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Ein Zug mit einer speziellen Lieferung

Er transportierte blaue Tonnen durch Deutschland und einige Menschen protestierten dagegen. Was es damit auf sich hat, erfahrt ihr hier.

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Am Mittwoch ist ein Zug mit Müll in einer Stadt in Hessen angekommen. Klingt jetzt erst mal nicht so aufregend. Doch der Müll, um den es sich hier handelt, ist alles andere als gewöhnlich. Es ist Atommüll. Und der ist gefährlich.

Was macht der Atommüll in Deutschland?

Der Müll ist eigentlich aus Deutschland, also in deutschen Atomkraftwerken entstanden. Er ist aber einige Zeit in Großbritannien in einer Spezialanlage gelagert worden. Irgendwann musste Deutschland ihn aber zurücknehmen, und das ist am Dienstag passiert.

Erst kam er mit dem Schiff nach Deutschland und wurde dann mit dem Zug über Nacht weiter zum abgeschalteten Atomkraftwerk Biblis in Hessen transportiert - streng bewacht. Dort darf der Müll erst mal bleiben, bis es einen endgültigen Platz für ihn gibt - das nennt man auch Endlager. Auf eine normale Mülldeponie kann Atommüll nämlich nicht. So ein Endlanger gibt es in Deutschland noch nicht. Mehr dazu erfahrt ihr im Video rechts.

Castortransport aus England
Die Behälter wurden mit dem Schiff von Großbritannien nach Deutschland gebracht.
Quelle: dpa

Insgesamt dauerte dieser Transport mehr als eine Woche. Natürlich wurde der Atommüll nicht einfach so in den Zug gelegt, das wäre viel zu gefährlich. Er befand sich in Spezialbehältern extra für radioaktive Abfälle, die man auch auch "Castor"-Behälter nennt.

Proteste gegen den Mülltransport

Atomkraftgegner protestieren auf dem Bahnhof von Biblis gegen den Transport der insgesamt sechs Castor-Behälter, aufgenommen am 04.11.2020
Atomkraftgegner protestieren, während der Castor-Zug ankommt.
Quelle: dpa

Während der rund 14-stündigen Fahrt durch Deutschland gab es entlang der Strecke Proteste von Atomkraftgegnern. Sie fanden den Transport zum Beispiel "unnötig und gefährlich". Außerdem kritisierten sie, dass es noch keine Lösung gibt, wo der Atommüll dauerhaft gelagert wird. Und sie warnten davor, dass Deutschland wieder mit der Atomenergie anfangen könnte.

2022 soll nämlich das letzte Atomkraftwerk in Deutschland abgeschaltet werden. In den kommenden vier Jahren sollen noch mehr Atommüll-Transporte nach Deutschland stattfinden. Diese gehen dann aber nicht nach Biblis. Sie werden nach Schleswig-Holstein, Baden-Württemberg und Bayern gebracht. Bis es eben ein richtiges Endlager gibt.

Hier könnt ihr noch mal nachlesen, warum die Suche danach so schwierig ist.

Absperrung in einem atomaren Zwischelager. Archivbild

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Was Ihr über die Endlagersuche wissen müsst
 

Deutschland sucht ein Endlager für Atommüll - und das ist ganz schön kompliziert.

Diesen Text hat Johanna geschrieben.

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