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Landwirte protestieren

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Traktoren sieht man mitten in Berlin eher selten. Doch am Samstag rollten etwa 170 Traktoren durch das Regierungsviertel. Sie waren Teil einer großen Demonstration mit etwa 27.000 Teilnehmern gegen Pläne der Bundesregierung. Denn viele Landwirtinnen und Landwirte finden, dass sie nicht genügend unterstützt werden. Und sie fordern, dass die Landwirtschaft schonender für Umwelt, Tiere und Klima werden sollte.

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Mit Traktoren protestierten Landwirte am Samstag in Berlin

Die Landwirtschaft hat sich stark verändert

Die Landwirtschaft in Deutschland hat sich in den vergangenen Jahrhunderten stark verändert. Vor 120 Jahren konnte ein Bauer zum Beispiel gerade einmal vier Menschen mit Lebensmitteln versorgen. Heute produziert ein Bauer genügend Lebensmittel für 140 Menschen. Schaut euch hier an, wie es dazu kam:

Die moderne Landwirtschaft bringt allerdings auch große Nachteile für die Natur mit sich.

Viel Fläche wird verbraucht.

Dadurch, dass die Felder immer größer wurden und jetzt mehr Platz brauchen, sind viele Wiesen, Hecken oder Büsche und damit auch der Lebensraum vieler Tiere wie Feldhamster, Hasen, Feldlerchen oder Rebhühner verschwunden.

Außerdem werden die Böden heute viel stärker ausgenutzt, es wird dort mehr angebaut und geerntet. Diese intensive Nutzung laugt die Böden mit der Zeit aus, sie enthalten dann nicht mehr so viele Nährstoffe. Um trotzdem möglichst viel ernten zu können, werden in der Landwirtschaft daher Düngemittel eingesetzt, die die Pflanzen dann mit Nährstoffen versorgen. Oft werden dazu chemische Düngemittel oder Gülle benutzt, also Kot und Urin von Tieren. Doch davon wird zu viel auf die Felder ausgebracht, Stoffe daraus gelangen ins Grundwasser und verunreinigen dieses.

Pflanzenschutzmittel und Unkrautvernichtungsmittel

Zum Schutz der Pflanzen werden bestimmte Mittel eingesetzt:

Mit Pflanzenschutzmitteln werden Pflanzen vor Krankheiten wie Pilzbefall bewahrt, auch werden dadurch Insekten vernichtet, die den Pflanzen schaden könnten. Unkrautvernichtungsmittel sollen dafür sorgen, dass auf den Feldern nur das wächst, was der Landwirt dort angepflanzt hat. Allerdings werden durch all diese Mittel auch viele andere Pflanzen- und Tierarten angegriffen. Manche Forscher sagen, dass in den vergangenen 30 Jahren die Menge an Insekten wie Schmetterlinge, Bienen, Käfer oder Hummeln wohl so um 80% zurückgegangen ist. Doch Insekten sind wichtig für das ganze Ökosystem. Zum einen dienen sie anderen, größeren Tieren wie zum Beispiel Vögeln als Nahrung. Zum anderen bestäuben zum Beispiel Bienen Pflanzen auf den Feldern – doch ohne Bestäubung keine Ernte.

Landwirte wünschen sich bessere Bedingungen

Viele Landwirte sind der Meinung, dass sich etwas ändern muss. Sie würden gerne umweltschonender produzieren und auch ihren Tieren eine bessere Haltung ermöglichen. Doch das kostet viel Geld. Deshalb können es sich viele Landwirte nicht leisten - denn die Preise, die sie für ihre Produkte bekommen, sind dafür viel zu niedrig. Und nur wenige Menschen sind bereit, für besser hergestellte Lebensmittel mehr Geld zu bezahlen.

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