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Wenn ein Papst nicht die Wahrheit sagt

... und das in einem wirklich super wichtigen und schrecklichen Fall, dann schaut die ganze Welt hin - und logo! auch, damit wir es euch erklären können.

Er war der wichtigste Mann der Katholischen Kirche: Benedikt XVI. war bis 2013 Papst. Knapp acht Jahre lang war er das Oberhaupt für mehr als eine Milliarde gläubiger Katholiken weltweit. Was er sagt, denkt oder aufschreibt ist für sie bis heute sehr wichtig und sie glauben es.

Papst Benedikt XVI. sitzt in prunkvolles Gewand gekleidet auf prunkvollem Stuhl und hält eine Rede.
Papst Benedikt XVI. kurz vor seinem Rücktritt im Jahr 2013.
Quelle: ap

Der Vorwurf gegen Benedikt XVI.

Nun wird diesem extrem mächtigen Kirchenmann, dem so viele Menschen vertrauen und den so viele Menschen verehren, etwas vorgeworfen: Er soll nicht die Wahrheit gesagt haben
- und das in einem Fall, der für die Katholische Kirche wirklich sehr viel Bedeutung hat.

Darum geht's

In der Katholischen Kirche hat es viele Fälle von sexualisierter Gewalt gegeben: Kirchenleute haben Kinder und Jugendliche über viele Jahre hinweg sexuell missbraucht. Und einige Kirchenchefs haben weggeschaut oder die schrecklichen Taten sogar vertuscht, anstatt sie aufzuklären.

Sexueller Missbrauch ist verboten und eine sehr schwere Straftat. Natürlich müssen als erstes die Täter bestraft werden. Doch es geht auch darum, herauszufinden, warum die Täter so lange weitermachen konnten. Wer waren die Kirchenleute, die weggeschaut und die Taten vertuscht haben? Wer hat erlaubt, dass beispielsweise Priester, die Kindern sexualisierte Gewalt angetan hatten, weiterarbeiten durften?

Das hat Papst Benedikt damit zutun

Nun haben Fachleute nachgeforscht, was genau in Kirchen in der Region München und Freising in Bayern passiert war. Dabei ist herausgekommen, dass auch Benedikt von sexuellem Missbrauch gewusst haben soll. Lange bevor er Papst wurde, war er dort nämlich Bischof, also Chef der Kirchen in dieser Region. Die Fachleute sagen, dass er sich in dieser Zeit falsch verhalten habe. So könnte er möglicherweise auch Täter geschützt haben.

Aus Versehen die Unwahrheit gesagt?

Bisher hatte Benedikt XVI. abgestritten, von einem bestimmten Täter gewusst zu haben. In einer Sitzung im Jahr 1980, in der über den Täter gesprochen wurde, sei er nicht dabei gewesen. So hatte es Benedikt in einem Schreiben dargestellt. Die Fachleute, die den Fall untersucht haben, sind aber sicher, Benedikt war anwesend. Das steht in einem Protokoll dieser Sitzung.

Der emeritierte Papst Benedikt XVI.
Benedikt XVI. ist 94 Jahre alt.
Quelle: Sven Hoppe/dpa-Pool/dpa/Archiv

Nun hat sich Benedikt wieder zu Wort gemeldet und erklärt, dass er doch in der Sitzung gewesen sei. Er sagt, seine vorherige Aussage sei nur aus Versehen falsch gewesen. Damit will er deutlich machen, dass er nicht gelogen hat.

Doch nicht jeder nimmt ihm das ab. Viele diskutieren jetzt, ob Benedikt XVI. tatsächlich gelogen hat und nur deshalb jetzt die Wahrheit sagt, weil er sein falsches Verhalten nicht mehr vertuschen kann.

Ein ziemlich heftiger Vorwurf, dem sich der Mann stellen muss, der acht Jahre lang der wichtigste Mann der Katholischen Kirche war.
Benedikt will sich in den nächsten Tagen ausführlich dazu äußern.

Diesen Text hat Carolin geschrieben.

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