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Flüchtlingscamp auf Lesbos platzt aus allen Nähten

Die Zahl der Bootsflüchtlinge, die über das Mittelmeer Europa erreichen, ist deutlich gesunken - doch nicht auf der griechischen Insel Lesbos. Dort kamen am Donnerstagabend mehr als 500 Menschen gleichzeitig an.

Es waren 13 Schiffe gleichzeitig, die am Donnerstagabend auf der griechischen Insel Lesbos ankamen. An Bord: Mehr als 500 Menschen, fast die Hälfte von ihnen Kinder. Viele von ihnen sind geflohen, weil es in ihrer Heimat Krieg und Gewalt gibt - zunächst in die Türkei. Von dort aus sind sie mit Schiffen über das Mittelmeer weiter nach Griechenland gereist. In der Türkei wollten sie nicht bleiben, weil die Türkei viele von ihnen in ihre Heimat zurückschickt.

Erklärstück: Syrische Flücjtlinge an der Grenze zur Türkei
Viele Geflüchtete schickt die Türkei in ihre Heimat zurück, auch wenn dort gekämpft wird.
Quelle: ZDF

Schiffe hätten eigentlich nicht fahren dürfen

Griechenland ist jetzt ziemlich sauer auf die Türkei. Denn eigentlich war 2016 vereinbart worden, dass die Türkei Flüchtlinge, die ohne Erlaubnis weiter in die EU reisen wollen, aufhalten soll. Warum trotzdem so viele Schiffe ungestört Richtung Griechenland aufbrechen konnten, ist noch unklar. Griechische Politiker haben der Türkei nochmal deutlich gemacht, dass sie erwarten, dass die Türkei sich an die Abmachung hält.

Archiv: Das Flüchtlingslager Moria am 29.04.2019
Zelt an Zelt - in dem Flüchtlingslager Moria leben viel zu viele Menschen.
Quelle: dpa

Flüchtlingscamp auf Lesbos völlig überlaufen

Die Geflüchteten wurden in das Flüchtlingscamp Moria auf Lesbos gebracht. Doch da waren auch schon vorher viel zu viele Menschen. Das Camp ist eigentlich für etwa 3.000 Menschen gebaut - jetzt leben dort mehr als 11.000. Die Geflüchteten leben dort unter furchtbaren Bedingungen. Viele schlafen in wackeligen Zelten unter feuchten Decken. Sie müssen sich mit etwa 70 anderen Menschen eine Toilette teilen - dadurch sind die Toiletten extrem schmutzig und unhygienisch. Die Gefahr, krank zu werden ist deshalb sehr hoch. Doch Ärzte gibt es in dem Lager viel zu wenige. Und auch sonst können sich die Helfer nicht genug um diese vielen Menschen kümmern. Oft kommt es auch zu Gewalt und viele fühlen sich dort nicht sicher.

ZDFtivi | logo! - So leben die Menschen in dem Flüchtlingscamp

Schon im vergangenen Jahr hat logo! mit diesem Beitrag über das völlig überfüllte Camp auf Lesbos berichtet.

Videolänge:
2 min

Griechenland fordert Hilfe

Griechenland hat die anderen Länder der EU aufgefordert zu helfen, damit es die Menschen besser versorgen kann. Außerdem fordern viele, dass die Geflüchteten besser und gerechter auf die verschiedenen EU-Länder aufgeteilt werden müssten. Griechenland selbst hat jetzt erstmal beschlossen, möglichst viele Menschen von der Insel Lesbos auf das griechische Festland zu bringen, um das Camp Moria wenigstens etwas zu entlasten.

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