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Ein Jahr nach dem Anschlag in Berlin

Genau vor einem Jahr wurde auf dem Berliner Weihnachtsmarkt auf dem Breitscheidplatz ein terroristischer Anschlag verübt. Jetzt wird dort eine Gedenkstätte eingerichtet.

Datum:

Der Tunesier Anis Amri steuerte am 19.12.2016 einen Lastwagen mit Absicht in einen Berliner Weihnachtsmarkt. Bei diesem Anschlag sind zwölf Menschen gestorben, etwa 70 wurden verletzt. Am Dienstag, genau ein Jahr nach dem Anschlag, fanden in Berlin mehrere Gedenkveranstaltungen statt. Auf dem Breitscheidplatz, dem Ort des Anschlags, wurde ein Mahnmal eingeweiht. Das soll an die Opfer des Anschlags erinnern. Ein langer, goldener Riss im Boden soll ein Symbol für den tiefen Einschnitt im Leben der Betroffenen sein. In die Treppenstufen vor der Kirche auf dem Breitscheidplatz sind die Namen der Toten geschrieben.

Mahnmal für den Anschlag am Breitscheidplatz am 19.12.2016
Ein Symbol für den tiefen Einschnitt im Leben der Betroffenen Quelle: reuters

Kritik an der Kanzlerin

Die Familien der Opfer haben Anfang Dezember Bundeskanzlerin Angela Merkel und ihre Regierung dafür kritisiert, wie sie mit den Opfern und Angehörigen nach dem Anschlag umgegangen sind. Gemeinsam schrieben sie einen offenen Brief an Angela Merkel.

Damit ist ein Brief gemeint, der in der Presse veröffentlicht wird und so von allen "offen" gelesen werden kann. In dem Brief machten die Angehörigen auch deutlich, dass sie sich von den Politikern alleine gelassen fühlen. Daraufhin hat Bundeskanzlerin Merkel dann den Weihnachtsmarkt besucht und der Opfer gedacht. Am Montag hat sie sich mit Überlebenden und Angehörigen getroffen.

Angela Merkel legt Blumen auf dem Breitscheidplatz nieder.
Angela Merkel auf dem Breitscheidplatz Quelle: dpa

Der Fall Anis Amri

Inzwischen ist klar, dass es einige Fehler im Fall „Anis Amri“ gab. Experten prüfen gerade, ob der Anschlag nicht sogar hätte verhindert werden können. Denn Anis Amri war der Polizei schon häufiger wegen unterschiedlicher Taten aufgefallen. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in seinem Heimatland Tunesien und in Italien.

Anis Amri galt als gefährlich und wurde einige Zeit von der Polizei beschattet. Doch: Anis Amri wurde in Deutschland nie länger für seine Taten ins Gefängnis gesteckt und auch die Überwachung wurde im Sommer 2016, also einige Monate vor dem Anschlag beendet. An verschiedenen Stellen wurden im Fall Amri also Fehler gemacht und Informationen nicht richtig ausgetauscht.

Und jetzt?

Der Anschlag in Berlin im vergangenen Jahr machte deutlich, dass sich in Deutschland einiges bei der Terrorbekämpfung ändern muss, zum Beispiel beim Austausch von Informationen. Auch im Bundestag wurde darüber gesprochen, wie man Opfer und Angehörige in Zukunft besser unterstützen kann.

Sicherheit auf Weihnachtsmärkten

Betonabsperrung am Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche auf dem Breitscheidplatz
Betonabsperrungen sollen für mehr Sicherheit sorgen. Quelle: dpa

Auch viele Weihnachtsmärkte haben ihre Sicherheitsvorkehrungen erhöht. Manche haben schwere Säcke, gefüllte Container oder auch Betonblöcke vor die Zufahrten gestellt. So soll verhindert werden, dass nochmal ein Fahrzeug auf einen Weihnachtsmarkt gesteuert werden kann. Außerdem lassen einige Städte ihre Weihnachtsmärkte per Video überwachen. Fast überall sind mehr Polizisten im Einsatz - teilweise auch Zivilpolizisten. Die tragen normale Kleidung und können Situationen beobachten, ohne von anderen als Polizisten erkannt zu werden.

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