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Erdgas-Streit im Mittelmeer

Zwischen Griechenland und der Türkei gibt es heftigen Streit. Dabei geht es um Erdgas, das unter dem Mittelmeer vermutet wird.

streit um erdgas im oestlichen mittelmeer
So sieht das türkische Forschungsschiff aus.
Quelle: dpa

Am Montag hatte das türkisches Forschungsschiff "Oruc Reis" damit begonnen vor der Insel Kastelorizo nach Erdgas zu suchen. Diese Insel liegt nur wenige Kilometer von der türkischen Küste entfernt.

Allerdings gehört Kastelorizo zu Griechenland, auch wenn das griechische Festland mehrere hundert Kilometer entfernt ist. Immer wieder gibt es zwischen Griechenland und der Türkei Streit darüber, wer die Gewässer in dem Gebiet wie nutzen darf.

Ausschließliche Wirtschaftszone

Eigentlich gibt es dafür internationale Regeln. Im Seerecht der Vereinten Nationen (UN) ist geregelt, dass es vor der Küste eines Landes einen 200 Seemeilen breiten Streifen gibt, den nur das Küstenland selbst wirtschaftlich nutzen darf – also zum Beispiel für den Fischfang oder um Rohstoffe wie Erdöl oder Erdgas zu fördern. Liegen zwei Küstenländer dichter zusammen, ist die Mitte die Grenze. Dieses Gebiet vor der Küste wird Ausschließliche Wirtschaftszone genannt.

Griechenland ist der Meinung, dass diese Wirtschaftszone auch um seine Inseln gilt und fordert daher von der Türkei, dass diese mit ihrer Suche nach Erdgas aufhören sollen.

Die Türkei sieht das anders. Sie sagt, dass Inseln keine solche Wirtschaftszone haben und lässt das Forschungsschiff weiter arbeiten.

Kriegsschiffe im Mittelmeer

Das Forschungsschiff in Begleitung türkischer Kriegsschiffe.
Das Forschungsschiff in Begleitung türkischer Kriegsschiffe.
Quelle: -/Turkish Defense Ministry/AP Pool/dpa

Wie ernst der Streit ist, zeigt sich auch dadurch, dass in der Region nun viele türkische und griechische Kriegsschiffe unterwegs sind. Auch das Forschungsschiff wird von Kriegsschiffen begleitet. Am Mittwoch ist es sogar zu einem Zusammenstoß zweier Kriegsschiffe gekommen. Allerdings sei es ein Unfall gewesen, sagt das griechische Verteidigungsministerium.

Zur Unterstützung Griechenlands hat nun auch Frankreich Kriegsschiffe und Kampfflugzeuge in die Region geschickt.

Doch weder Griechenland noch die Türkei wollen in dem Streit nachgeben. Denn Erdgas ist ein wichtiger Rohstoff und wird zum Beispiel zum Heizen verwendet. Damit lässt sich viel Geld verdienen.

Bisher keine Lösung in Sicht

Bisher ist keine Lösung in Sicht. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beide Seite dazu aufgerufen miteinander zu reden, um eine Lösung zu finden. Am Donnerstag wird sich Angela Merkel mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in Frankreich treffen. Ein Thema wird bei den Gesprächen auch der Konflikt zwischen Griechenland und der Türkei sein. Auch die Europäische Union und die Schweiz versuchen, im Streit zu vermitteln.

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