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Verdrecktes Wasser in Flüssen

Ein unterirdisches System aus Kanälen soll eigentlich das Abwasser aus unseren Häusern und Wohnungen in eine Kläranlage leiten, wo es gesäubert wird. Doch immer mal wieder gelangt das verdreckte Wasser in Flüsse.

Datum:
Mann betätigt die Toilettenspülung
Das schmutzige Wasser aus der Toilette gelangt in die Kanalisation.
Quelle: dpa

Einmal aufs Klo, abspülen und weg mit dem Dreck: ab in die Kanalisation. All das Wasser, das wir beispielsweise zum Spülen der Toilette, beim Duschen, oder Geschirrspülen verbrauchen, wird dorthin geleitet. Die Kanalisation, das sind kilometerlange Kanäle unter der Erde.
Sie führen das Abwasser in Kläranlagen, wo es gereinigt wird. Grober Schmutz, winzige Plastikteilchen und andere schädliche Stoffe werden dort herausgefiltert. Anschließend wird das saubere Wasser in Flüsse oder Bäche geleitet.

Abwasser landet im Fluss

Doch immer wieder gelangt auch ungesäubertes Abwasser in Flüsse und Bäche, immer dann, wenn es große Mengen geregnet hat.

Regen fließt in einen Gully
Regen fließt in einen Gully.
Quelle: colourbox.de

Denn auch Regenwasser gelangt in die Kanalisation und wird dort zum Teil mit dem dreckigen Abwasser gemischt. Je mehr es regnet, desto mehr Wasser läuft in die Kanäle. Doch die Kläranlagen können nur eine bestimmte Menge Wasser auf einmal aufnehmen. Deshalb gibt es in der Kanalisation extra Becken, die Abwasser und Regenwasser sammeln, bevor es in die Kläranlagen weitergeleitet wird. Bei besonders großen Regenmengen laufen aber diese Becken über. Das überschüssige Wasser wird dann abgeleitet und direkt in Flüsse und Bäche geführt, noch bevor es gereinigt werden konnte.


Starke Regenfälle sind schuld

Menschen im starken Regen
Bei Starkregen läuft besonders viel Wasser auf einmal in die Kanalisation.
Quelle: dpa

In den letzten Jahren gibt es immer häufiger Starkregen, bei dem eine riesige Menge Regen in kurzer Zeit fällt. Deshalb beklagen manche Orte in Deutschland, dass es immer öfter vorkommt, dass die unterirdischen Wasserbecken überlaufen. Immer häufiger gelangt so Dreckwasser in die Flüsse. Wie stark die Flüsse davon geschädigt werden, das ist nicht klar. Klar ist aber, dass es besser wäre, wenn das Abwasser dort gar nicht erst landen würde.

Expertinnen und Experten machen sich deshalb Gedanken darüber, wie man das Problem lösen könnte.

Lösungsvorschläge

  1. Ein anderes Abwassersystem: Nur in einigen Gebieten Deutschlands wird das Regenwasser in der Kanalisation mit dem Abwasser gemischt. Das nennt sich Mischsystem. Doch es gibt noch ein anderes Abwassersystem: das Trennsystem. Dabei werden das schmutzige Abwasser und das saubere Regenwasser in unterschiedliche Kanäle und Becken geleitet. Denn eigentlich muss das Regenwasser ja gar nicht gereinigt werden, bevor es in die Flüsse fließen darf. Es ist ja schon sauber. Bei starkem Regen gelangt dann einfach eine größere Menge Regen in die Flüsse, während das Abwasser weiter in die Kläranlagen geleitet wird. Dieses Trennsystem gibt es in Deutschland schon in einigen Gebieten. Manche Experten und Expertinnen meinen, es wäre gut, dieses System noch weiter auszubauen. Doch das funktioniert nicht immer und wäre außerdem teuer.
  2. Größere Becken: Statt das Trennsystem weiter auszubauen, könnte man auch das Mischsystem verändern. Wenn dort nämlich die Becken größer wären, in denen sich Regen- und Abwasser sammeln, könnten sie mehr Wasser auffangen, bevor sie überlaufen. Dann würde es auch bei starkem Regen seltener passieren, dass schmutziges Wasser in Flüsse läuft. Aber unterirdische Becken vergrößern ist super kompliziert und sehr teuer.
  3. Weniger Regen soll in die Kanalisation gelangen: Regen fällt ja einfach runter und landet überall: Auf Wiesen, auf Waldböden, direkt in Flüssen, Seen und im Meer, aber häufig auch auf Straßen und Wegen. Weil es dort nicht einsickern kann, wird es durch Gullys in die Kanalisation geleitet. Doch einige Expertinnen und Experten schlagen vor, das Regenwasser zu nutzen. Sie glauben, dass es helfen würde, Häusersiedlungen und ganze Städte anders zu bauen: Auf Hausdächern mit Rasen oder Pflanzen zum Beispiel würde es nicht abperlen, sondern einsickern und die Bepflanzung bewässern. In extra gebauten Regenteichen könnte es gesammelt und zu einem späteren Zeitpunkt genutzt werden. So würde weniger Regenwasser in der Kanalisation landen und die Becken laufen seltener über. Außerdem würde mehr Regenwasser weiterverwendet werden. Manche Neubauprojekte arbeiten schon mit solchen modernen Arten der Regenwassernutzung.

Diesen Text hat Carolin geschrieben.

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