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Alles über Ameisen

Bestimmt weißt du, wie Ameisen aussehen - und dass es ganz schön kribbelt, wenn sie an dir hochkrabbeln. Und auch, dass es wehtun kann, wenn sie dich beißen und ihre Ameisensäure verspritzen. Aber weißt du auch, wie wichtig diese winzig kleinen Insekten für unsere Umwelt sind?

Datum:
ameisen
Diese zwei hier heißen: Kahlrückige Waldameisen
Quelle: dpa

Waldameisen sind wichtig für die Natur

Sie tragen zur Artenvielfalt bei, indem sie Samen herumtragen und dabei verteilen. Außerdem unterstützen sie das Gleichgewicht der Natur, indem sie Schädlinge vertilgen. Ein Ameisenvolk verspeist bis zu 100.000 Schädlinge – pro Tag! Und auch die Ameise selbst ist eine wichtige Futterquelle: Ameisen werden von vielen Vögeln und Insekten gefressen.

Der Ameisenhügel

Ein Ameisenbau liegt zum Teil unter der Erde und zum Teil darüber. Er kann bis zu zwei Meter hoch werden. Genau so tief kann der Hügel auch unter der Erde sein. Meistens liegen Ameisenhügel an windgeschützten, sonnigen Waldrändern. Die oberen Schichten des Hügels bestehen aus Nadeln von Bäumen wie Tannen oder Kiefern. Tief im Inneren des Hügels ist Erde das hauptsächliche Baumaterial.

Pass auf! - Du solltest nie zu dicht an große Ameisenhügel herantreten. Denn die unterirdischen Gänge könnten dadurch kaputt gehen oder sogar einbrechen.

Was in einem Waldameisenhügel passiert

In einem Waldameisennest leben bis zu 400.000 Arbeiterinnen und Königinnen. Die Königinnen leben wesentlich länger als die Arbeiterinnen. Sie können bis zu 15 Jahre alt werden. Arbeiterinnen werden oft nur drei Jahre alt.
In jedem Ameisenhügel gibt es ein streng organisiertes System. Jede Waldameise erfüllt eine bestimmte Aufgabe. Wächterinnen kontrollieren die Zugänge, Putzfrauen entsorgen den Müll, Brutpflegerinnen kümmern sich um die Larven. Im Zentrum des Ameisenstaats steht die Königin. Jeden Tag legt sie bis zu 300 Eier. Und die Männchen? Die leben nur sehr kurz. Im Mai schwärmen sie mit den Jungköniginnen zum Hochzeitsflug aus, um sie zu befruchten. Danach ist ihr kurzes Leben vorbei.

Waldameisen sind gefährdet

In den letzten Jahrzehnten ist die Zahl der Waldameisen immer weniger geworden. Deshalb stehen fast alle Waldameisenarten auf der Liste der gefährdeten Tierarten.
Zu den natürlichen Feinden der Ameisen gehören zum Beispiel Vögel, Kröten, Spinnen und kleine Schlangen. Denn diese Tiere fressen gerne Ameisen. Auch Wildschweine gehören zu ihren Feinden, weil sie oft Ameisenhaufen zerwühlen. Viele Ameisen sterben auch im Kampf mit benachbarten Ameisenkolonien. Die größte Gefahr geht aber von den Menschen aus, weil sie zum Beispiel durch Straßenbau oder den Einsatz von Insektenbekämpfungsmitteln den Lebensraum der Ameisen zerstören. Um zu verhindern, dass die Anzahl der Ameisenvölker noch weiter abnimmt, kümmern sich Ameisenhegerinnen und -heger um sie.

Wusstest du? - Schon seit über 200 Jahren stehen die Waldameisen in Deutschland unter Naturschutz!

Was Ameisenheger machen

Ameisenheger setzen sich für den Schutz und den Erhalt der Ameisen ein. Sie kümmern sich um deren Lebensräume. Zum Beispiel indem sie uns über Ameisenstämme aufklären und Karten zeichnen, auf denen die Ameisenkolonien markiert sind. Außerdem siedeln die Heger Ameisenvölker um, die sich in gefährlichen Bereichen befinden oder wegen Bauarbeiten bedroht sind. Auch nach einer Umsiedlung kümmern sich die Ameisenheger um die Völker, damit diese sich an ihrem neuen Wohnort schnell einleben können.

Wow! - Seit 1985 haben Ameisenheger in Deutschland über 3.000 Waldameisenvölker und eine große Anzahl weiterer heimischer Ameisenarten gerettet.

Die Umsiedlung einer Ameisenkolonie

Wenn der Lebensraum der kleinen Insekten bedroht ist, werden sie umgesiedelt. Dabei ist es sehr wichtig, dass der neue Ort mindestens 300 Meter von der alten Heimat entfernt liegt. Denn würde die Ameisenkolonie näher als 300 Meter an ihrer alten Heimat wohnen, würden die Ameisten versuchen, dorthin zurückzukehren.

logo! - Ein Ameisenhaufen zieht um 

Und logo! war dabei!

Videolänge
2 min · ZDFtivi 2 min

Wie eine Ameisen-Umsiedlung abläuft

  1. Die Ameisenheger graben sich von der Seite mit ihren Händen - ab und zu auch mit Schaufeln - ins Nest hinein. Sie arbeiten sich von außen nach innen vor und füllen die Ameisen mit der Erde in verschließbare Fässer. Dabei geht der Ameistenhügel zwar teilweise kaputt, aber die Heger gehen beim Graben so vorsichtig vor, dass die Ameisten später alles problemlos wieder aufbauen können.
  2. Anschließend werden die Insekten zu ihrem neuen Neststandort transportiert. Am besten ist ein heller, warmer Ort, an dem es genug zu fressen gibt, der so ähnlich ist wie der alte Standort.
  3. Dort versorgen die Heger die Ameisen zuerst mit genügend Nahrung, zum Beispiel Zucker. Damit wird die Zeit überbrückt, bis die Ameisen selbst neue Futterquellen gefunden haben.
  4. Weil die Ameisenheger beim ersten Mal nicht alle Ameisen transportieren können, gibt es an den Folgetagen weitere Umsiedlungsaktionen. Dabei werden die Reste des alten Hügels nach und nach zum neuen Standort gebracht - Familienzusammenführung sozusagen.
ameise trägt anderes insekt
Ameisen sind ganz schön stark!
Quelle: dpa

Wusstest du? - Manche Ameisen können das 20-fache, andere sogar das 40-fache  ihres Körpergewichtes tragen. Rechne doch mal aus, wie viel Kilogramm du - gemessen an deinem eigenen Körpergewicht - tragen könntest!

Weitere Infos gibt’s hier:

ameise-und-blatt

logo! - Noch mehr Infos zu Ameisen... 

...gibt's hier bei der Ameisenschutzwarte!

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