht stimmt.“ Trotzdem wird die Demenz nicht immer sofort erkannt. Vielmehr werden die Symptome dem Alter oder der geistigen Behinderung zugeschrieben oder fälschlicherweise eine Depression diagnostiziert. Experten fordern daher schon länger die Einführung eines Screenings, um eine frühzeitige Diagnosestellung zu sichern.

Der weitere Verlauf der Demenz ist bei Menschen mit und ohne DS derselbe: nachlassende geistige und emotionale Reaktionen, Apathie oder Aufregung, Erregbarkeit, Wutanfälle, Verlust des erworbenen Wortschatzes sowie nachlassende persönliche Hygiene. Bei Menschen mit DS schreitet die Demenz allerdings um ein Vielfaches schneller voran. Es gibt sogar Fälle, die die verschiedenen Stadien innerhalb eines Jahres oder sogar innerhalb weniger Monate durchlaufen.

Ein Leben lang fördern

Da die Lebenserwartung von Menschen mit geistigen Behinderungen erheblich gestiegen ist und weiter steigt, wird es immer wichtiger, Demenzerkrankungen zu erkennen, um angemessene Behandlung und Pflege zu ermöglichen. Denn trotz der Symptome kann die Lebensqualität Betroffener weiter aufrechterhalten werden, wenn man sich auf ihre Bedürfnisse einstellt und sie nicht überfordert. Viele Werkstätten für Menschen mit Behinderungen haben inzwischen einen speziellen Arbeitsförderbereich, in dem Betroffene eine besondere Betreuung bekommen und leichte Arbeiten verrichten können. Für Betroffene, die bisher im familiären Umfeld lebten, kann der Wechsel in eine betreute Wohnstätte Entlastung für alle Beteiligten bringen.

Fachkräfte sind sich sicher: Zum Down-Syndrom gehört zwar immer eine Beeinträchtigung der geistigen Fähigkeiten und eine verzögerte psychomotorische Entwicklung. Doch das Entwicklungsniveau kann in gewissen Grenzen durch die heutigen Erziehungs- und Fördermethoden positiv beeinflusst werden. Wie die übrige Bevölkerung können Menschen mit Down-Syndrom ein Leben lang lernen. Deshalb sollten sie unbedingt eine lebenslange Förderung ihrer kognitiven, sozialen und lebenspraktischen Fähigkeiten erhalten. Eine frühe, intensive Förderung und soziale Integration kann langfristig auch den geistigen Verfall und das Altern aufhalten.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der Deutschen Alzheimer-Gesellschaft!

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