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Kein Fangverbot für Aale in der Ostsee

Die EU-Fischereiminister haben darüber beraten, wie viel Fisch in Europa im nächsten Jahr gefangen werden darf. Eine wichtige Entscheidung der Minister lautet, dass es kein Fangverbot für Aale in der Ostsee geben wird. Obwohl der Aal bedroht ist.

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Am Montag und Dienstag haben sich Vertreter der EU-Staaten in Luxemburg getroffen und die Fischfangquoten für die Ostsee verhandelt. Das bedeutet sie legten – wie jedes Jahr – fest, wie viele Fische im Jahr 2018 in der Ostsee gefangen werden dürfen. Dieses Jahr ging es zum ersten Mal auch um den Aal. Bei dem Treffen wurde darüber diskutiert, ob der Fang von Aalen in der Ostsee im Jahr 2018 verboten sein soll. Doch die EU-Fischereiminister haben sich gegen ein Fangverbot entschieden, obwohl es seit einigen Jahren immer weniger Aale gibt.

Fangverbot für Aale in der Ostsee
Aal ist ein beliebter Speisefisch. Quelle: dpa

Sehr lange Reise

Fangverbot für Aale in der Ostsee
Junge Aale sind ziemlich klein. Quelle: dpa

Der Aal ist ein ganz besonderer Fisch, der im Laufe seines Lebens weite Entfernungen zurücklegt. Im Lauf seines Lebens kommen da mehr als 10.000 Kilometer zusammen. Weit entfernt von Europa schlüpft der Aal in der Sargassosee östlich des US-amerikanischen Staates Florida. Von dort schwimmen die Mini-Larven etwa 5.000 Kilometer mit der Meeresströmung in Richtung Europa. Drei Jahre lang sind sie unterwegs. Dort angekommen ist die Reise noch lange nicht zu Ende. Denn dann wandern sie in Flüsse weiter.

Bis sie geschlechtsreif werden, also selbst Nachwuchs bekommen können, vergehen dann noch einmal zehn bis 30 Jahre. Im Gegensatz zu vielen anderen Fischen pflanzen sich Aale nur einmal in ihrem Leben fort. Und dafür schwimmen sie wieder dorthin zurück, wo sie vor vielen Jahren geschlüpft sind – in die Sargassosee östlich von Florida.

Überall lauern Gefahren

Auf den langen Reisen, die Aale machen, lauern viele Gefahren: Die Aale können gefangen werden. Sie haben natürliche Feinde wie beispielsweise den aalfressende Kormoran, Flüsse, die mit Staumauern und Wasserkraftwerken zugebaut sind. Diese Hindernisse können die Aale kaum überwinden. So gelingt nur wenigen Tieren der Rückweg zu ihrem Geburtsort, wo sie ihre Eier ablegen. Mittlerweile kommen so viel weniger kleine Aale aus der Sargassosee zu uns, dass der Aal vom Aussterben bedroht ist.

Fangverbot für Aale in der Ostsee
Wasserkraftwerke und Staudämme in Flüssen stellen für Aale oft unüberwindbare Hindernisse dar. Quelle: colourbox

Naturschützer fordern besseren Schutz

Deshalb hatten EU-Politiker gefordert, dass der Aal überhaupt nicht mehr gefangen werden darf. Die EU-Fischereiminister entschieden sich jedoch gegen ein Fangverbot. Naturschützer halten dieses Entscheidung für falsch und warnen, dass dringend mehr dafür getan werden müsse, das Überleben des Aals zu sichern. Sie fordern, ein langfristiges Fangverbot für den Aal im Meer und auf den Flüssen.

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