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Sportjournalist darf nicht zur Fußball-WM

Russland hat dem Journalisten Hajo Seppelt verboten, zur Fußball-Weltmeisterschaft ins Land zu kommen und von dort zu berichten. Viele vermuten, dass das mit Seppelts Berichten über Doping im Sport zu tun hat.

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In Deutschland gibt es im Moment große Aufregung um den deutschen Journalisten Hajo Seppelt. Der wollte im Sommer zur Fußball-Weltmeisterschaft nach Russland reisen, um von dort zu berichten. Das wurde ihm allerdings von Russland jetzt verboten.

ZDFtivi | logo! - Einreiseverbot für Sportjournalist

Russland will nicht, dass Seppelt über die Fußball-WM berichtet - warum?

Videolänge:
1 min

Journalisten brauchen ein Visum

Mit einem Reisepass kann man in viele Länder verreisen
Um ein Visum zu bekommen, muss man seinen Reisepass vorlegen.
Quelle: dpa

Wer nach Russland reisen möchte - egal ob für den Urlaub, zum Studieren oder zum Arbeiten – muss vorher ein sogenanntes Visum beantragen. Das ist eine Einreise-Erlaubnis, die von den russischen Behörden erteilt wird. Um die zu bekommen, muss jeder seine Daten angeben, ein Formular ausfüllen und erklären, warum er nach Russland kommen möchte. Für Journalisten gibt es ein spezielles Journalisten-Visum. So etwas gibt es auch in vielen anderen Ländern, zum Beispiel in die USA oder in Indien.

Warum bekommt Seppelt kein Visum?

Doch Russland hat nun dem deutschen Journalisten Hajo Seppelt das Visum für die Fußball-Weltmeisterschaft verweigert. Das bedeutet, dass Russland ihm verbietet, während der WM aus Russland zu berichten. Aber warum? Als Begründung haben die russischen Behörden nur gesagt: Seppelt sei eine „unerwünschte Person“.

Fernsehberichte über Doping im Sport

Hajo Seppelt und auch viele andere Journalisten und Politiker glauben, dass Russlands Entscheidung mit der Arbeit von Seppelt zu tun hat. Hajo Seppelt ist nämlich nicht nur Sportjournalist, sondern auch Experte für Doping im Sport. Doping bedeutet, dass Sportler zum Beispiel bestimmte Medikamente nehmen, nur um noch besser zu werden. Das ist verboten. In vielen Fernsehbeiträgen hat Seppelt über Doping berichtet und herausgefunden, dass bestimmte Sportler solche verbotenen Dopingmittel genommen haben. Dabei ging es auch um Russland: So deckte er zum Beispiel auf, dass viele erfolgreiche russische Sportler in den vergangenen Jahren gedopt und damit betrogen haben.

Rache von Russland?

Als das durch Hajo Seppelts Bericht raus kam, durften viele russische Sportler nicht bei wichtigen Wettkämpfen antreten – zum Beispiel nicht bei der letzten Leichtathletik-WM oder bei den Olympischen Winterspielen in Südkorea. Viele glauben, dass Russland sich nun an Hajo Seppelt rächen und ihm deshalb kein Visum für die Einreise nach Russland ausstellen will.

Verstoß gegen die Pressefreiheit

Viele sagen aber, dass verstoße gegen die Pressefreiheit. Pressefreiheit bedeutet nämlich, dass Journalisten überall frei und unabhängig berichten dürfen sollen – auch über Missstände, Probleme und Schwierigkeiten in einem Land. Und Länder, die die Fußball-Weltmeisterschaft veranstalten, müssen versprechen, dass sie Journalisten Pressefreiheit ermöglichen. Deshalb kritisieren viele Journalisten und Politiker das russische Einreiseverbot. Auch Sportverände wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) fordern, dass Russland dem Journalisten Hajo Seppelt die Einreise zur Fußball-Weltmeisterschaft unbedingt erlauben muss.

logo!-Reporter Tim in Russland

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