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Sexueller Missbrauch im Sportverein

Sexueller Missbrauch von Kindern: Das passiert in Deutschland leider immer wieder. Und das nicht nur in Familien, in der Schule oder während Zeltlagern. Auch in Sportvereinen passiert so etwas. Viele Opfer trauen sich oft jahrelang nicht, darüber zu sprechen. Eine Expertengruppe will das jetzt ändern.

Kinder im Sportunterricht
Kinderturnen im Sportverein
Quelle: dpa

Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt ist ...

  • ... wenn jemand einem Kind zu Nahe kommt, sodass es sich unwohl fühlt.
  • ... wenn jemand ein Kind dort streichelt, wo es ihm unangenehm ist oder versucht, es gegen seinen Willen zu küssen.
  • ... wenn jemand ein Kind dazu zwingt, sich nackt fotografieren zu lassen. Oder es dazu zwingt, aufreizende Fotos oder Nacktfotos zu verschicken.
  • ... wenn jemand ein Kind dazu zwingt, mit ihm oder ihr Sex zu haben.

So etwas ist auch Maria in ihrem Sportverein passiert. Maria machte Judo in einer Leistungsgruppe, als ihr Trainer sie und die anderen Mädchen sexuell missbrauchte. Da war sie gerade 11 Jahre alt. Maria konnte sich nicht wehren, wenn der Trainer sie am Boden festhielt und mit seiner Hand in ihre Hose fasste. Erst nach drei Monaten traute sich Maria, ihren Eltern davon zu erzählen.

Leider ist Maria nicht die Einzige, die solche Erfahrungen im Sportverein gemacht hat. Viele Fälle bleiben oft unentdeckt, weil sich Kinder nicht trauen, mit jemandem darüber zu sprechen. Und auch, weil Kinder oft nicht wissen, an wen sie sich wenden sollen. Auch in Sportvereinen gab es bisher kaum Ansprechpartnerinnen oder Ansprechpartner.

Sexueller Missbrauch und sexuelle Gewalt ist ein Verbrechen

Deswegen hat sich eine Gruppe von Experten gebildet, die sexuellen Kindesmissbrauch untersucht und Opfern helfen will, über ihre schlimmen Erlebnisse zu sprechen. Personen, die in der Familie, im sozialen Umfeld oder auch in Sportvereinen sexuell belästigt wurden, können sich hier melden.

Daraus will die Kommission auch schlauer werden und lernen, wie sich sexueller Missbrauch in Zukunft verhindern lassen könnte. Denn wenn Kinder oder Erwachsene von so einem sexuellen Vorfall erzählen, kann die Kommission erkennen, warum das überhaupt passieren konnte und wie verhindert werden kann, dass so etwas noch einmal vorkommt.

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Sexueller Missbrauch
 

Was bedeutet das und was kann man dagegen tun?

Videolänge:
1 min

Aufruf für Sportlerinnen und Sportler

Die Experten sitzen in der sogenannten unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs. Eine Kommission ist eine Expertengruppe. 2019 hat die Expertengruppe zum ersten Mal Sportlerinnen und Sportler dazu aufgerufen, sich zu melden, wenn sie als Kind Opfer von sexuellen Übergriffen geworden sind. Seitdem haben sich rund 100 Menschen bei der Kommission gemeldet. Sie haben selbst sexuelle Belästigungen im Sportverein erlebt oder kennen jemanden.

So soll erreicht werden, dass solche Vorfälle nicht mehr verschwiegen werden und dass Täterinnen und Täter bestraft werden können.

Menschen sollen über das Thema sprechen

Weil Missbrauchsvorfälle in den meisten Sportvereinen verschwiegen wurden, fühlen sich viele Erwachsene, die als Kind solche Übergriffe erlebt haben, von den Vereinen im Stich gelassen.

Deswegen setzt sich die Kommission zum Beispiel dafür ein, dass es auch in den Vereinen mehr Anlaufstellen geben soll, wo sich Kinder und Jugendliche jemandem anvertrauen können. Denn: Es muss mehr über das Thema gesprochen werden. So werden mehr Menschen auf das Thema aufmerksam und können sich dafür stark machen, dass so etwas am besten gar nicht mehr passiert. In dem Sportverein, in dem Maria damals war, gibt es inzwischen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner.

Das Wichtigste ist: Wenn ihr sexuell missbraucht werdet oder es von jemandem mitbekommt, sprecht darüber und holt euch Hilfe.

Diesen Text hat Lisa geschrieben.

Noch mehr zum Thema gibt es hier:

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