Quelle: public address
Die Hauptstadt Antananarivo liegt im Bergland von Madagaskar und ist die größte Stadt des Landes. In Madagaskar leben knapp 28 Millionen Menschen. Mehr als jeder zweite von ihnen hat keinen Zugang zu sauberen Trinkwasser. Außerdem gibt es nur sehr wenig Ärzte und Schulen in dem Land. In einer Klasse sitzen manchmal mehr als 60 Kinder, viele der Menschen in Madagaskar können nicht lesen oder schreiben.
Die rote Insel
Die Natur in Madagaskar ist einzigartig. In dem Naturparadies gibt es dichte Regenwälder, Berge, tropische Strände und Tiere, die sonst nirgendwo auf der Welt vorkommen. Der Grund dafür liegt mehr als 150 Millionen Jahre, also sehr sehr lange, zurück. Damals brach ein Stück Land vom Rest des afrikanischen Kontinents ab und wurde zu einer abgetrennten, isolierten Insel. Durch den nährstoffarmen Boden hat die Erde eine rote Farbe. Deshalb trägt Madagaskar den Spitznamen "Die rote Insel".
Viele Menschen leben in Armut
Das liegt unter anderem an der großen Armut der Menschen, die in Madagaskar leben. Viele Einwohner der riesigen Insel haben nur sehr wenig Geld. Die meisten der Menschen verdient ihr Geld zum Beispiel mit Landwirtschaft, viele der Produkte werden aber auch für den Eigenbedarf angebaut. Um genug Platz für ihre Felder zu haben, roden die Menschen die Regenwälder. Das ist eigentlich verboten, weil dadurch Tieren wie zum Beispiel den Lemuren der Lebensraum genommen wird. Die Schutzgebiete liegen allerdings meist so abgelegen, dass sie schwer zu kontrollieren sind.
Blick in die Geschichte
Quelle: ap
Madagaskar wurde sehr spät von den Menschen besiedelt. Erst vor knapp 2300 Jahren zogen die ersten Menschen auf die Insel. Damals war das Land noch fast überall von Wald bedeckt. Im späten 18 Jahrhundert wurde Madagaskar für die Franzosen interessant. Die erklärten die Insel zu einer Kolonie und unterdrückten die Bevölkerung und ihre Sprache Malagasy. Sie beuteten das Land aus und verkauften Waren wie Holz oder Gewürze teuer in Europa.
Erst nach jahrelangem Kampf wurde Madagaskar im Jahr 1960 unabhängig. Doch auch die eigenen Regierungen haben nicht immer im Interesse der Bevölkerung gehandelt. Zum Teil haben die Politiker mit Geld, das zum Beispiel der Entwicklungshilfe zu Gute kommen sollte, ihre eigenen Taschen gefüllt. Das nennt man Korruption. Durch die Ausbeutung als Kolonie und die Korruption leben viele Menschen in Madagaskar noch heute in großer Armut.
Kinder in Madagaskar
Quelle: reuters
Die Kinder in Madagaskar leben oft in großen Familien mit vielen Geschwistern. Doch auch die Kinder leiden unter der Armut des Landes. Viele von ihnen sind mangelernährt, weil sie zu wenig oder zu einseitig essen. Außerdem können einige von ihnen nicht in die Schule gehen, weil sie ihren Eltern bei der Arbeit helfen müssen oder weil die nächste Schule einfach zu weit weg ist.