Floristen locken uns schon seit Wochen mit den in Gewächshäusern gezogenen Schnitttulpen. Diese zeigen sich in ihrer Farbenpracht und Formenvielfalt jetzt auch auf dem Balkon oder im Garten. Während Schnittblumen speziell für die lange Haltbarkeit in der Vase gezüchtet sind, gibt es für den Topf oder das Gartenbeet andere Sorten.
Tulpen-Sorten für Balkon und Garten
Es gibt in der Tat einige Tulpen-Sorten, die nur eine Saison blühen, da sie keine ausreichenden Tochterzwiebeln ausbilden. Für den Garten sind somit Sorten ideal, die möglichst über Jahre hinweg wiederkommen und sich gut über die Tochterzwiebeln vermehren. Garten-Expertin Anja Koenzen empfiehlt folgende Sorten:
- rote, lilienblütige Aladin
- pinkfarbene Jaqueline
- purpurviolette Recreado
- orange-rote und duftende Ballerina
- orangefarbene Orange Emperor
- rosa gefüllte Peach Blossom
- rosa-weißfarbene und duftende Angelique
- dunkelviolette Queen of the Night
- weiße White Triumphator
- Darwin-Tulpen,
- Viridiflora-Tulpen (mit grünem Strich auf der Blüte)
- Forsteriana- Tulpen
- Greigii-Tulpen
- niedrige Wildtulpensorten
- Botanische Tulpen mit meist kleineren Blüten, die dafür jedoch wenig Sonne vertragen
Tulpen-Pflege
Tulpen sind grundsätzlich Sonnenkinder. Sie mögen einen warmen, sonnigen Platz und einen durchlässigen Boden. Da Tulpen keine Staunässe mögen, sollte bei lehmiger Erde etwas Sand oder Kies ins Pflanzenloch gegeben werden. Sobald die Pflanze ihre Blätter zeigt, sorgt etwas Dünger später für viele schöne Blüten.
Wer jetzt vorgezogene Tulpen kauft, setzt sie so tief in die Erde, wie sie auch im Topf standen. Bei der Pflanzung im Herbst gilt die Faustregel, sie doppelt bis drei Mal so tief zu setzen wie die Zwiebel hoch ist.
Tulpen nach der Blüte
Die verblühten Tulpenblüten sollten entfernt werden. So steckt die Pflanze ihre Kraft nicht in die Samenbildung, sondern in die Ausbildung von Tochterzwiebeln, die nächstes Jahr zur Blüte kommen. Das gelb werdende Laub darf allerdings nicht entfernt werden – auch wenn es unschön aussieht. Das gilt für alle Zwiebelblüher wie Narzissen, Schneeglöckchen und Hyazinthen. Denn erst wenn das Laub komplett gelb geworden ist, hat die Zwiebel genügend Reservestoffe für das nächste Frühjahr gesammelt. Perfekt ist daher eine Kombination mit anderen Pflanzen, die im Laufe des Mais kräftig wachsen und mit ihren Blättern das unschöne Laub der Tulpen kaschieren – zum Beispiel Storchschnabel, Frauenmantel, Pfingstrosen.
Spar-Tipp für schöne Balkonkästen: Wer wenig Platz auf Balkon oder Terrasse zur Verfügung hat, möchte diesen selbstverständlich optimal nutzen und nicht wochenlang auf gelb werdende, traurig aussehende Blätter von verblühten Zwiebelpflanzen schauen. „Deshalb lohnt es sich, die Zwiebelpflanzen in einem kleineren Topf in den Kasten zu setzen und nach der Blüte bis zum zeitigen Frühjahr an einem anderen Ort zu stellen“, erklärt Anja Koenzen.
Dahlien, Lilien, Iris, Begonien & Co: Sommerblüher jetzt pflanzen!
Bei Zwiebelblühern denken viele ausschließlich an klassische Frühjahrsblüher wie Schneeglöckchen, Krokusse, Narzissen, Hyazinthen und natürlich Tulpen. Dabei gibt es so zahlreiche lohnenswerte Sommerblüher wie Dahlien, Iris, Gladiolen und Lilien, die ebenfalls aus Zwiebeln und Knollen erwachsen. Für einige von ihnen ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, um sie in die Erde zu bringen. Tipp von Anja Koenzen: Alle zehn Tage zwischen März und Mai einige Zwiebel- und Knollenblüher in die Erde bringen, so kommen die Triebe nach und nach aus der Erde und man verlängert den Blühzeitraum.
Dahlien vorziehen – wie geht das?
Quelle: Imago/Mint Images
Dahlien stammen aus Südamerika und gehören zu den nicht winterharten und somit frostempfindlichen Knollengewächsen. Das junge, frisch ausgetriebene Grün der Dahlien ist eine Lieblingsspeise von Schnecken. Oft bleibt nichts von den neuen Trieben übrig. Anja Koenzen empfiehlt, die Pflanzen ab April in Töpfen vorzuziehen. Wenn im Mai die schon vorgezogenen Dahlien auspflanzt werden, haben sie ein für die Schnecken nicht mehr so wohlschmeckendes Alter und eine passende Größe erreicht. Ein weiterer Pluspunkt: die Blütenpracht kann früher starten.
So funktioniert das Vorziehen:
1. Leere Töpfe mit frischer Blumenerde füllen.
2. Ganz gleich ob man Dahlien im Topf vorzieht oder in den Garten pflanzt – wichtig ist, dass die Knollen nur flach unter die Erde gesetzt werden. Eine Schicht von circa drei bis fünf Zentimeter reicht vollkommen.
3. Die Knolle so einsetzen, dass der Teil mit dem Stengelaustrieb des letzten Jahres wieder nach oben zeigt. Falsch herum gelegte Knollen entwickeln Wachstumsstörungen und Fehlbildungen.
4. Etwas Erde darüber geben und an einen hellen, sonnigen Platz stellen.
5. Anfangs nur sparsam gießen, damit die Knollen nicht faulen. Sobald sich das erste Grün zeigt, mehr gießen und auch leicht düngen.
Wenn keine Nachtfröste mehr drohen dürfen die Pflanzen nach draußen und können wie normale Topfpflanzen ins Beet gesetzt werden. Je höher die Wuchshöhe der Sorte, desto mehr Platz braucht sie. Für hohe Sorten gilt die Faustregel pro Quadratmeter eine Pflanze zu setzen, für kleinere Sorten reicht ein Abstand von 75 Zentimetern. Mignon-Dahlien, die meist kleiner als 30 Zentimeter werden, können dichter gepflanzt werden.
Dahlien-Pflege
Dahlien brauchen viel Sonne, damit sie reichlich blühen. Sie lieben einen humusreichen, aber durchlässigen Boden mit genügend Feuchtigkeit. Sie freuen sich über Kompost oder abgelagerten Mist, der mit ins Pflanzloch gegeben wird.
Hohe Dahliensorten müssen während des Sommers gestützt werden. Diese Stützen sollte man bereits beim Pflanzen einsetzen. Dekorativ und preiswert sind Stützen aus Naturmaterialien wie beispielsweise junge Hasel- oder Birkenzweige. Diese können bis zur Blüte der Dahlien zudem ein attraktiver Blickfang sein, wenn sie beispielsweise mit kleinen Blütenvasen oder zu Ostern mit Osterschmuck dekoriert werden.