Sie sind hier:

Italien droht damit, keine Flüchtlinge mehr aufzunehmen

Die Europäische Union schickt Schiffe ins Mittelmeer, um unter anderem Geflüchtete vor dem Ertrinken zu retten. Bisher wurden die Geretteten nach Italien gebracht. Das will Italien jetzt aber nicht mehr.

Datum:

Seit Wochen und Monaten gibt es Diskussionen und Streit darum, wie die Länder der Europäischen Union mit Asylbewerbern umgehen sollen. Es geht um die Frage, wie die Menschen, die nach Europa fliehen, gerecht auf die verschiedenen Länder aufgeteilt werden können. Italien liegt am Mittelmeer. Deshalb kommen dort besonders viele Geflüchtete an. Italien will aber weniger Flüchtlinge aufnehmen.

Flüchtlinge treffen auf Malaga ein
Gerettete Flüchtlinge wurden nach Italien gebracht.
Quelle: dpa

Was ist die Mission "Sophia"?

Libyen Italien Malta
Der weiße Pfeil zeigt den Weg von Libyen über das Mittelmeer nach Italien.
Quelle: ZDF

Vor drei Jahren haben die Länder Europäischen Union, also auch Italien, entschieden, ihre Schiffe ins Mittelmeer zu schicken - vor die Küste von Libyen. Von dort wagen viele Flüchtlinge auf Booten den gefährlichen Weg über das Mittelmeer nach Europa. In den vergangenen Jahren wurden so etwa 50.000 Geflüchtete aus dem Mittelmeer vor dem Ertrinken gerettet. Ursprünglich sollten mit der Mission sogenannte Schlepper bekämpft werden. Sie versprechen den Flüchtlingen, sie nach Europa zu bringen, und lassen sich das teuer bezahlen. Doch ihre Boote sind oft so alt und kaputt, dass sie drohen, unterzugehen.

Italien droht mit Ende der Mission

Italien hat jetzt damit gedroht, die Geretteten nicht mehr aufzunehmen. Und das, obwohl Italien die Mission leitet. Italien hat seit Anfang Juni eine neue Regierung. Sie will durchsetzen, dass generell weniger Flüchtlinge nach Italien kommen.

Warum macht Italien das?

  • Bei der Verteilung von Flüchtlingen gibt es große Unterschiede zwischen den Ländern der EU. Die meisten Flüchtlinge haben Deutschland, Frankreich und Italien aufgenommen. Länder wie Polen, Ungarn oder Tschechien haben aber nur sehr wenigen Menschen Schutz gewährt. Italien will, dass andere Länder der EU mehr Geflüchtete nehmen. Das Land wehrt sich dagegen, dass viele Flüchtlinge, die über das Mittelmeer kommen, automatisch in Italien landen.
  • Der ursprüngliche Auftrag der Mission "Sophia" war es, Schlepper zu bekämpfen. Italien sagt aber, das funktioniere nicht. Die Mission sei eher eine große Rettungsaktion geworden.
  • Italien will damit wohl auch ein Zeichen setzen, dass weniger Flüchtlinge überhaupt den gefährlichen Weg über das Mittelmeer wagen.

logo! erklärt

ZDFtivi | logo! - Verteilung von Flüchtlingen in der EU

Wie sollen Geflüchtete auf die Länder der Europäischen Union verteilt werden? Auch Ende Juni wollten die Politiker der EU wieder darüber diskutieren. Warum ist es so schwer, eine Lösung zu finden?

Videolänge:
1 min
Datum:

Wie geht es jetzt weiter?

In der Nacht zum Samstag haben Politiker der EU darüber diskutiert, was mit den Schiffen der Mission "Sophia" passieren soll. Bis Ende August soll die Mission erst einmal weitergehen. Dann wollen die Politiker noch einmal diskutieren und vermutlich einen neuen Plan machen.

Gemerkt auf "Mein ZDFtivi" Nicht mehr gemerkt Mag ich Mag ich nicht mehr Gemerkt auf "Mein ZDFtivi" Nicht mehr gemerkt Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Die Website verwendet Cookies, um Ihnen ein bestmögliches Angebot zu präsentieren. Nähere Informationen und die Möglichkeit, die Verwendung von Cookies einzuschränken finden Sie hier.

Du bist dabei, den Kinderbereich zu verlassen. Möchtest du das wirklich?

Wenn du den Kinderbereich verlässt, bewegst du dich mit dem Profil deiner Eltern in der Mediathek!