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Das zweite Leben unseres Plastikmülls

Knapp sechs Millionen Tonnen Plastikabfall kommen in einem Jahr in Deutschland zusammen. Ein Teil dieses Plastikmülls wird recycelt, also wiederverwertet.

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Tüten, Flaschen, Lebensmittelverpackungen - all das ist oft aus Plastik. Einmal benutzt, landen die Sachen oft im Müll. Um zu verhindern, dass all der Müll bergeweise in der Natur landet, wird ein Teil des Mülls recycelt. Das bedeutet, aus altem Müll wird neues Plastik hergestellt.

Gelber Sack
In den gelben Säcken wird Plastik gesammelt.
Quelle: dpa

Wie aus altem neues Plastik wird

Meistens läuft es so ab: Die Müllabfuhr holt die gelben Säcke mit dem Plastikmüll ab und bringt sie zu einer Sortieranlage. Dort gibt es große Maschinen, die den Müll trennen: Die Blechdosen kommen auf einen Haufen, die Plastikverpackungen auf einen anderen. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kontrollieren, ob die Maschinen alles richtig sortiert haben. Dann wird der Müll gereinigt und die einzelnen Haufen eingeschmolzen. Ein Teil des Plastikmülls wird zu neuem Plastik weiterverarbeitet.

Diese Probleme gibt es damit

Erstens: Recyceltes Plastik ist oft minderwertiger. Das bedeutet, es ist zum Beispiel nicht ganz so stabil und kann deshalb nicht überall eingesetzt werden. Bei der Verpackung von Lebensmitteln gibt es zum Beispiel strenge Vorgaben. Und die werden oft besser von komplett neuem Plastik erfüllt. Um neues Plastik herzustellen, wird allerdings Erdöl gebraucht. Und das ist nur in begrenzter Menge auf der Erde vorhanden.

Zweitens: In Deutschland produziert jeder von uns etwa 38 Kilo Plastikmüll im Jahr. Aber nur ein Teil davon wird recycelt, also wiederverwertet. Wenn viele verschiedene Plastiksorten zusammenkommen, wird es nämlich sehr schwierig mit dem Recyclen. Ein Joghurtbecher zum Beispiel besteht aus vielen verschiedenen Plastiksorten. Es ist sehr aufwendig und teuer, die einzelnen Sorten voneinander zu trennen. Eine große Menge des Plastikmülls wird deshalb gar nicht recycelt, sondern verbrannt. Das passiert in sogenannten Müllverbrennungsanlagen. Und dabei entstehen viele giftige Stoffe, die dann zum Beispiel in speziellen Anlagen unter der Erde gelagert werden müssen.

"planet e.: Der Plastik-Fluch - Wie wir unseren Planeten vermüllen": Ein beliebiger Plastikmüllberg. Nur ein winziger Teil von dem, was angespült wird. Mehrere Personen laufen auf dem Müllberg herum.
Wissenschaftler schätzen, dass im Jahr 2050 etwa zwölf Milliarden Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen treiben wird.
Quelle: ZDF/Spiegel TV

2018 wurden nur ungefähr 47 Prozent des Plastikmülls recycelt. Seit dem 1. Januar 2019 gilt aber ein neues Verpackungsgesetz. Deshalb müssen 58,5 Prozent des Plastikmülls recycelt werden. Ab 2022 sollen es dann sogar 63 Prozent sein.

Der Weg der PET-Flasche

Am einfachsten lässt sich Plastik recyclen, wenn viele Produkte von einer bestimmten Plastiksorte zusammenkommen wie bei den PET-Flaschen, die im Supermarkt abgegeben werden können. Der Rücknahme-Automat zerkleinert die Flaschen und presst sie zu kleinen Ballen. Dann geht es für die Plastikballen zu einer Recyclinganlage. Hier werden sie nach Farben sortiert und gewaschen. Dann werden die Ballen zu ganz kleinen Teilen, sogenannten Flakes, verarbeitet. Die sind ungefähr so groß wie Brotkrümel und werden nochmal in einer speziellen Flüssigkeit gewaschen. Dadurch werden alle Reste von Etiketten von den Flakes entfernt.

Aus einem Teil der Flakes entstehen neue PET-Flaschen. Die restlichen Flakes werden zu Polyesterfäden weiterverarbeitet. Das sind dünne Fäden, aus denen Fleecepullover, T-Shirts oder Schlafsäcke entstehen. Ein kleiner Teil der Flakes wird verbrannt.

Recycelte Schuhe
Diese Schuhe bestehen aus recyceltem Plastikmüll

Alles umsonst?

Wenn so viel Plastik verbrannt wird, können wir uns das Recycling dann sparen? Nein! Denn Forscher arbeiten bereits daran, die Verfahren noch besser zu machen, damit in Zukunft mehr Abfall recycelt werden kann. Fest steht aber auch: Der beste Weg, um zu verhindern, dass die Plastikberge weiter anwachsen, ist so wenig Plastik wie möglich zu verwenden.

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