Die Wittelsbacher

Bauherren und Kunstsammler

Schloss Neuschwanstein

Gesellschaft | ZDF Royal - Die Wittelsbacher

Die Dynastie der Wittelsbacher, eines der ältesten europäischen Adelshäuser, hat Bayern geprägt und deutsche Geschichte geschrieben.

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Was wäre Bayern ohne Schloss Neuschwanstein, München ohne Oktoberfest und Ludwigstraße? Die Dynastie der Wittelsbacher, eines der ältesten europäischen Adelshäuser, hat Bayern geprägt und deutsche Geschichte geschrieben. Ihre Könige beflügeln noch heute die Phantasie der Menschen.

Der kulturbeflissene König Ludwig I., der aus München eine prächtige Residenzstadt machte und wegen seiner dramatischen Affäre mit der Hochstaplerin Lola Montez den Thron verlor. Märchenkönig Ludwig II., der seine Traumbauten in die entlegensten Winkel der bayerischen Bergwelt setzte und dessen Tod im Starnberger See noch heute Fragen aufwirft. Bürgerkönig Ludwig III., von seinen Zeitgenossen „Milchbauer“ genannt, der die Festkultur zum Höhepunkt brachte und im Strudel des Ersten Weltkriegs doch zum Totengräber der bayerischen Monarchie wurde.

Schillernde Gestalten

In der Dokumentation porträtiert Annette von der Heyde die wohl schillerndsten Herrschertypen der Dynastie, spricht mit Nachfahren wie Franz Herzog von Bayern, seit 1996 Chef des Hauses Wittelsbach, über das Leben der Familie heute und den Umgang mit ihrer wechselvollen Geschichte. Wäre Bayern noch eine Monarchie, dann wäre Franz heute König, denn auf ihre Thronrechte haben die Wittelsbacher nie verzichtet. Der Kunstliebhaber und Mäzen erlebte als Elfjähriger während des Dritten Reichs Gewalt und Todesangst in den Konzentrationslagern Sachsenhausen, Flossenbürg und Dachau, wohin die Nazis ihn und seine Familie verschleppten. 2014 war der Wittelsbacher, der in direkter Linie auch von den Stuarts abstammt, als King Francis II. im Gespräch - als Anwärter auf den schottischen Thron. Als „charmantes historisches Kuriosum“, lehnte Herzog Franz dieses Ansinnen freundlich ab.

Der ehemalige Rennfahrer Leopold Prinz von Bayern, genannt „Poldi“, betont im Interview die anhaltende Beliebtheit seines Hauses in Bayern - einer Dynastie ohne Skandale, ohne Dünkel, wie er sagt. Vertreter der jüngeren Generation wie Ludwig Prinz von Bayern und seine Schwester, die Verhaltensforscherin Auguste zur Lippe, geborene von Bayern, leben in der Tradition, engagieren sich auf sozialen und wissenschaftlichen Gebieten. Prinz Ludwig ist Initiator und Förderer von ehrgeizigen Entwicklungsprogrammen in Kenia, wo er sich oft monatelang aufhält. Prinzessin Auguste setzt sich für ein Naturkundemuseum in Schloss Nymphenburg in München ein.

Anhand ausgewählter Biografien reflektiert der Film die Geschichte der Wittelsbacher – vor allem im 19. und 20. Jahrhundert. Familienmitglieder gewähren persönliche Einblicke hinter die historischen Kulissen, Historiker beleuchten Höhen und Tiefen der noch immer von vielen Mythen umrankten Vergangenheit des Adelshauses.

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