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Merkel rudert zurück: kein Oster-Shutdown

Kein Durchblick mehr bei dem ganzen Hin und Her? Verständlich! Hier erfahrt ihr, welche Regeln jetzt gelten und welche nicht.

Datum:

Huch, was ist denn jetzt passiert? Angela Merkel entschuldigt sich und sagt, sie hat Fehler gemacht? Uiuiui ... jetzt mal in Ruhe von vorne:

Am Montagabend ...

... hat sich die Bundeskanzlerin Angela Merkel mit den Chefinnen und Chefs der Bundesländer getroffen. Nach Diskussionen bis spät in die Nacht wurden dann die neuen Corona-Beschlüsse verkündet. Dabei hieß es zum Beispiel, dass dieses Jahr Gründonnerstag und Karsamstag als "Ruhetage" definiert werden. Vom 1. bis 5. April, also fünf Tage am Stück, sollte ein härterer Shutdown in ganz Deutschland gelten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundeskanzlerin Angela Merkel hat am Mittwochmittag verkündet, dass es doch keinen Oster-Shutdown geben wird.
Quelle: dpa

Doch nicht mal zwei Tage später ...

... nimmt Angela Merkel den Beschluss zum Oster-Shutdown wieder zurück! Am Mittwochmittag sagt sie:

Die Idee eines Oster-Shutdowns war mit bester Absicht entworfen worden. (...) Dennoch war die Idee der sogenannten Osterruhe ein Fehler.
Angela Merkel, Bundeskanzlerin

Dieser "Fehler" sei allein ihre Schuld. Sie trage schließlich als Kanzlerin die Verantwortung. Mit dem Oster-Shutdown wollte sie erreichen, dass die Zahlen an Corona-Neuinfektionen nicht mehr so stark steigen. Gründonnerstag und Karsamstag als Ruhetage zu definieren, würde aber nun doch für zu viele Probleme sorgen. Zum Beispiel sei es sehr kompliziert und würde zu lange dauern in 16 Bundesländern die Tage zu Feiertagen zu machen. Deswegen Kommando zurück - doch kein Oster-Shutdown!

Ein paar neue Corona-Beschlüsse gibt es trotzdem noch:

Schließlich ging es beim Treffen am Montagabend auch noch um ein paar andere Themen außer um Ostern. Was die Kanzlerin und die Chefinnen und Chefs der Bundesländer noch beschlossen haben (und bisher noch nicht zurückgenommen haben), erklären wir euch:

1. Shutdown bis 18. April

Die Corona-Regeln werden bis zum 18. April 2021 verlängert. Aber welche Regeln sind das nochmal? Hier eine Übersicht:

Für private Treffen gilt:

Für Geschäfte, Restaurants und Co. gilt:

Ihr habt jetzt ziemlich oft das Wort "Inzidenz" gelesen. Damit ist die 7-Tage-Inzidenz gemeint. Der Wert zeigt, wie viele von 100.000 Menschen sich in den vergangenen sieben Tagen neu angesteckt haben. 

2. "Notbremse" soll eingehalten werden

Wenn in eurer Region die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, sollen die Politikerinnen und Politiker ab dem zweiten darauffolgenden Werktag die "Notbremse" ziehen. Also zum Beispiel: Wenn Montag, Dienstag und Mittwoch die Inzidenz über 100 liegt, gilt ab Freitag die Notbremse. Die Politikerinnen und Politiker sollen dann schärfere Regeln in der Region einführen. Zum Beispiel:

  • Kontaktbeschränkungen
  • Ausgangsbeschränkungen
  • Maskenpflicht im Auto, wenn jemand aus einem weiteren Haushalt mitfährt.
  • Schließen von Geschäften des nicht notwendigen Einzelhandels.

Wie die Notbremse genau umgesetzt wird, entscheiden die Länderchefinnen und Länderchefs, wenn es dazu kommt.

3. Mehr Schnelltests an Schulen

Schülerinnen und Schüler sollen mindestens zweimal pro Woche einen Corona-Test machen können. Das ist das Ziel von Angela Merkel und den Chefinnen und Chefs der Bundesländer. Auch in Kitas soll es mehr Tests geben. Wann das aber genau umgesetzt wird, ist noch nicht klar.

4. Testpflicht bei Flügen aus dem Ausland

Urlauber auf Mallorca. Symbolbild
Urlauber auf Mallorca.
Quelle: Clara Margais/dpa

Vielleicht habt ihr es schon mitbekommen: Im Moment kann man nach Mallorca reisen, ohne beim Rückflug nach Deutschland einen Corona-Test machen zu müssen. Das liegt daran, dass bisher nur Reisende aus Gebieten mit sehr hohen Infektionszahlen einen Test vorweisen müssen. Die Politikerinnen und Politiker wollen diese Regel verschärfen. Es soll eine generelle Testpflicht vor dem Flug nach Deutschland geben.

5. Keine Reisen in Deutschland

Strandkorb am Meer in Deutschland
Diese Strandkörbe an der Nordsee bleiben wohl erstmal zu. Deutschlands Hotels, Ferienwohnungen und Co. sind weiterhin geschlossen.
Quelle: imago

Viele hätten sich gewünscht in den Osterferien mal wegzufahren und, sei es nur im eigenen Bundesland, endlich mal wieder zu verreisen. Hotels, Ferienwohnungen, Jugendherbergen und Co. bleiben aber geschlossen.

Darüber wurde besonders viel gestritten. Die Länderchefinnen und Länderchefs von Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz wollten unbedingt, dass Reisen möglich sind, wenn es in Ferienwohnungen oder auf Campingplätzen eigene Duschen und Klos gibt und sich die Urlauber ihr Essen selbst organisieren. Anscheinend konnten sie sich hier aber nicht durchsetzen.

6. Nächstes Treffen: 12. April

In knapp drei Wochen, am 12. April, treffen sich die Chefinnen und Chefs der Bundesländer wieder mit Angela Merkel um gemeinsam über Corona-Regeln zu sprechen. Wir können davon ausgehen, dass auch dann wieder jede Menge diskutiert wird.

Warum schon wieder strengere Regeln?

Verlängerter Shutdown, kein Reisen an Ostern, keine Lockerungen ... die neuen Beschlüsse sind auf jeden Fall keine Gute-Laune-Nachricht. Sie sind aber laut Expertinnen und Experten notwendig, weil wir uns mitten in der dritten Corona-Welle befinden. Damit ist gemeint, dass sich jeden Tag wieder viel mehr Menschen anstecken. Im Video erklären wir euch, was an der dritten Welle anders ist und was Politikerinnen und Politikern besonders viele Sorgen macht.

Nicht vergessen: Jedes Bundesland macht sein eigenes Ding

Und deswegen kann es gut sein, dass sich in eurer Region nochmal etwas an den Regeln ändert. Also am besten immer die Seite eurer Heimatstadt, eurer Gemeinde oder eures Landkreises checken! Hier gibt's eine Übersicht von den Corona-Infoseiten aller Bundesländer.

Puh, das reicht jetzt aber auch mal mit Corona-Nachrichten oder? Zur Abwechslung könnt ihr euch ja mal durch unsere Bilder der Woche klicken!

Diesen Text hat Teresa geschrieben.

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