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Ein Staudamm wird 50

Hier erfahrt ihr mehr über den Assuan-Staudamm, der das Land Ägypten sehr beeinflusst hat. Am 15. Januar 1971 wurde er feierlich eröffnet.

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Ägypten ist ein Land in Nordafrika, das hauptsächlich aus Wüste besteht. Doch dort fließt auch der Fluss Nil, der dafür sorgt, dass große Teile des Landes fruchtbar sind. Da es früher in Ägypten aber häufig zu Dürre oder zu Überflutungen kam, wurde die Ernte oft zerstört und Lebensmittel waren knapp. Deshalb kam schon vor mehr als hundert Jahren die Idee auf, einen Staudamm im Nil zu bauen, um die Wassermassen besser kontrollieren zu können.

Ein komplizierter Bau

Der alte Assuan-Staudamm.
Der alte Assuan-Staudamm im Jahr 1929. Er war zu niedrig und wurde oft überschwemmt.
Quelle: imago images / United Archives International

Als der Bau des Staudamms zum ersten Mal geplant wurde, war Ägypten noch eine Kolonie und von Großbritannien beherrscht. Die Briten verdienten dort damals viel Geld mit dem Anbau von Baumwolle. Für den Baumwollanbau wurde viel Wasser benötigt. Deshalb ließen die Briten von 1898 bis 1902 den ersten Staudamm am Nil bauen. Doch dieser war zu klein - er war "nur" 30 Meter hoch und wurde oft überflutet. Außerdem reichte das Wasser, welches in dem so entstandenen Stausee aufgefangen wurde, nicht aus, um die Felder zu bewässern. Es war klar: Ein neuer Staudamm muss her. Doch es dauerte noch viele Jahrzehnte, bis dieser fertig war. Denn das war ein unglaublich großes Projekt, an dem von 1964 bis 1971 ungefähr 30.000 Menschen arbeiteten. Der Bau wurde zu großen Teilen von der Sowjetunion bezahlt. Die Sowjetunion schickte auch viele weitere Arbeitskräfte nach Ägypten. Für alle Arbeiter wurde sogar eine eigene Stadt gebaut, in der sie wohnten. Die Bauarbeiten waren nicht ungefährlich, dabei starben etwa 400 Menschen.

Der Staudamm heute

Assuan-Staudamm
Ein Teil des neuen Assuan-Staudamms in Ägypten.
Quelle: imago images / photothek

Der neue Assuan-Staudamm ist viel größer als der erste. Das Bauwerk ist 111 Meter hoch, 980 Meter breit und knappe vier Kilometer lang! Der Damm staut das Wasser des Nils zu einem See auf: dem Nassersee. Dieser ist riesig, ungefähr zehnmal so groß wie der Bodensee in Deutschland. Mit seinem Wasser können Bauern ihre Felder das ganze Jahr lang bewässern und bepflanzen. Das ist sehr wichtig, denn diese Region zählt zu den bevölkerungsreichsten der Welt. Das heißt, dass dort sehr viele Menschen auf engem Raum zusammenleben. Der Staudamm trägt dazu bei, dass sie immer ausreichend Lebensmittel anbauen können. Die Staumauer reguliert auch den Wasserstand des Nils, durch sie kommt es viel seltener zu Überschwemmungen oder zu Dürre. Das hat viele Leben gerettet, da so Hungersnöte verhindert werden konnten. Außerdem wird durch Wasserkraft mit dem Staudamm auch Strom erzeugt und das Wasser des Sees dient auch als Trinkwasserreserve.

Folgen für Natur und Kultur

Viele Menschen sind sich nicht einig, ob der Bau des Staudamms wirklich eine gute Idee war, denn er bringt auch einige Nachteile. Durch den riesigen Assuan-Staudamm wurde die Natur in Ägypten aus dem Gleichgewicht gebracht. So wird zum Beispiel die Wasserqualität des Nils schlechter. Da mit diesem Wasser die landwirtschaftlichen Felder gegossen werden, leiden auch die Ackerböden darunter.

Auch für die Ägypterinnen und Ägypter hatte der Bau des Staudamms große Folgen. Dort wo heute der riesige Stausee ist, lebten vorher viele Menschen. Sie wurden gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen. Für etwa 100.000 Bewohner musste also ein neuer Ort gefunden werden, an dem sie leben können. Der damalige Staatschef Ägyptens, Präsident Gamal Abdel Nasser, ließ für diese Menschen einige Kilometer entfernt neue Dörfer bauen, in denen sie leben können. Expertinnen und Experten sind heute der Meinung, dass dieses Projekt gelungen ist. Studien zeigen, dass diese Menschen heute an ihrem Wohnort zufriedener sind.

Der Abu Simbel Tempel in Assuan
Der Abu Simbel-Tempel, der wegen des Staudamms an einen anderen Ort versetzt wurde.
Quelle: imago images / Xinhua

Doch nicht alles ist so glatt gelaufen: Die Menschen aus dieser Region hatten viele Kulturstätten, die für sie sehr wichtig waren. Das waren zum Beispiel Tempel oder Festungen. Die stammten noch aus der Zeit der Pharaonen, die wahrscheinlich um 3.000 vor Christus begann - also vor mehr als 5.000 Jahren. Manche Tempel wurden durch den Staudamm zerstört oder versanken im Nassersee. Andere Bauwerke wurden durch mühsame Arbeit abgebaut und an andere Orte versetzt.

Wie an anderen Staudämmen wird auch am Assuan-Staudamm Strom erzeugt. Wie das geht, steht hier!

Wasserkraftwerk

logo! - Vor- und Nachteile von Staudämmen 

Wie das funktioniert, erfahrt ihr hier.

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Diesen Text hat Amelie geschrieben.

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