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Aufregung um Abschiebungen in Österreich

Vor einigen Tagen wurden drei Schülerinnen und ihre Familien aus Österreich nach Georgien und Armenien abgeschoben. Die Mädchen sind alle in Österreich geboren, auch wenn ihre Familien nicht von dort kommen. Die Abschiebungen finden viele Menschen nicht in Ordnung.

Auf dem Bild sieht man eine große Menschentraube im dunkeln auf einem Platz zusammenstehen. Sie protestieren gegen die nächtliche Abschiebung dreier Mädchen und ihrer Familien aus Österreich.
In Wien demonstrierten hunderte Menschen gegen die Abschiebung von drei Mädchen und ihren Familien aus Österreich. Sie wurden nach Georgien und Armenien abgeschoben.
Quelle: Hans Punz/APA/dpa

Vergangene Woche wurden in Österreich drei Mädchen und ihre Familien nach Georgien und Armenien abgeschoben. Abschiebung ist, wenn eine Person oder eine Familie von dem Land, indem sie sich gerade aufhalten, dazu gezwungen wird, in ihr ursprüngliches Heimatland zurückzukehren. So ist es auch den drei Familien ergangen - der österreichische Staat hat entschieden, dass sie dort nicht bleiben dürfen.

Menschen in Österreich protestieren

Dass die Familien abgeschoben werden sollten, fanden viele Menschen in Österreich nicht in Ordnung. Deswegen sind sie in der österreichischen Hauptstadt Wien auf die Straße gegangen und haben noch versucht, die Abschiebungen zu verhindern.

Am frühen Donnerstagmorgen versammelten sich rund 160 Menschen vor dem Abschiebezentrum in Wien. Dort waren die Familien seit einigen Tagen untergebracht. Die Demonstrantinnen und Demonstranten versuchten mit einer Sitzblockade, die Polizei an der Abfahrt zu hindern. Diese wurde aber von der Polizei aufgelöst, sodass die Familien dann zum Flughafen gefahren wurden und mittlerweile in Georgien und Armenien sind.

Auf dem Bild sieht man, wie ein Mädchen auf der Straße am Boden liegt und an ihren Klamotten von Polizisten weggezerrt wird.
Ein Polizist zerrt an einer Demonstrantin, die gegen die Abschiebung der drei Schülerinnen und ihrer Familien protestiert.
Quelle: Hans Punz/APA/dpa

Warum die Abschiebungen für so viel Protest sorgen

Besonders das Schicksal der 12-jährigen Tina und ihrer Familie berührt die Menschen. Tina war in ihrer Klasse beliebt, hatte viele Freundinnen und Freunde und sie ist in Österreich geboren. Sie war also super integriert. Auch, wenn ihre Familie georgische Wurzeln hat, ist Österreich ihre Heimat.

Tinas Familie lebte schon seit 2006 in Österreich. Überraschend kam die Abschiebung allerdings nicht. Schon mehrfach hatten Gerichte entschieden, dass die Familie kein Recht hat in Österreich zu bleiben und das Land verlassen muss. Doch an diese Entscheidung hielt sich die Familie nicht.

Auf dem Bild sieht man Tina, ein 12-jähriges Mädchen, das aus Österreich abgeschoben wurde.
Tina erzählt nach ihrer Abschiebung in einem Interview mit dem österreichischen Sender ORF, wie es ihr in Georgien geht. Gesundheitlich gehe es ihr gut, aber sie vermisse Freunde und Schule.
Quelle: ORF/ZiB2

Tinas Klassenkameraden wollten Abschiebung verhindern

Die Schule sowie die Mitschülerinnen und Mitschüler von Tina hatten erst ein paar Tage vor der Abschiebung erfahren, was mit ihr und ihrer Familie passieren soll. Ihre Klasse versuchte noch, die Abschiebung zu verhindern. Zum Beispiel sammelten sie Unterschriften und machten auch in sozialen Medien darauf aufmerksam.

Streit und noch mehr Proteste

Viele Politikerinnen und Politiker aus verschiedenen Parteien kritisieren die Regierung in Österreich dafür. Der österreichische Bundespräsident Alexander van der Bellen verurteilte die Abschiebungen in einer Videobotschaft.

Ich kann und will nicht glauben, dass wir in einem Land leben, wo dies in dieser Form wirklich notwendig ist.
Alexander van der Bellen, Österreichs Bundespräsident

Auch am Wochenende gab es in Österreich wieder Proteste gegen die Abschiebung von Flüchtlingen.

Diesen Text hat Lisa geschrieben.

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