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Einigung in Brüssel

Es war das erste große Treffen der EU-Länder in der Coronakrise. Fast 100 Stunden haben die Länder der Europäischen Union über ein Corona-Hilfspaket verhandelt. Jetzt gibt es ein Ergebnis.

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"Deal!" verkündete EU-Ratspräsident Charles Michel am Dienstagmorgen. Lange wurde verhandelt und gestritten: Schon am Freitag kamen die Regierungschefinnen und -chefs der EU-Länder zusammen, um in Brüssel unter anderem über ein Hilfspaket zu beraten, das die EU-Kommission vorgeschlagen hatte. Weil es um super viel Geld geht, waren sich nicht alle sofort einig. Die Stimmung soll zum Teil ziemlich gereizt gewesen sein und es gab Streit. Am frühen Dienstagmorgen gab es endlich ein Ergebnis - nach vier Tagen und vier Nächten - insgesamt fast 100 Stunden Diskussion.

Das war nicht einfach.
Angela Merkel, deutsche Bundeskanzlerin
Angela Merkel und Emmanuel Macron auf dem Weg zur Pressekonferenz am Ende des EU-Gipfels am 21.07.2020 in Brüssel (Belgien)
Die Regierungschefinnen und -chefs haben sich geeinigt.
Quelle: epa

Viel Geld und viele Meinungen - aber wozu?

Es geht um 1,8 Billionen Euro. Ausgeschrieben 1.800.000.000.000 Euro. Zum einen müssen Politikerinnen und Politiker festlegen, wie viel Geld die Europäischen Union (EU) generell in den nächsten Jahren ausgeben soll und natürlich auch für was.
Zum anderen möchte die EU ihren Mitgliedsstaaten in der Corona-Krise helfen. Das Geld soll vor allem der Wirtschaft in der EU helfen. Durch das Coronavirus mussten zum Beispiel Geschäfte und Cafés schließen. Aber auch viele Firmen haben ihre Aufträge verloren. Weil sie kein Geld mehr verdienen konnten, haben sie viele Schulden gemacht. Insgesamt geht es dadurch der Wirtschaft in der EU gerade nicht so gut. Wie man da mit Geld helfen kann, darüber wurde am meisten diskutiert.

EU-Sondergipfel in Brüssel
Zu Beginn des Treffens saßen die Regierungschefinnen und -chefs der Länder in der EU an einem großen runden Tisch. Natürlich mit Abstand.
Quelle: Francois Lenoir/Reuters Pool/AP/dpa

Eine Diskussion um zwei Teile

Das Hilfspaket soll aus zwei Teilen bestehen. Den einen Teil des Geldes sollen die Staaten als Zuschuss, den anderen als Kredit bekommen.
Das könnt ihr euch in etwa so vorstellen. Wenn ihr etwas kaufen wollt, aber nicht genug Taschengeld habt, fragt ihr eure Eltern, ob sie euch aushelfen können. Geben eure Eltern euch einen Zuschuss, dann bekommt ihr das Geld und müsst es später nicht wieder zurückzahlen. Ist es ein Kredit, leihen euch Mama und Papa das Geld. Ihr müsst es aber später dann wieder an sie zurückzahlen.

Wie viel Geld jeweils als Kredit oder als Zuschuss gegeben werden soll - darüber waren sich die Politikerinnen und Politiker lange nicht einig. Jetzt steht fest: 390 Milliarden Euro sollen als Zuschuss an die Länder verteilt werden.

Warum wurde so lange diskutiert?

Brüssel: Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Emmanuel Macron, Sanna Marin und Stefan Lofven.
Die Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht mit Emmanuel Macron aus Frankreich, Sanna Marin aus Finnland und Stefan Lofven aus Schweden. Natürlich mit Mundschutz.
Quelle: dpa

Es gibt Länder in der EU, die nicht so viel Geld als Zuschuss für die Hilfe der Mitgliedstaaten ausgeben möchten, sondern lieber einen höheren Kredit geben möchten. Dazu gehören Österreich, Dänemark, Schweden, die Niederlande und Finnland. Sie nennen sich selbst die "sparsamen Länder". Italien und Spanien sind für möglichst hohe Zuschüsse im Hilfspaket. Sie würden am meisten davon profitieren, denn die Coronakrise hat diese Länder besonders hart getroffen. Weil unter anderem die "sparsamen Länder" dem Hilfspaket zuerst nicht zustimmen wollten, haben die Verhandlungen so lange gedauert.

Direkt bekommen werden die Länder das Geld aber nicht. Erst muss noch das EU-Parlament zustimmen. Auch das könnten noch mal schwierige Diskussionen werden.

Wenn ihr noch mehr zur Europäischen Union erfahren möchtet, dann klickt euch durch unsere Themenseite.

Europäische Fahne in Straßburg.

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