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Mesut Özil tritt aus Nationalmannschaft zurück

Im Mai hat Nationalspieler Mesut Özil mit dem türkischen Präsidenten Erdoğan ein Foto gemacht. Darum gab es viel Ärger. Jetzt hat Özil angekündigt, nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft zu spielen.

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Von vorne: Im Mai haben Mesut Özil und Ilkay Gündoğan in London den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan getroffen. Beide haben türkische Vorfahren und spielen für die deutsche Nationalmannschaft Fußball. Sie haben Fotos mit Erdoğan gemacht und ihm Fußballtrikots geschenkt. Bei vielen Menschen in Deutschland ist diese Aktion nicht gut angekommen.

Mesut Özil und Recep Erdogan in London
Mesut Özil hat im Mai ein Foto mit Erdoğan in London gemacht.
Quelle: dpa

Kritik an den Fotos

Erdoğan wird immer wieder dafür kritisiert, dass er in der Türkei immer mehr Macht an sich reißt. Immer wieder werden in der Türkei zum Beispiel Journalisten verhaftet, die die Regierung kritisieren. In der Türkei waren im Juni Wahlen. Deshalb waren viele in Deutschland der Meinung, dass Özil und Gündoğan sich nicht mit ihm hätten treffen dürfen. Denn so würden sie Erdoğan - vielleicht auch ungewollt - beim Wahlkampf helfen.

Auch der DFB kritisiert

Der Präsident des Deutschen-Fußball-Bundes (DFB) Reinhard Grindel sagte: "Der Fußball muss von Werten gelebt werden. Und dort wo Herr Erdoğan Verantwortung trägt, werden diese Werte nicht hinreichend gelebt. Und deshalb darf man sich nicht zu Wahlkampfzwecken missbrauchen lassen."

Özil und Gündoğan waren trotz der Kritik im Kader für die Fußball-WM 2018 und spielten bei der WM in Russland für die deutsche Nationalmannschaft.

Nach zwei Monaten äußert sich Özil

Gündoğan hatte sich schon im Mai zu dem Treffen geäußert:

Ilkay Gündogan und Recep Erdogan in London
Ilkay Gündogan und Präsident Erdoğan in London
Quelle: dpa

"Es war nicht unsere Absicht, mit diesem Bild ein politisches Statement abzugeben, geschweige denn Wahlkampf zu machen." Özil hat lange geschwiegen. Auch dafür wurde er teilweise heftig kritisiert. Einige machten ihn auch mitverantwortlich für das schlechte Abschneiden der Nationalmannschaft bei der WM.

Am Sonntag hat Mesut Özil dann drei längere Texte im Internet veröffentlicht. Er schreibt:

Özil hat also das Gefühl, dass seine türkischen Wurzeln nicht akzeptiert werden und er rassistisch behandelt wurde. In seinen Texten kritisiert Özil vor allem DFB-Präsidenten Grindel.

Mesut Özil sieht sich Rassismus ausgesetzt. Archiv
Mesut Özil will nicht mehr für die Nationalelf spielen. (Bild von früher)
Quelle: Christian Charisius/dpa

Reaktion des DFB

Der Deutsche-Fußball-Bund wehrt sich jetzt gegen die Rassimus-Vorwürfe:

Darin heißt es weiter, der Verband bedauere seinen Abschied und hätte sich "gefreut, wenn Özil weiter Teil des Teams hätte sein wollen".

Weitere Reaktionen auf den Rücktritt

Die Reaktionen auf Özils Texte sind gemischt. Manche sehen sie kritisch - so wie FC Bayern-Präsident Uli Hoeneß: "Den letzten Zweikampf hat er vor der WM 2014 gewonnen. Und jetzt versteckt er sich und seine Mist-Leistung hinter diesem Foto." Andere kritisieren den DFB, wie Katarina Barley, Bundesjustizministerin: "Es ist ein Alarmzeichen, wenn sich ein großer, deutscher Fußballer wie Özil in seinem Land wegen Rassismus nicht mehr gewollt und vom DFB nicht mehr repräsentiert fühlt."

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