Sie sind hier:

Streit um Abholzung für Braunkohle

Ein Expertenteam soll einen Plan entwickeln, wie in Deutschland weniger Strom aus Kohle produziert werden kann. Umweltschützer des BUND drohen jetzt, aus dieser Expertengruppe auszusteigen. Grund dafür ist eine geplante Abholzung im Hambacher Forst.

Datum:

Die Bundesregierung will in Zukunft weniger Strom aus Braunkohle produzieren, um die Umwelt zu schonen. Der sogenannte Kohleausstieg kann aber nicht einfach so und nicht sofort passieren. Deshalb hat die Bundesregierung die Kohlekommission beauftragt, einen Plan zu entwickeln. Die Kohlekommission ist ein Team, das aus vielen Experten besteht: zum Beispiel Umweltschützer, Politiker und Chefs von Unternehmen. Umweltschützer des Bundes für Umwelt und Naturschutz, kurz BUND, drohen jetzt, aus diesem Expertenteam auszusteigen. Denn es gibt Streit um ein Stück Wald: den Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen.

Abhegolzte Bäume im Hambacher Forst
Im Hambacher Forst wurden immer mehr Bäume abgeholzt.
Quelle: dpa

Was ist der Hambacher Forst?

Im Tagebau Hambach wird seit vielen Jahren Kohle abgebaut, um daraus Strom zu gewinnen. Dieser Braunkohletagebau gehört dem Energie-Unternehmen RWE. Seit einigen Jahren wird der Hambacher Forst immer kleiner und es gibt weniger Bäume: Unter dem Wald schlummern nämlich Millionen Tonnen Braunkohle. Um an die Kohle heran zu kommen, werden immer größere Flächen des Hambacher Forsts abgeholzt.

Warum sind viele gegen die Abholzung?

In der Vergangenheit gab es immer wieder Proteste. Uweltschützer wollten die Abholzung aufhalten. Zum einen wollten sie damit den Wald retten: Der Hambacher Forst ist ein Zuhause für viele Vogelarten und andere Tiere. Zum andern sagen sie, dass Energie aus Kohle schlecht für die Umwelt ist: Die Kohle muss verbrannt werden, um daraus Strom gewinnen zu können. Bei dieser Verbrennung entsteht besonders viel klimaschädliches CO2.

Menschen Protestieren im Hambacher Forst. Auf dem Banner steht: "Klima schützen" Wald retten! Kohle stoppen!"
Viele Menschen sind gegen die Abholzung im Hambacher Forst.
Quelle: dpa

Warum gibt es Streit innerhalb der Kohlekommission?

Das Energieunternehmen RWE plant, ab Herbst mehr als die Hälfte des übrig gebliebenen Waldes abzuholzen, um an die Braunkohle zu kommen. Kritiker sagen: Wenn in Deutschland weniger Energie aus Kohle erzeugt werden soll, kann es sein, dass die Kohle aus dem Hambacher Forst gar nicht mehr gebraucht wird. Die Abholzung wäre dann unnötig gewesen.

Innerhalb des Teams der Kohlekommission gibt es deshalb Streit. Umweltschützer des BUND finden: Der Hambacher Forst sollte solange nicht abgeholzt werden, bis die Kohlekommission einen Plan ausgearbeitet hat. Im Dezember soll der Plan fertig sein. Der BUND hat damit gedroht, dass sie aus der Expertengruppe aussteigen, wenn RWE nicht auf die Abholzung verzichtet. Auch die Umweltministerin der Bundesregierung Svenja Schulze hat gesagt, dass RWE die Plände der Kohlekommission abwarten und bis dahin keine Abholzungen durchführen sollte.

Warum gibt es eine Kohlekommission?

Warum weniger Engergie aus Kohle erzeugt werden soll und warum nicht einfach sofort alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden, erfahrt ihr im verlinkten Artikel.

Kohlekraftwerk

ZDFtivi | logo! - Pläne für den Kohleausstieg

Experten planen, wie Deutschland von der Kohle loskommen könnte. Warum das nicht so einfach ist, erfahrt ihr hier.

Datum:
Gemerkt auf "Mein ZDFtivi" Nicht mehr gemerkt Mag ich Mag ich nicht mehr Gemerkt auf "Mein ZDFtivi" Nicht mehr gemerkt Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der Mediathek!