Haltung wahren!

Wie Sie bei der Queen einen guten Eindruck hinterlassen können

Fans von Queen Elizabeth II. am 24.06.2015

Gesellschaft | ZDF Royal - Haltung wahren!

Die Queen ist zu Besuch in Berlin. Worauf muss man achten, wenn man auf die Majestät trifft? Wie trinkt man richtig Tee, und darf man Selfies machen?

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"Her Majesty" ist da! Seit Monaten laufen die Vorbereitungen für den fünften Staatsbesuch der Queen auf Hochtouren. Seit 63 Jahren ist sie im Amt. Alleine diese Zahl flößt schon Respekt ein. Zudem scheint sie immer Haltung zu wahren. Anders als Gatte Prinz Philip, der sich schon so manche verbale Entgleisung erlaubt hat, macht Elizabeth II. offenbar keine Fehler – zumindest nicht, wenn sie sich in der Öffentlichkeit bewegt.

Zugegeben, die Wahrscheinlichkeit, dass die Queen in den kommenden drei Tagen auf Sie zukommt und Sie in ein Gespräch verwickelt, ist gering. Ganz auszuschließen ist es aber auch nicht. In Berlin, Frankfurt oder Celle wird sie sich der Öffentlichkeit zeigen und auf diesen Moment sollten Sie dann vorbereitet sein.


Auf der Webseite der britischen Königshauses steht zwar, es gäbe keine offiziellen Vorschriften für den Umgang mit der Queen, aber dennoch gibt es - ein Brite würde wohl sagen - "Traditionen", auf deren Einhaltung die Monarchin wert legt.


Garderobe, die die Queen amused

Queen Elizabeth II. und Hayruennisa Gül
Queen Elizabeth II. und Hayruennisa Gül Quelle: picture alliance / Photoshot

Wer zu einem Fest mit der Queen eingeladen wird, lässt Minirock und Hawaiihemd besser im Schrank. Auch Jeans und T-Shirt dürfen nicht mit zur royalen Feier.


Damen sollten in einem - bitte nicht zu kurzen - Kleid oder Kostüm, Herren in Uniform oder Anzug der Queen gegenübertreten. Vorsicht mit High-Heels: Schuhe mit übermäßig hohen Absätzen gelten als unhöflich. Die Ehefrau des türkischen Staatspräsidenten Gül fiel 2011 in England unangenehm auf, als sie zum Staasempfang mit extrem hohen Plateauschuhen anreiste. Sympathiepunkte gibt es dagegen für das Tragen von Hüten, Handschuhen oder Orden. Elizabeth II. liebt fröhliche Farben, deshalb wünscht sie sich bei den meisten Veranstaltung bunte Kleidung. Die Queen sieht die Welt eben nicht nur schwarz und weiß.


Smalltalk gern - aber bitte nicht anfassen!

Die Begrüßung geht immer von der Queen aus. Sie wird auf Sie zukommen, denn die Königin entscheidet, wen und wann sie grüßt. Bei der Begrüßung sieht sie es gerne, wenn Männer leicht den Kopf senken und Frauen einen Knicks zumindest andeuten. Die Hand der Queen darf geschüttelt werden, aber nicht zu fest. Wenn Sie sie das erste Mal ansprechen, dann mit „Your Majesty“. Im weiteren Verlauf des Gesprächs wird es dann schlichter: Ein einfaches "Ma'am" gilt als angemessen.
Auch wenn Sie den Drang verspüren: Außer dem Handschlag gilt: Berühren verboten. Die Queen abbusseln oder ihr den Arm auf die Schulter legen geht gar nicht. Michelle Obama machte genau das, bei ihrem Besuch 2009 im Buckingham Palace.


Im Gespräch bestimmt die Queen das Thema und die Länge der Unterhaltung. Besonders gerne spricht sie über Pferderennen, die Natur oder die Kultur des jeweiligen Landes. Wichtig ist: Die Smalltalk-Ebene wird nicht verlassen. Und: Die Queen setzt die Themen und wechselt sie auch - wenn es ihr gefällt. Ein Themenwechsel geht immer und ausschließlich von ihr aus.

Vom Sitzen, Essen und Fotografieren

grossbritannien, elizabeth ii. von und barack obama - beim staatsbankett 2011
Barack Obama und Elizabeth II. beim Staatsbankett 2011

Egal ob beim Mittagessen im Frankfurter Rathaus oder beim Staatsbankett in Berlin: Keiner setzt sich, bevor die Queen nicht Platz genommen hat. Und: Das Mahl beginnt, wenn die Queen anfängt zu essen.


Anschließend verlassen die Gäste ihren Tisch erst, wenn die Königin aus dem Saal gegangen ist. Es wäre extrem unhöflich zwischendurch aufzustehen, um mit anderen Gästen am Nachbartisch zu plaudern. Handys sind lautlos oder noch besser ganz auszuschalten. Ebenso sollten Sie keine Handyfotos machen, die Queen wünscht weder Selfies noch private Fotos, schon erst recht nicht solche, auf denen sie gerade kaut. Aber nicht nur Foto-Sammler müssen wir enttäuschen: Auch Autogrammjäger gehen royales Beute nach Hause. Nach Autogrammen zu fragen ist nicht erwünscht!


Geschenke - es kommt drauf an, was man einpackt ...

Man könnte davon ausgehen, dass die Queen ohnehin alles besitzt. Dennoch freut sie sich auch nach Jahrzehnten im Amt über Geschenke. Der Buckingham Palast veröffentlicht sogar jedes Jahr eine Liste mit allen Geschenken, die die Mitglieder der Firma, wie die Queen die royale Familie nennt, erhalten haben.
Wenn Sie ein Geschenk überreichen wollen, rechnen Sie damit, dass es öffentlich zur Schau gestellt werden kann. Sehen Sie also von Scherzartikeln, aber auch Tieren ab. Die Queen gilt als Tierliebhaberin, was ihr durchaus skurrile Geschenke eingebracht hat. Laut Buckingham Palace gehörten zu den "ungewöhnlichsten Geschenken" Schildkröten, ein Elefant namens Dumbo und ein Kanarienvogel. Dieser wurde ihr übrigens 1965 bei ihrem ersten Deutschlandbesuch überreicht.


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