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Die namenlosen Frauen aus Afghanistan

Mit der #WhereIsMyName-Kampagne kämpfen Frauen in Afghanistan dafür, bei ihrem Namen genannt zu werden.

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Stellt euch vor, ihr hättet auf einmal keinen Namen mehr. Eure Freunde, Eltern oder Geschwister würden euch nur noch mit "Tochter von..." oder "Schwester von..." ansprechen. Ganz schön komisch, oder? Für viele Frauen in Afghanistan ist das der ganz normale Alltag.

Was genau ist #WhereIsMyName ?

Laleh Osmani mit lilanem Kopftuch
Laleh Osmani Quelle: rezaee/epa/rex/shutterstock

Laleh Osmany ist eine Menschenrechtlerin aus Afghanistan. Gemeinsam mit anderen Frauen möchte sie erreichen, dass Frauen dort in der Öffentlichkeit bei ihrem Namen genannt werden dürfen. Um das zu schaffen, haben sie eine Aktion ins Leben gerufen. Unter #WhereIsMyName teilen Frauen Fotos oder Texte in sozialen Netzwerken wie Facebook oder Instagram. Damit möchten sie Aufmerksamkeit erregen und dafür sorgen, dass in Afghanistan bald umgedacht wird.

Kann man wirklich einfach so keinen Namen haben?

Nein, das geht nicht. Zumindest nicht in den Ländern, die Mitglied bei den Vereinten Nationen, also der UN, sind. Die UN gibt Regeln für die Rechte von Kindern vor. Darunter ist auch die Regel, dass jedes Kind von Geburt an das Recht auf einen eigenen Namen hat. Da Afghanistan Mitglied der Vereinten Nationen ist, bekommt auch jedes afghanische Kind bei seiner Geburt einen Namen. Das gilt für Mädchen und Jungen. Also haben auch Frauen in Afghanistan einen eigenen Namen. Der wird in der Öffentlichkeit aber nicht genannt.

Frauen in der Öffentlichkeit bei ihrem Namen zu nennen, sorgt in Afghanistan für große Empörung

In Afghanistan ist es eine große Ausnahme, wenn Frauen in der Öffentlichkeit bei ihrem Namen genannt werden. Wenn jemand den Namen einer Frau in der Öffentlichkeit sagt, ist das sehr außergewöhnlich und viele ärgern sich darüber.

Warum werden Frauen in Afghanistan nicht bei ihrem Namen genannt?

Verschleierte Frauen aus Afghanistan
Frauen werden in Afghanistan oft benachteiligt. Quelle: reuters

Vor dem Gesetz sind Frauen und Männer in Afghanistan gleich. Das bedeutet, dass sie eigentlich die gleichen Rechte haben. Trotzdem ist die Lage der Frauen in Afghanistan oft immer noch sehr schwierig. Sie kommen zum Beispiel viel öfter ins Gefängnis als Männer. Außerdem werden viele Mädchen zwangsverheiratet. Das heißt, dass sie sich ihre Ehemänner nicht aussuchen dürfen. Meistens sind die Mädchen bei der Hochzeit noch nicht mal 16 Jahre alt.

Viele Männer in Afghanistan sagen, dass Frauen aus religiösen Gründen nicht bei ihrem eigenen Namen in der Öffentlichkeit gerufen werden dürfen. Einige Menschen sagen aber auch, dass das nichts mit dem Glauben zu tun hat, sondern eher eine Tradition ist. In Afghanistan gibt es nämlich viele Menschen, die besonders viel Wert auf sehr alte Traditionen und Regeln legen. Laleh Osmany und viele weitere Frauen wollen, dass die Tradition der Namenlosigkeit bald ein Ende hat.

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