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AfD-Meldeseiten für nicht neutrale Lehrer

Die Partei AfD hat nun die zweite Internetseite veröffentlicht, auf der Schüler und Studenten ihre Lehrer melden können, die sich im Unterricht abfällig über die AfD äußern. Über diese AfD-Meldeseiten wird jetzt viel diskutiert.

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Viele Mitglieder der Partei AfD sind der Meinung, dass in Schulen nicht immer neutral über ihre Partei gesprochen werde. Sie sagen, dass manche Lehrer und Lehrerinnen die AfD in ihrem Unterricht weglassen, sie schlecht darstellen oder sich entschieden gegen die AfD aussprechen.

Schülerin meldet sich
An Schulen in Deutschland gibt es ein Neutralitätsgebot.
Quelle: dpa

Aus diesem Grund fordert die AfD jetzt "neutrale Schulen". Die Partei bezieht sich dabei auf das Neutralitätsgebot, das es an Schulen in Deutschland gibt. Dieses Gebot sagt aus, dass Lehrer ihre Schüler mit ihrem Unterricht nicht in bestimmte politische Richtungen lenken dürfen.

Was genau das Neutralitätsgebot ist, erklären wir euch hier:

Wie will die AfD ihre Forderung umsetzen?

Die AfD sagt auf ihrer Internetseite, dass Schüler und Schülerinnen, die finden, dass ihre Schule nicht neutral handelt, sich an ihre Lehrer und Direktoren wenden sollen. Außerdem gibt es in Hamburg und Baden-Württemberg jetzt AfD-Internetseiten, auf denen Schüler Lehrer und Lehrerinnen melden können, die sich angeblich entschieden im Unterricht gegen die AfD aussprechen. Die AfD sagt, dass sie manche der eingehenden Beschwerden bei der Schulbehörde melden will. Die AfD plant solche Meldeseiten jetzt noch in einigen weiteren Bundesländern.

Einige finden diese Aktion nicht gut

Viele kritisieren diese Meldeseiten der AfD. Sie seien zum einen unnötig, denn Beschwerden könnten auch jetzt schon direkt an die Schulaufsicht gegeben werden, ohne dass dies über eine bestimmte Partei laufen müsse. Zum anderen würden Schüler ermutigt, andere Menschen hinter deren Rücken zu melden und anzuschwärzen. Einige Kritiker haben sogar gesagt, dass sie diese Methoden an dunkle Zeiten in der deutschen Geschichte erinnern würden.

An frühere Zeiten erinnert?

In der Zeit von 1933 bis 1945, als in Deutschland die Nationalsozialisten unter Hitler herrschten, wurden die Bürger dazu aufgefordert, Menschen anzuschwärzen, die sich kritisch über führende Nationalsozialisten äußerten. Denunzieren wird das auch genannt. Menschen, die denunziert, also angeschwärzt wurden, konnten dann bestraft werden und mussten zum Beispiel ins Gefängnis. Menschen, die andere denunziert hatten, sahen darin manchmal eine Chance, aufzusteigen und beispielsweie einen besseren Job zu bekommen.

Auch in der DDR wurden Bürger dazu aufgefordert, andere anzuschwärzen, wenn sie sich kritisch über die Regierung geäußert haben. Teilweise wurden diese Leute von Arbeitskollegen, Nachbarn oder sogar Familienmitglieder denunziert und mussten dann manchmal auch ins Gefängnis.

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