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Sprechende Bakterien

Nicht mit uns, aber untereinander verständigen sich Bakterien. Ihre "Sprache" funktioniert ohne Geräusche. Eine Forscherin und ein Forscher aus den USA haben das herausgefunden und dafür jetzt einen wichtigen Wissenschaftspreis gewonnen.

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Mehr als 10.000 unterschiedliche Bakterien-Arten leben im menschlichen Körper. Und sie leisten dort wirklich wichtige Arbeit. Zum Beispiel helfen sie uns, Essen zu verdauen. Andere schützen uns vor Krankheiten.
Aber es gibt auch fiese Bakterien, die eigentlich nicht in unseren Körper gehören. Wenn sie es doch schaffen einzudringen, können sie uns sehr krank machen.

Der lange gelbe Faden ist ein Bakterium, das in der Blase eine Entzündung auslösen kann.
Der lange gelbe Faden ist ein Bakterium, das in der Blase eine Entzündung auslösen kann.
Quelle: dpa

Diese winzig kleinen Lebewesen leisten also richtig viel.

Kein Wunder, dass Bakterien von vielen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern weltweit erforscht werden.
Zwei von ihnen, Bonnie Bassler und Michael R. Silverman, haben sich eine einleuchtende Frage gestellt:
Wie schaffen es diese winzig kleinen Lebewesen überhaupt, so große Leistungen zu vollbringen? Denn wer so klein ist, kann ja eigentlich nicht so stark sein.

Bonnie Bassler und Michael R. Silverman
Bonnie Bassler und Michael R. Silverman haben für ihre Forschung den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Preis gewonnen
Quelle: Foto Bassler: Bonnie L. Bassler/Privat/dpa; Foto Silverman: Florence McCall/dpa

Was sie herausgefunden haben, ist ziemlich cool und für die Medizin auch super wichtig.

Bakterien arbeiten nur im Team. Einzeln können sie nichts ausrichten und fangen erst gar nicht an zu arbeiten. Erst wenn genügend von ihnen zusammenkommen, beginnen sie mit ihrer Arbeit.
Um herauszufinden, ob sie allein sind oder im Team, sprechen sie miteinander. Statt Worten senden sie winzig kleine Teilchen aus. Nur andere Bakterien können diese Teilchen empfangen. Je mehr Bakterien zusammenkommen, desto mehr Teilchen senden und empfangen sie. Ab einer bestimmten Menge wissen sie: "Jetzt sind wir genug und können loslegen mit unserem Job".

Ganz neue Möglichkeiten, gefährliche Bakterien zu bekämpfen

Dass Bassler und Silverman das herausgefunden haben, hilft Forscherinnen und Forschern weltweit, neue Mittel gegen krankmachende Bakterien zu finden.

Solche Medikamente müssten dafür sorgen, dass diese Bakterien nicht mehr miteinander sprechen können. Sie würden dann also keine kleinen Teilchen mehr aussenden, oder könnten die Teilchen der anderen nicht mehr empfangen. So könnten sie nicht herausfinden, ob sie genügend sind, um ihre Arbeit zu tun und würden damit auch gar nicht erst loslegen. Sie könnten dann nicht mehr krank machen.

Es gibt schon Medikamente gegen Bakterien.

Es gibt bereits Medikamente gegen krankmachende Bakterien. Antibiotika heißen die. Sie töten die Bakterien ab und sorgen so dafür, dass wir wieder gesund werden.

Doch mit Antibiotika gibt es zwei Probleme:

  1. Viele von ihnen töten nicht nur die krankmachenden Bakterien ab, sondern auch die, die wichtige Arbeit in unserem Körper machen. Sie bringen so vieles in unserem Körper durcheinander.
  2. Das noch größere Problem: Die Antibiotika verlieren immer öfter ihre Wirkung.

Weil weltweit sehr viele Menschen mit Antibiotika behandelt werden, haben sich einige Bakterien-Arten schon an die Medikamente gewöhnt und gelernt, sie auszutricksen. Sie haben sich im Laufe der Zeit verwandelt und sind resistent geworden. Das heißt, die Antibiotika können ihnen nichts mehr anhaben.

So kommt es, dass Menschen immer häufiger an Bakterien erkranken, gegen die kein oder fast kein Antibiotikum mehr hilft. Dadurch sterben auch immer wieder Menschen.

Bonnie Bassler und Michael R. Silverman haben nun mit ihrer Forschung eine Idee geliefert, wie man gefährliche Bakterien anders bekämpfen kann. Das ist also ein riesiger Erfolg.
Den Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstädter-Preis, den sie dafür erhalten haben, haben sie also wirklich verdient!

Diesen Text hat Carolin geschrieben.

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