Königliche Hochzeit

Wenn sich die Royals das "Jawort" geben

Sie sind die pompösesten Großereignisse unserer Zeit - die Königshochzeiten dieser Welt. In der Dokureihe "Königliche Hochzeit" blickt ZDF-Royal auf die großen Hochzeiten an den europäischen Höfen zurück.

Prinz William und Kate Middleton (2008)
Prinz William und Kate Middleton (2008) Quelle: reuters

Abertausende säumen den Weg zur Kirche und jubeln dem Brautpaar zu; bis zu einer Milliarden Menschen schalten weltweit die Fernseher ein und verfolgen live die Zeremonie vor dem Altar. Sich dem Zauber königlicher Hochzeiten zu entziehen ist nicht mühelos.

Thronfolge abgesichert

Die Monarchen von heute präsentieren sich dem Volk von ihrer besten Seite und setzen dabei auf jahrhundertealte Traditionen: Die Fahrt in der Goldenen Kutsche, uralte Geschmeide, traumhafte Kleider, schnittige Uniformen und glamouröse Gäste - bei kaum einer anderen Gelegenheit kommen so viele edle Gewänder und funkelnde Juwelen zum Einsatz.

Mary und Frederik von Dänemark in Hochzeitskutsche
Mary und Frederik von Dänemark in Hochzeitskutsche Quelle: dpa

Doch ist es nicht nur das Märchenhafte, das so fasziniert. Wenn sich Königskinder das "Jawort" geben, ist es auch ein deutliches Signal an das Volk: Die Dynastie wird fortbestehen, denn nach der Hochzeit folgt ja in der Regel bald der der Nachwuchs auf dem Fuße.

Liebe vs. Kalkül

Natürlich hat das Tradition: Bereits im Mittelalter ging es darum, die eigene Machtposition durch geschickte Heiratspolitik zu sichern. Besonders beliebt waren Prinzen und Prinzessinnen aus fernen Ländern, weil deren Familien kaum Einfluss auf die inneren Angelegenheiten des jeweiligen Reiches nehmen konnten. Mit Liebe hatten diese arrangierten Ehen nur selten zu tun.


Die Königstochter Margrethe I. von Dänemark wurde nicht gefragt, als sie im Jahre 1363 im zarten Alter von zehn Jahren mit dem 22-jährigen König Haakon von Norwegen verheiratet wurde. Bis ins 20. Jahrhundert waren solche "Vernunftehen" aus strategischem Kalkül in royalen Kreisen die Regel. Die Wenigen, die dagegen aufbegehrten, riskierten eine Staatskrise. Als Kronprinz Harald im Jahr 1968 seine bürgerliche Freundin Sonja gegen alle Widerstände doch noch heiratete, blieb der europäische Hochadel der Hochzeit fern.

Einzug der Bürgerlichen

Charles von England, dessen arrangierte Ehe mit Diana in einer Katastrophe mündete, war der letzte Kronprinz, der sein persönliches Glück der Dynastie opferte. Erst nach jahrelangem Versteckspiel durfte er mit der bürgerlichen Camilla, der Frau seines Herzens, den Bund fürs Leben schließen.

Hochzeit von Charles und Camilla
Hochzeit von Charles und Camilla Quelle: reuters

Die Monarchen von morgen haben daraus ihre Lehre gezogen. Was noch vor fünfzig Jahren fast undenkbar schien, ist heute Alltag: Bürgerliche Geliebte werden nicht mehr versteckt, sondern geheiratet. Während die Vorfahren der jungen Royals zumeist noch von Privatlehrern und Gouvernanten großgezogen wurden, wachsen die Königskinder heute so "normal" wie möglich auf. Überall auf der Welt können sie ihre Traumfrau oder ihren Traummann finden: An Universitäten, bei Sportveranstaltungen, auf Partys oder im Fitnessstudio - so wie Victoria von Schweden ihren Daniel.

Spiele, die verzaubern

Viktorias Vater, der schwedische König Carl Gustaf, hatte es vorgemacht: Er lernte die schöne Hostess Silvia Sommerlath bei den Olympischen Spielen in München kennen und lieben. Dass Medaillen-Gipfel es in sich haben, hat auch der dänische Kronprinz Frederik erfahren: Seiner Mary kam er in einer Kneipe in Sydney während der olympischen Spiele näher.


Ob in Norwegen, Dänemark, Spanien oder Holland - längst stehen junge Frauen, die nicht dem Hochadel entstammen, auf dem Sprung zur Königin. Und auch weitere Bastionen bröckeln: In Großbritannien sind die Prinzen William und Harry in Begleitung "bürgerlicher" Freundinnen zu sehen. Liebe adelt.

Ein Märchen wird wahr

Den Königshäusern Europas scheint die Öffnung zum Bürgertum nicht geschadet zu haben. Seitdem das Märchen vom Aschenputtel Wirklichkeit geworden ist, begeistern sich mehr Menschen denn je für die Welt der Royals. Auch wenn die bürgerlichen Bräute ihre neue Rolle erst lernen mussten, machen sie ihren Job, abgesehen von manchem Fauxpas, erstaunlich gut. Wie Letizia, Mary, Mette-Marit und Máxima wird auch Daniel Westling, der zukünftige schwedische Prinzgemahl, die Etikette von der Pike an lernen, das Protokoll pauken und sich zurücknehmen. Ob sich der ehemalige Fitnesstrainer in seiner neuen Rolle zurechtfindet, wird die Zukunft weisen.

Anlässlich der Hochzeit der schwedischen Kronprinzessin Victoria mit Daniel Westling am 19. Juni 2010 blickt die Redaktion Zeitgeschichte/Zeitgeschehen in der Dokumentarfilmreihe "Königliche Hochzeit" auf die großen Hochzeiten bei Hofe zurück. Denn bei diesen seltenen Großereignissen zeigt jedes Land sein ganz persönliches Charisma, seine uralten Traditionen und modernen Sitten. "Königliche Hochzeit" blickt hinter die Kulissen und erzählt von Vernunftehen und romantischen Liebesgeschichten, von nervenaufreibenden Vorbereitungen, einem komplizierten Protokoll und all den kleinen und großen Pannen, die es zumal bei Hofe gibt, wenn die Paare vor den Augen der Welt "Ja" zu einander sagen.

Um unser Web-Angebot optimal zu präsentieren und zu verbessern, verwendet das ZDF Cookies. Durch die weitere Nutzung des Web-Angebots stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Näheres dazu erfahren Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Gemerkt! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Abonniert! Abo beendet