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Tierbeobachtung aus dem All

An der Internationalen Raumstation (ISS) haben zwei russische Kosmonauten eine ganz besondere Antenne montiert - die sogenannte Icarus-Antenne. Damit sollen in Zukunft Tiere in jedem Winkel der Erde beobachtet werden - zumindest die, die einen Sender tragen. Forscher haben das Icarus-Projekt 16 Jahre geplant.

Datum:

Es hat geklappt. Knapp acht Stunden hat der Außeneinsatz von Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew gedauert. An der Außenhülle der Internationalen Raumstation (ISS) befestigten sie die Icarus-Antenne.  Das internationale Forscherteam auf der Erde hat sich sehr darüber gefreut. Sie hoffen jetzt, dass sich die weltweiten Bewegungen - also die Wanderrouten - und das Verhalten von Tieren auf der Erde viel besser beobachten lassen.

Außeneinsatz an der ISS zur Montage der ICARUS-Antenne
Wichtiger Außeneinsatz: Die Antenne wird montiert!
Quelle: dpa

Und so funktioniert's:

Amsel mit Ikarus-Sender
Diese Amsel wurde mit einem Sender ausgestattet.
Quelle: dpa

Tiere werden mit einem Mini-Sender ausgestattet. Dieser Sender wiegt ungefähr fünf Gramm, wird mit Sonnenenergie betrieben und ist etwa so groß wie ein Daumennagel. Die Sender wurden zum Beispiel an Amseln getestet und dafür wie ein kleiner Rucksack an den Tieren  befestigt. Manche Vögel sind Zugvögel und ziehen, wenn es kälter wird, um. Das ließe sich mit den Daten der Sender beobachten.

Die ISS umrundet die Erde mehrmals am Tag. Dabei scannt Icarus immer die Oberfläche der Erde ab. Empfängt die Antenne Daten, können diese wieder zurück zur Erde an die Forscher gesendet werden. Die sehen wie die Vögel geflogen sind – also welche Routen sie genommen haben. Aber nicht nur Vögel sollen mit Sendern versehen werden, sondern auch Fische, Flughunde, Jaguare, Meeresschildkröten und viele andere Tiere. Die Forscher wollen in Zukunft sogar daran tüfteln, die Sender noch viel, viel kleiner zu gestalten, um sogar Bienen damit auszustatten.

Reaktionen der Tiere nutzen

Ziegen
Ziegen ändern ihr Verhalten vor einem Vulkanausbruch.
Quelle: dpa

Und noch etwas versprechen sich die Forscher vom Icarus-Projekt in den kommenden Jahren: Tiere sollen als Frühwarnsystem für Naturkatastrophen dienen. Bevor ein Vulkan ausbricht oder die Erde bebt, sollen die Tiere Warnsignale geben. Dafür wurden bereits zehn Ziegen mit Sendern ausgestattet. Die Tiere leben am Ätna – einem aktiven Vulkan auf der italienischen Insel Sizilien. Und weil die Forscher davon ausgehen, dass sich Ziegen auffällig verhalten – also schon unruhig werden, bevor ein Vulkan ausbricht – könnten Menschen dadurch gewarnt werden. Das soll in Zukunft alles getestet werden.

Insgesamt sollen 100.000 Tiere mit Sendern versehen werden. Damit könnten weltweit die Tiere viel besser beobachtet werden und die Forscher würden viel mehr über die Tiere erfahren.

Video

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An der Internationalen Raumstation (ISS) wurde eine neue Antenne montiert: die Icarus-Antenne. Damit wollen Forscher viel über die Tiere auf der Erde herausfinden.

Videolänge:
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