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Afghanistan: Rettungsflüge wurden gestoppt

Seit die Terrorgruppe Taliban in Afghanistan an der Macht ist, haben viele Menschen dort große Angst und wollen das Land verlassen. Doch Deutschland und viele andere Länder haben die Rettungsflüge beendet.

Militärflugzeuge unterschiedlicher Länder hatten tagelang Menschen aus Afghanistan ausgeflogen, denen dort durch die Taliban besonders Gefahr droht. Am Flughafen in der Hauptstadt Kabul drängten sich Tausende, um einen Platz in einem der Flugzeuge zu bekommen.

Viele Menschen warten dicht gedrängt vor dem Flughafen in Kabul
Dicht an dicht drängen sich die Wartenden und hoffen auf einen Platz in einem der Flugzeuge.
Quelle: dpa

Ende August hatte der US-amerikanische Präsident Joe Biden erklärt, dass die Rettungsflüge der US-Militärflugzeuge enden sollen. Viele andere Länder, darunter auch Deutschland, haben ihre Flüge ebenfalls beendet.

Afghanische Familien steigen in US-Militärflieger
Afghanische Familien steigen in einen US-Militärflieger.
Quelle: AP / U.S. Marine Corps

Warum es die Rettungsflüge gab

Mit Unterstützung einiger anderer Länder hatten die USA 20 Jahre lang Soldatinnen und Soldaten nach Afghanistan geschickt. Auch deutsche Soldatinnen und Soldaten von der Bundeswehr waren vor Ort. Sie sollten die Terrorgruppe Taliban bekämpfen und für Frieden und Sicherheit in Afghanistan sorgen.
Vor einiger Zeit haben die USA entschieden, ihren Einsatz in Afghanistan zu beenden und ihre Soldaten abzuziehen. Die anderen Länder machen das Gleiche.

Nun hat die Terrorgruppe Taliban wieder die Macht übernommen. Die Taliban haben es ausgenutzt, dass nur noch wenige ausländische Soldatinnen und Soldaten im Land sind.

Viele Menschen fürchten sich nun vor einer Gewaltherrschaft der Taliban, so wie es sie früher schon einmal gab. Deshalb wollen viele so schnell wie möglich das Land verlassen. Was damals unter der Herrschaft der Taliban in Afghanistan los war und wer die Taliban sind, könnt ihr im verlinkten Artikel nachlesen.

Bevor die letzten Soldatinnen und Soldaten Afghanistan verlassen haben, sollten sie helfen, Menschen vor den Taliban in Sicherheit zu bringen. Dafür wurden tagelang Tausende Menschen mit Militärflugzeugen aus Afghanistan in andere Länder gebracht.

Wer ausgeflogen werden sollte

Welche Menschen ausgeflogen wurden, das haben die Länder entschieden, die die Rettungsflüge organisiert haben.

Afghanisches Mädchen sitzt auf einem Feldbett in einem Übergangslager für Flüchtlinge in Ramstein
Diese Menschen haben es geschafft: Sie sind aus Afghanistan raus und vorerst nach Deutschland gebracht worden.
Quelle: ap

Die deutschen Militärflugzeuge sollten den Menschen helfen, die in Afghanistan für Deutschland gearbeitet haben. Denn besonders ihnen droht durch die Taliban Gefahr. Die Taliban halten nämlich Menschen, die für eine andere Armee oder generell für ein anderes Land gearbeitet haben, für Verräter und könnten sich mit Gewalt an ihnen rächen.

Diese Menschen sollen ausgeflogen werden:

Die deutschen Militärflugzeuge haben Tausende Menschen nach Deutschland gebracht. Doch Tausende Weitere konnten noch nicht gerettet werden bevor die Rettungsflüge beendet wurden. Die deutsche Regierung sucht nun nach neuen Möglichkeiten, um die zurückgebliebenen Menschen trotzdem noch zu retten.

Weshalb die deutsche Bundesregierung kritisiert wird

In Deutschland sind jetzt viele Menschen richtig wütend auf die deutschen Politikerinnen und Politiker. Sie finden: Die Afghanen, die für Deutschland gearbeitet haben, hätten schon viel früher in Sicherheit gebracht werden müssen. Schon vor Monaten war klar, dass sie besonders in Gefahr sein würden, wenn die ausländischen Soldaten abziehen.

Kritiker sagen: Die deutsche Bundesregierung hat die Warnungen über die Lage in Afghanistan nicht ernst genug genommen. Die zuständigen Politikerinnen und Politiker haben nicht damit gerechnet, dass die Taliban das Land so schnell erobern würden. Stattdessen haben sie bei der Rettung der sogenannten Ortskräfte wichtige Zeit verplempert und sich nicht gut genug um sie gekümmert.

Übrigens: Auch andere Länder haben die Situation in Afghanistan falsch eingeschätzt.

Diesen Text hat Carolin geschrieben.

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