Sie sind hier:

Testphase für Tierbeobachtung aus dem All

An der Internationalen Raumstation (ISS) wird ein neues System erstmals getestet. Damit können Tiere in jedem Winkel der Erde beobachtet werden.

Datum:

Auf der Internationalen Raumstation (ISS) wurde am Dienstag ein ganz spezieller Computer eingeschaltet. Zusammen mit einer Antenne an der Raumstation gehört dieser Computer zu einem großen Projekt für Tierbeobachtung aus dem All. Das Projekt heißt Icarus.

Drei bis vier Monate testen die Forscherinnen und Forscher nun, wie die Funkverbindung für die Datenübertragung zwischen der ISS und den vielen kleinen Sendern auf der Erde funktioniert. Mit der Antenne an der ISS sollen weltweite Bewegungen - also die Wanderrouten - und das Verhalten von Tieren auf der Erde viel besser beobachtet werden können. Falls der Testlauf gut klappt, sollen dann Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler weltweit mit dem der Icaurs-Antenne arbeiten können.

Außeneinsatz an der ISS zur Montage der ICARUS-Antenne
Wichtiger Außeneinsatz: Die Antenne wird montiert!
Quelle: dpa

Technische Probleme führten zu Verzögerungen

Mitte August 2018 wurde die große Icarus-Antenne in einem Außeneinsatz an der Raumstation montiert. Die beiden Kosmonauten Oleg Artemjew und Sergej Prokopjew haben dafür acht Stunden gebraucht. Seit dem ist sie nun an der Außenhülle der Internationalen Raumstation (ISS) befestigt. Eigentlich wollten die Forscher schon im Juli 2019 mit dem Test starten. Es gab allerdings technische Probleme mit dem Computer.

Wie genau funktioniert die Tierbeobachtung?

Amsel mit Ikarus-Sender
Dieser Amsel wurde ein Sender auf den Rücken geschnallt.
Quelle: dpa

Tiere werden mit einem Mini-Sender ausgestattet. Dieser Sender wiegt ungefähr fünf Gramm, wird mit Sonnenenergie betrieben und ist etwa so groß wie eine fünf Cent Münze. Trotzdem können diese von der großen Antenne an der ISS gefunden werden, diese ist bis zu 800 km entfernt. Die Sender wurden zum Beispiel an Amseln getestet und dafür wie ein kleiner Rucksack an den Tieren  befestigt. Manche Vögel sind Zugvögel und ziehen um, wenn es kälter wird. Das ließe sich mit den Daten der Sender beobachten.

Der Icarus Sender
Die Sender für die Tiere sind nur etwas größer als eine fünf Cent Münze - stecken aber voller Technik.
Quelle: Max Planck Institut für Verhaltensbiologie

Die ISS umrundet die Erde mehrmals am Tag. Dabei scannt Icarus immer die Oberfläche der Erde ab. Empfängt die Antenne Daten, können diese wieder zurück zur Erde an die Forscher gesendet werden. Die sehen wie die Vögel geflogen sind – also welche Routen sie genommen haben. Aber nicht nur Vögel sollen mit Sendern versehen werden, sondern auch Fische, Flughunde, Jaguare, Meeresschildkröten und viele andere Tiere. Die Forscher wollen in Zukunft sogar daran tüfteln, die Sender noch viel, viel kleiner zu gestalten, um sogar Bienen damit auszustatten.

Reaktionen der Tiere nutzen

Ziegen
Ziegen ändern ihr Verhalten vor einem Vulkanausbruch.
Quelle: dpa

Und noch etwas versprechen sich die Forscher vom Icarus-Projekt in den kommenden Jahren: Tiere sollen als Frühwarnsystem für Naturkatastrophen dienen. Bevor ein Vulkan ausbricht oder die Erde bebt, sollen die Tiere Warnsignale geben. Dafür wurden bereits zehn Ziegen mit Sendern ausgestattet. Die Tiere leben am Ätna – einem aktiven Vulkan auf der italienischen Insel Sizilien. Und weil die Forscher davon ausgehen, dass sich Ziegen auffällig verhalten – also schon unruhig werden, bevor ein Vulkan ausbricht – könnten Menschen dadurch gewarnt werden. Das soll in Zukunft alles getestet werden.

Insgesamt sollen 100.000 Tiere mit Sendern versehen werden. Damit könnten weltweit die Tiere viel besser beobachtet werden und die Forscher würden viel mehr über die Tiere erfahren.

Video

ZDFtivi | logo! - logo! erklärt

An der Internationalen Raumstation (ISS) wurde eine neue Antenne montiert: die Icarus-Antenne. Damit wollen Forscher viel über die Tiere auf der Erde herausfinden.

Videolänge:
1 min

Mehr zum Thema

Warum suchen Wissenschaftler nach Leben auf dem Planeten Mars?

ZDFtivi | logo! - Der Mars

Warum suchen Wissenschaftler nach Leben auf dem Planeten Mars?

Videolänge:
1 min
Astronaut werden

ZDFtivi | logo! - Astronaut werden

Was muss man können und was muss man tun, um Astronaut zu werden?

Videolänge:
1 min
Gemerkt auf "Mein ZDFtivi" Nicht mehr gemerkt Mag ich Mag ich nicht mehr Gemerkt auf "Mein ZDFtivi" Nicht mehr gemerkt Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um Ihnen ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier können Sie mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, können Sie jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigen Sie Ihr Ausweisdokument.

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der Mediathek!