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Fishermen Without Hauls

Struggling for survival on the Baltic Sea

International | ZDFenglish - Fishermen Without Hauls

Every season could be his last: fisherman Steffen Schnorrenberg from the Hiddensee island is a fisherman with heart and soul – but actually he can’t really afford that kind of job.

Beitragslänge:
30 min
Datum:
Verfügbarkeit:
Video verfügbar bis 02.09.2018, 23:59

Zu dritt fahren sie jede Nacht zu den Heringsnetzen raus: Ob in der erlaubten Fangzeit aber genug Hering ins Netz geht und zu welchem Preis er die Filets absetzen kann? Ein tägliches Hadern. Von einst 1000 Fischern in Mecklenburg-Vorpommern sind heute noch 255 übrig.

Und um den Nachwuchs ist es schlecht bestellt - zu unattraktiv scheinen die beruflichen Aussichten: Der Berufsstand der ostdeutschen Kutter- und Strandfischer steckt seit der Wende in einer Krise. Schuld seien vor allem die verschärften Fangquoten der EU und die Dumpingpreise, die von der industriellen Hochseefischerei vorgegeben werde, schimpft Fischer Schnorrenberg: "Ohne einen radikalen Kurswechsel hat die Ostseefischerei, wie wir sie machen, keine Zukunft".

Strandfischer Roberto Brandt wohnt am anderen Ende von Rügen. Baabe ist in der Hauptsaison ein Touristenmagnet. Von der traditionellen Fischerei alleine kann er aber nicht leben: "Wer damals nicht vorgesorgt hat und sich etwas Zusätzliches aufgebaut hat, ist heute kein Fischer mehr." Brandt hat vorgesorgt: Sein kleines Imbiss-Lokal "Zum Fischer" hat in Baabe Kultstatus. Der urige Seebär gehört hier neben dem geräucherten Aal wie selbstverständlich zum Gesamtpaket. Das bedeutet aber auch, dass Roberto Brandt zwei Jobs machen muss: Morgens fährt er mit Sohn Jan zur See hinaus. Ab Mittags steht er meist zusammen mit seiner Frau im Laden. Wie lange kann er dieser Doppelbelastung standhalten?

Und doch gibt es einen, der fest an die Zukunft glaubt: Matthias Schilling aus Schaprode auf Rügen ist kein Fischer. Er ist Gastronom. Und er setzt alles auf den Erhalt der Ostseefischerei: "Den Leuten reicht es heute nicht mehr, hier einfach nur Urlaub zu machen. Touristen kommen, um etwas zu erleben - das Regionale, das Urtümliche, eben das ganz Besondere. Und dazu gehören die Fischer hier nun mal zwingend dazu."

Schilling, der gleich eine Reihe von gastronomischen Einrichtungen vor Ort betreibt, hat sich deswegen die Rettung der Fischer auf die Fahnen geschrieben. Und er hat im großen Stil investiert: Im Sommer soll nach Monaten der Entwicklung und Produktion sein eigens kreierter "Hiddenseer Kutterfisch" als regionale Spezialiät in den Handel gehen - hergestellt und vertrieben von den Fischern selbst. Zu fairen Preisen und vor allem saisonunabhängig könnten die Konserven die Rettung für die Fischer bedeuten. Doch dafür müssen die sich verkaufen. Bei der Eröffnung des eigenen Konservenladens auf Hiddensee wird sich zeigen, ob die Rechnung aufgeht und die Spezialität den Geschmack der Urlauber trifft. Zur Eröffnung hat sich auch Bundeskanzlerin Angela Merkel angekündigt.

Die "ZDF.reportage" hat die Ostsee-Fischer über Wochen begleitet und zeigt den Überlebenskampf in einem vom Aussterben bedrohten Beruf.

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