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Diskussion um Tierschutz bei Ferkeln

Jedes Jahr werden in Deutschland Millionen männlichen Ferkeln die Hoden abgetrennt, ohne Betäubung. Eigentlich sollte das ab 2019 verboten sein. Doch die Bundesregierung will das Verbot nun noch zwei Jahre aufschieben.

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Viele männliche Ferkel werden nach der Geburt kastriert. Das heißt, ihnen werden die Hoden abgetrennt, so können sie keine Kinder mehr zeugen. Durch die Kastration entwickeln die männlichen Ferkel nicht mehr den so genannten Ebergeruch. Den kann man vor allem beim Anbraten von Schweinefleisch riechen und man kann ihn auch schmecken. Viele Menschen finden das unangenehm.

Für die Ferkel ist die Kastration allerdings sehr schmerzhaft, denn sie passiert bisher meistens ohne Betäubung. Die Politiker hatten deshalb 2013 entschieden, dass Kastration bei Ferkeln ohne Betäubung ab 2019 verboten ist.

Nun schlägt die Bundesregierung vor, das Verbot noch einmal um zwei Jahre aufzuschieben. Sie will damit den Schweinehaltern helfen. Denn die Tiere vorher von Tierärzten betäuben zu lassen, kostet Geld. Die Schweinehalter machen sich nun Sorgen, dass sie in Zukunft weniger Fleisch verkaufen werden und so weniger Geld verdienen. Sie sagen, es gäbe keine andere, günstige Möglichkeit, um den Ebergeruch zu verhindern. Ob die Mehrheit der Politiker im Bundesrat für die Verschiebung des Verbots stimmt, ist unklar.

Gibt es andere Möglichkeiten, den Ebergeruch zu verhindern?

Ein Landwirt untersucht in seinem Stall ein Ferkel
Untersuchung eines Ferkels Quelle: dpa

Eine andere Möglichkeit wäre eine Art Impfung. Bei dieser Methode bekommen die Tiere zweimal eine Spritze mit einem bestimmten Wirkstoff. Er verhindert, dass die Hoden richtig funktionieren. Das Mittel hat also eine ähnliche Wirkung wie die Kastration, bei der die Hoden des Ferkels entfernt werden. In Neuseeland, Australien und Belgien wird dieses Mittel bereits eingesetzt.

Für die Tiere ist diese Methode sehr schonend. Viele Schweinezüchter in Deutschland lehnen sie allerdings ab, weil sie sagen, dass sie das Fleisch von geimpften Ebern nicht gut verkaufen können.  

Eine weitere Möglichkeit wäre es, wenn die Schweinehalter die Ferkel selber betäuben dürften.
In Dänemark zum Beispiel dürfen die dänischen Schweinehalter die Ferkel selber betäuben, nachdem sie in einem Lehrgang gelernt haben, wie das geht. Diesen "dänischen Weg" finden auch deutsche Schweinehalter gut - Tierärzte und Tierschützer sind allerdings dagegen. Sie sagen, dass die Methode nicht dem Tierschutzgesetz entspreche, weil die Schweinehalter keine Experten, wie die Tierärzte, sind.

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