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Kurz vor dem Ziel platzt der Traum

Boris Herrmann war beim schwersten Segelrennen der Welt 80 Tage allein auf seinem Boot. Er hätte sogar noch gewinnen können, aber dann stieß er mit einem Fischerboot zusammen.

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Boris Herrmann stand ganz kurz vor einem riesengroßen Erfolg: Er war im Endspurt beim wahrscheinlich schwersten Segelrennen der Welt, der Vendée Globe, und er hatte sogar noch eine kleine Chance auf den ersten Platz. Seit 80 Tagen war er unterwegs, 50.000 Kilometer hatte er hinter sich gelassen. Er war wortwörtlich einmal um die ganze Welt gesegelt.

Kurz vor dem Ziel dann der Schock

Vor der Küste Frankreichs, ein paar Stunden, bevor er die Ziellinie erreichte, wachte Boris Herrmann von einem lauten Knall auf. Als er die Augen öffnete: eine Wand aus Metall direkt vor seinen Fenstern. Sein Segelboot, die "Seaexplorer", das heißt auf deutsch Meeres-Entdecker, war mit einem Fischerboot zusammengestoßen. Für Boris Herrmann ein großer Schreck: Ist sein Boot beschädigt? Droht es vielleicht sogar zu sinken? Und wie kann das überhaupt passieren? Er hatte doch alle Alarmsysteme aktiviert, bevor er sich schlafen legte!

Boris Herrmann, Teilnehmer bei einem Segelrennen rund um die Welt, bei Nacht im Inneren seines Bootes.
So nah vor dem Ziel: Er hatte schon 50.000 Kilometer geschafft, aber ungefähr 160 Kilometer vor dem Ziel der Schock: Herrmanns Boot stieß mit einem Fischerboot zusammen und wurde schwer beschädigt.
Quelle: Boris Herrmann / dpa
Dann heißt es: tief durchatmen und die Probleme lösen.
Deutscher Vendée Globe-Teilnehmer Boris Herrmann

Zuerst sah Boris Herrmann nach, ob Wasser in sein hochmodernes Rennboot gelaufen war und was sonst noch kaputt gegangen sein könnte. Er war etwas erleichtert: Kein Wasser an Bord und nach ein paar Versuchen konnte er sein Schiff vom Fischerboot lösen. Aber einige Teile des Schiffs waren zerstört und daher war er viel langsamer als vorher. Der Traum vom Podium? Der war geplatzt. Jetzt hieß es vor allem: sicher an Land kommen.

Am Ende landete er auf Platz 5

Am Donnerstag, Stunden später als erwartet, fuhr der 39-Jährige mit seinem "Seaexplorer" als fünftes Boot über die Ziellinie. Trotzdem war er noch für einige Stunden auf dem vierten Platz – Wieso, fragt ihr euch? Boris Herrmann hatte einem anderen Teilnehmer geholfen, als dessen Schiff mitten im Meer gesunken war. Die Zeit, die er für die Rettungsaktion gebraucht hat, bekam er von seiner Gesamtzeit wieder abgezogen. Allerdings hatte ein anderer Segler, Jean Le Cam, noch länger mit der Suche verbracht und bekam deswegen noch mehr Zeit abgezogen. Er verdrängte Boris Herrmann wieder auf den fünften Platz.

Boris Herrmann steht mit je einer Leuchtfackel in beiden Händen an Deck seines Segelbootes.
Endlich angekommen: Boris Herrmann erreicht nach 80 Tagen auf dem Wasser den Zielhafen in Frankreich. Aus Freude zündet er die roten Leuchtfackeln an, die eigentlich für Notälle gedacht sind.
Quelle: dpa

Obwohl der Unfall ihn auf jeden Fall ein paar Plätze kostete, war Herrmann bei seiner Ankunft bester Laune. Er hatte ein sehr gutes Rennen gemacht. Viele Menschen in Deutschland hatten seine Weltreise mit Spannung verfolgt.

Ich bin sehr glücklich. Der kleine Schluckauf der vergangenen Nacht ist schon fast vergessen.
Boris Herrmann

Das Abenteuer war da fast zuende. Aber bis der Hamburger in den Hafen einfahren konnte und seine Frau und die sieben Monate alte Tochter wiedersah, dauerte es noch etwas: Erst bei Flut, am Donnerstag kurz nach 14 Uhr, betrat er endlich, endlich wieder festen Boden.

Hier könnt ihr noch mehr über die Regatta, also das Segelrennen, erfahren.

Diesen Text hat Andreas geschrieben.

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